Alle Mittel
OTHER · GLOBACHEM NV

Telescope

BVL Zul.-Nr. 00B098-00

Telescope ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von GLOBACHEM NV, das speziell für den Schutz von Rübenkulturen entwickelt wurde. Die Kombination der beiden bewährten Triazol-Wirkstoffe Difenoconazol und Metconazol bietet einen exzellenten Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten in Futter- und Zuckerrüben. Durch die flüssige Formulierung lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend dosieren, mischen und applizieren.

Dank der systemischen Eigenschaften dringen die Wirkstoffe rasch in das Blattgewebe ein und verteilen sich akropetal in der Kultur. Dies gewährleistet sowohl eine vorbeugende (protektive) als auch eine abstoppende (kurative) Wirkung, selbst wenn die Infektion bereits kurzzeitig eingesetzt hat. Telescope sichert somit das Ertragspotenzial und die Blattgesundheit der Rüben in der kritischen Phase vom Reihenschluss bis zur Erntevorbereitung.

Wirkstoffe

Difenoconazol
100 g/L · Wirkstoff
Metconazol
54 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Telescope basiert auf der Kombination zweier hochaktiver Wirkstoffe aus der Klasse der Triazole (DMI-Fungizide): Difenoconazol und Metconazol. Beide gehören zur FRAC-Gruppe 3 (Demethylierungs-Inhibitoren). Sie greifen gezielt in die Biosynthese von Ergosterol ein, einem essenziellen Baustein für den Aufbau und Erhalt der Pilzzellmembranen. Ohne funktionierendes Ergosterol kommt das Wachstum der Pilzhyphen zum Erliegen, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Triazole wird eine synergistische Wirkung erzielt. Während Difenoconazol eine langanhaltende Dauerwirkung aufweist, zeichnet sich Metconazol durch eine besonders schnelle Anfangswirkung aus. Diese komplementären Eigenschaften sorgen für einen lückenlosen Schutz der behandelten Kulturen vor dem Erreger des Rübenrosts.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in Telescope der FRAC-Gruppe 3 angehören, besteht bei wiederholter, alleiniger Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, sollte Telescope im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung ist strikt einzuhalten, um den Selektionsdruck auf den Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Telescope zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Blattdüngern (wie Bor) und Insektiziden aus, die typischerweise in Rübenkulturen eingesetzt werden. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200–400 l/ha) zu achten, um eine homogene Benetzung der Blattoberflächen zu gewährleisten. Vor dem Ansetzen größerer Spritzbrühen wird ein Mischungstest im Kleinen empfohlen. Die Zugabe von Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter extremen Witterungsbedingungen optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Telescope sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA), wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Produkt ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern vorzugsweise außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeRübenrost (Uromyces betae)39–491 LITER_PER_HECTARE28T
FutterrübeRübenrost (Uromyces betae)39–491 LITER_PER_HECTARE28T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Telescope gegen Rübenrost?

Die Behandlung sollte idealerweise bei den ersten sichtbaren Symptomen (erste Rostpusteln auf den Blättern) oder nach Warndienstaufruf erfolgen. Der zugelassene Anwendungszeitraum liegt zwischen den BBCH-Stadien 39 (Reihenschluss) und 49 (Rübenkörper hat erntereife Größe erreicht).

Kann Telescope auch bei hohen Temperaturen im Sommer appliziert werden?

Um Verdunstungsverluste zu minimieren und eine optimale Aufnahme der Wirkstoffe zu gewährleisten, sollte die Applikation in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen. Temperaturen über 25 °C während der Spritzung sind zu vermeiden, da dies die Kultur stressen und die Benetzung verschlechtern kann.

Warum enthält Telescope zwei verschiedene Wirkstoffe aus derselben chemischen Klasse?

Difenoconazol und Metconazol ergänzen sich perfekt in ihrer Dynamik. Metconazol ist hochgradig mobil und bietet eine schnelle, kurative Stopp-Wirkung gegen bereits vorhandene Infektionen. Difenoconazol verteilt sich gleichmäßig und sorgt für einen langanhaltenden, protektiven Schutzfilm im Blattgewebe.

Welche Rolle spielt die Wartezeit von 28 Tagen bei Telescope?

Die gesetzliche Wartezeit von 28 Tagen stellt sicher, dass bis zur Ernte der Rüben alle Wirkstoffrückstände in der Kultur unter die gesetzlichen Grenzwerte abgebaut sind. Dies ist besonders wichtig, wenn die Rübenblätter oder -köpfe nach der Ernte als Futtermittel genutzt werden sollen.

Wie lässt sich Telescope optimal in eine Anti-Resistenz-Strategie integrieren?

Wechseln Sie Telescope systematisch mit Fungiziden ab, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen, beispielsweise mit Produkten auf Basis von Strobilurinen oder SDHI. Vermeiden Sie es, ausschließlich Triazole über die gesamte Saison hinweg einzusetzen.

Ist bei der Anwendung von Telescope der Zusatz eines Netzmittels erforderlich?

In der Regel ist die Formulierung von Telescope bereits für eine hervorragende Haftung und Benetzung optimiert. Unter extrem trockenen Bedingungen oder bei einer sehr dicken Wachsschicht der Rübenblätter kann der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels die Wirkstoffaufnahme jedoch unterstützen.