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OTHER · Corteva Agriscience Germany GmbH

TITUS

BVL Zul.-Nr. 034273-00

TITUS ist ein bewährtes, selektives Nachauflauf-Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schadgräsern sowie einer Vielzahl zweikeimblättriger Unkräuter. Formuliert als wasserlösliches Granulat (WG), hat sich dieses Pflanzenschutzmittel als Standardlösung in den Kulturen Kartoffel und Mais fest etabliert. Durch seine flexible Anwendung im Nachauflauf ermöglicht es Landwirten, direkt auf das tatsächliche Auflaufverhalten der Schaderreger auf dem Feld zu reagieren.

Die Stärke des Produkts liegt in der schnellen Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk und in geringerem Maße über die Wurzeln. Dies sorgt für einen raschen Wachstumsstopp der sensitiven Schaderreger, gefolgt von typischen Chlorosen und dem anschließenden Absterben des Unkrautbestandes. Dank der ausgeprägten Selektivität wird die Kultur bei fachgerechter Anwendung geschont, während das Unkraut- und Ungrasspektrum effektiv kontrolliert wird.

Wirkstoffe

Rimsulfuron
250 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Rimsulfuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System der Gruppe 2 (ehemals Klasse B) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen unerlässlich. Durch die Blockade der ALS wird die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter und Ungräser sofort unterbunden. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen (Chlorosen) an den jüngsten Blättern und Triebspitzen treten meist nach wenigen Tagen auf, gefolgt von Nekrosen. Das vollständige Absterben der Schaderreger zieht sich je nach Witterung über zwei bis vier Wochen hin.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern und -ungräsern (insbesondere bei Hirsen und dem Einjährigen Rispengras) vorzubeugen, sollte dieses Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies umfasst den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie Wirkstoffen aus den Gruppen 3, 4 oder 15) in der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt sich bei hohem Selektionsdruck die Kombination oder Spritzfolge mit Partnern, die über einen alternativen Wirkungsmechanismus verfügen, um die Selektion resistenter Biotypen nachhaltig zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Produkt zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Nachauflauf-Herbiziden aus, die in Mais und Kartoffeln zugelassen sind. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme – insbesondere unter trockenen Witterungsbedingungen – wird dringend der Zusatz eines zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittels (Adjuvans) empfohlen. Mischungen mit flüssigen Stickstoffdüngern oder bestimmten phosphororganischen Insektiziden sollten vermieden oder zeitlich versetzt durchgeführt werden, um phytotoxische Reaktionen in der Kultur zu verhindern. Vor dem Ansetzen einer Tankmischung ist stets eine physikalische Mischbarkeitsprobe durchzuführen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug beim Ansetzen der Spritzbrühe, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und driftmindernden Maßnahmen (z. B. der Einsatz von abdriftmindernden Düsen) strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Grüne Borstenhirse, Einjähriges Rispengras11–3980 GRAM_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Grüne Borstenhirse, Einjähriges Rispengras10–1680 GRAM_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Grüne Borstenhirse, Einjähriges Rispengras11–3940 GRAM_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Grüne Borstenhirse, Einjähriges Rispengras10–1640 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit diesem Herbizid?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf, wenn sich die Unkräuter und Ungräser im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im Keimblatt- bis 2-Blatt-Stadium). Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahme über das Blatt am effizientesten. Die Kulturen (Mais und Kartoffeln) sollten das im Zulassungsbereich definierte BBCH-Stadium aufweisen und nicht unter Stress (z. B. durch Frost, extreme Trockenheit oder Staunässe) stehen.

Warum ist die Zugabe eines Netzmittels (Adjuvans) bei der Anwendung so wichtig?

Rimsulfuron ist ein systemischer Wirkstoff, der primär über das Blatt aufgenommen wird. Da viele Unkräuter und insbesondere Gräser wie die Hühnerhirse eine ausgeprägte Wachsschicht besitzen, verringert ein Netzmittel die Oberflächenspannung des Spritzwassers. Dies führt zu einer gleichmäßigeren Benetzung und einer signifikant verbesserten Wirkstoffaufnahme, besonders bei trockener Witterung.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung des Herbizids?

Warme, wüchsige Witterung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt den Stoffwechsel der Unkräuter und führt zu einer schnellen und intensiven Wirkung. Bei extremer Trockenheit, starker Sonneneinstrahlung oder Temperaturen über 25 °C sollte die Anwendung in die kühleren Abend- oder Morgenstunden verlegt werden, um Wirkungsverluste und Stress für die Kultur zu minimieren.

Kann das Produkt in einer Splitting-Anwendung ausgebracht werden?

Ja, in vielen Kulturen ist eine Aufteilung der Aufwandmenge (Splitting-Verfahren) im Abstand von mehreren Tagen sehr effektiv. Dies ermöglicht es, neu auflaufende Unkrautwellen im jeweils empfindlichsten Stadium direkt zu erfassen und gleichzeitig die Kulturpflanzen maximal zu schonen. Beachten Sie hierzu die spezifischen Vorgaben der Gebrauchsanleitung bezüglich der maximalen Gesamtmenge.

Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz beachtet werden?

Aufgrund des raschen Abbaus von Rimsulfuron im Boden bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblicher Bodenbearbeitung keine Einschränkungen für die nachfolgenden Kulturen im Rahmen der Fruchtfolge im nächsten Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch einer behandelten Kultur sollten jedoch die spezifischen Wartezeiten und empfohlenen Bodenbearbeitungsschritte (z. B. tiefes Pflügen) beachtet werden, um Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.

Wie verhält sich das Mittel bei Regen kurz nach der Spritzung?

Der Wirkstoff wird relativ schnell von den Blättern der Schaderreger aufgenommen. Als Faustregel gilt, dass eine regenfreie Zeit von etwa 2 bis 3 Stunden nach der Applikation ausreicht, damit der Wirkstoff vollständig in die Pflanze eindringen kann und die Regenfestigkeit gewährleistet ist.