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OTHER · Life Scientific Limited

TOMEC

BVL Zul.-Nr. 00B087-00

TOMEC ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung bedeutender Pilzkrankheiten in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer. Mit dem bewährten Wirkstoff Pyraclostrobin bietet das Pflanzenschutzmittel einen zuverlässigen Schutz gegen ein breites Spektrum von Schaderregern, darunter verschiedene Rostpilze (wie Gelb-, Braun-, Zwerg- und Haferkronenrost) sowie Netzflecken und Rhynchosporium secalis. Als flüssige Formulierung zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Aufnahme in das Blattgewebe aus.

Neben der direkten fungiziden Wirkung unterstützt TOMEC die Vitalität der Kulturen durch positive physiologische Effekte. Dies führt zu einer verbesserten Stresstoleranz der Pflanzen gegenüber Trockenheit und Hitze sowie zu einer optimierten Stickstoffausnutzung, was sich positiv auf das Ertragspotenzial und die Kornqualität auswirkt.

Wirkstoffe

Pyraclostrobin
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in TOMEC enthaltene Wirkstoff Pyraclostrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Fungizide) eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der Blockade des Elektronentransports in den Mitochondrien der Pilzzellen am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III). Dadurch wird die Energieversorgung (ATP-Synthese) der Schaderreger unterbunden, was zum Absterben der Pilzsporen und des Myzels führt. Pyraclostrobin wirkt primär protektiv (vorbeugend) durch die Hemmung der Sporenkeimung und des Keimschlauchwachstums, besitzt jedoch auch kurative Eigenschaften gegen bereits etablierte Infektionen im frühen Stadium. Durch die translaminare und lokalsystemische Verteilung im Blattgewebe wird ein langanhaltender Schutz der behandelten Pflanzenteile gewährleistet.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus der QoI-Fungizide (FRAC-Gruppe 11) besteht ein inhärent hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielpathogenen. Um die Wirksamkeit von TOMEC langfristig zu sichern, muss das Pflanzenschutzmittel strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Dies umfasst die Begrenzung der Anzahl der Anwendungen pro Saison sowie den konsequenten Wechsel (Wechselfolge) oder die Tankmischung mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsort, wie beispielsweise Triazolen (DMI, FRAC-Gruppe 3) oder Carboxamiden (SDHI, FRAC-Gruppe 7).

Mischbarkeit & Tankmischung

TOMEC weist eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist die vom Hersteller empfohlene Reihenfolge beim Befüllen der Spritze einzuhalten (in der Regel flüssige Formulierungen vor festen Komponenten). Um Unverträglichkeiten zu vermeiden, sollte vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe in einem kleineren Gefäß durchgeführt werden. Die Anwendung sollte mit einer ausreichenden Wassermenge erfolgen, um eine gleichmäßige Benetzung des Pflanzenbestandes zu garantieren, wobei extreme Hitzeperioden oder gestresste Bestände bei der Applikation gemieden werden sollten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TOMEC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zwingend erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Wirkstoff Pyraclostrobin als hochgiftig für Wasserorganismen eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern zur Schonung von Wildbienen und anderen Bestäubern vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–591.25 LITER_PER_HECTARE
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)25–711.25 LITER_PER_HECTARE
GersteGelbrost (Puccinia striiformis)25–591.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–711.25 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis25–591.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenGelbrost (Puccinia striiformis)25–711.25 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)25–711.25 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenBraunrost (Puccinia recondita)25–711.25 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)25–591.25 LITER_PER_HECTARE
RoggenRhynchosporium secalis25–711.25 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–591.25 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–711.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit TOMEC gegen Rostpilze im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt beim ersten Auftreten der Schaderreger bzw. bei entsprechenden Warndienstaufrufen, meist im Bereich der BBCH-Stadien 31 bis 61. Eine vorbeugende Behandlung sichert die Kultur am effektivsten ab, da die protektive Wirkung von Pyraclostrobin die Sporenkeimung unterbindet, bevor sich der Pilz im Blattgewebe etablieren kann.

Wie wirkt sich der physiologische Effekt von TOMEC praktisch auf die Getreidebestände aus?

Durch die physiologische Wirkung von Pyraclostrobin bleibt das Blattgewebe (insbesondere das ertragsrelevante Fahnenblatt) länger grün und photosynthetisch aktiv. Dies verzögert die natürliche Alterung der Kultur, verbessert die Hitze- sowie Trockentoleranz und führt letztlich zu einer optimierten Kornfüllung und höheren Tausendkornmassen.

Kann TOMEC in einer Spritzfolge direkt mit anderen Strobilurinen kombiniert werden?

Aus Gründen des konsequenten Resistenzmanagements sollte TOMEC nicht blockweise oder unmittelbar nacheinander mit anderen Fungiziden aus der FRAC-Gruppe 11 (Strobilurine) angewendet werden. Nutzen Sie stattdessen für Folgespritzungen Wirkstoffe aus anderen Klassen, wie Triazole (FRAC-Gruppe 3) oder SDHI (FRAC-Gruppe 7), um den Selektionsdruck zu minimieren.

Welche Rolle spielen die Wasserqualität und Wassermenge bei der Applikation von TOMEC?

Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Das Wasser sollte sauber und frei von Schwebstoffen sein; ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers begünstigt die chemische Stabilität des Wirkstoffs in der Spritzbrühe.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Netzflecken in Gerste?

Nutzen Sie die Such- und Filterfunktion auf unserem Portal, wählen Sie die Kultur 'Gerste' (HORVX) und filtern Sie nach dem Schaderreger 'Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)'. Das System listet Ihnen alle in Deutschland registrierten Alternativen und potenziellen Kombinationspartner übersichtlich auf.