Alle Mittel
Sonstige · Finchimica S.p.A.

TRACIAFIN

BVL Zul.-Nr. 00A398-00

TRACIAFIN ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern und sichert die Qualität sowie Vitalität der Bestände.

Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, zeichnet sich TRACIAFIN durch eine hervorragende Benetzung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Nach der Anwendung verteilt sich der Wirkstoff systemisch in der Kultur, wodurch auch der Neuzuwachs effektiv geschützt wird. Dies macht das Mittel zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien für Getreide- und Rapsanbauer.

Das breite Wirkungsspektrum umfasst im Getreide wichtige Krankheiten wie Septoria-Arten, Rostpilze, Echten Mehltau und Fusarium-Ährenfusariosen. Im Winterraps bietet es einen starken Schutz gegen die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) sowie gegen Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit), wodurch die Standfestigkeit und der Ertrag der Kultur gesichert werden.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in TRACIAFIN enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Ergosterol ist ein essenzieller Bestandteil der pilzlichen Zellmembran; ohne diesen Baustein kommt es zu strukturellen und funktionellen Membranschäden, was das Wachstum des Pilzmyzels stoppt. Durch diese gezielte Störung der Membranintegrität wirkt Prothioconazol stark protektiv, indem es das Eindringen des Erregers verhindert, sowie kurativ, indem es bereits etablierte Infektionen in einem frühen Stadium stoppt. Die systemische Verteilung sorgt zudem für eine langanhaltende Schutzwirkung in allen grünen Pflanzenteilen der behandelten Kulturen.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du TRACIAFIN stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen desselben Wirkstoffs und wechsle stattdessen zwischen Fungiziden mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen ab (z. B. durch den Einsatz von Kontaktfungiziden oder Wirkstoffen aus den FRAC-Gruppen 7 oder 11). Zudem empfiehlt es sich, die registrierten Aufwandmengen voll auszuschöpfen, um eine Selektion weniger empfindlicher Schaderreger-Stämme zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

TRACIAFIN zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die für die jeweiligen Kulturen zugelassen sind. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und halte die empfohlene Reihenfolge beim Befüllen der Spritze ein (zuerst feste, dann flüssige Formulierungen wie TRACIAFIN). Eine Kombination mit Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber bei extrem trockenen Bedingungen die Benetzung verbessern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TRACIAFIN ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten oder diese in die späten Abendstunden verlegen. Vermeide jegliche Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteGelbrost (Puccinia striiformis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteFusarium-Arten59–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
HaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
WeichweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
GersteRhynchosporium secalis0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum0–650.7 LITER_PER_HECTARE56T
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Halmbruchkrankheit in Getreide?

Um die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) effektiv zu bekämpfen, solltest du die Behandlung im frühen Frühjahr ansetzen, idealerweise in den BBCH-Stadien 30 bis 32 (Schossen). Zu diesem Zeitpunkt befindet sich der Pilz noch in der Infektionsphase an den Blattscheiden und kann durch die systemische Wirkung von TRACIAFIN optimal erfasst werden, bevor er das Halmstützgewebe schädigt.

Wie schützt TRACIAFIN meinen Raps optimal vor Weißstängeligkeit?

Gegen die Weißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum) im Winterraps erzielst du die beste Wirkung, wenn du TRACIAFIN vorbeugend während der Hauptblüte (BBCH 63 bis 65) applizierst. Da die Infektion meist über abfallende Blütenblätter erfolgt, die in den Blattachseln hängen bleiben, schützt eine gezielte Behandlung zu diesem Zeitpunkt die Eintrittpforten des Pilzes.

Kann ich TRACIAFIN auch bei kühleren Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, TRACIAFIN ist aufgrund seiner systemischen Eigenschaften und der schnellen Wirkstoffaufnahme auch bei mäßig kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr voll wirksam. Wichtig ist jedoch, dass die Kulturen aktiv wachsen, damit der Wirkstoff in der Pflanze transportiert werden kann, und dass zum Anwendungszeitpunkt kein Frost herrscht.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit bei TRACIAFIN so wichtig?

Die Wartezeit (PHI) von 35 bis 56 Tagen stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut bis zur Ernte unter die gesetzlich festgelegten Grenzwerte abgebaut werden. Du solltest diesen Zeitraum bei deiner Terminplanung unbedingt berücksichtigen, besonders bei späten Anwendungen zur Bekämpfung von Ährenfusariosen im Getreide.

Wie finde ich heraus, ob TRACIAFIN für eine bestimmte Mischung in meinem Betrieb freigegeben ist?

Nutze dafür am besten die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Hier kannst du gezielt nach registrierten Mischungspartnern suchen oder die offiziellen Mischbarkeitstabellen des Herstellers einsehen. Führe im Zweifel immer einen kleinen Kübeltest durch, um die physikalische Stabilität der geplanten Tankmischung vorab zu prüfen.

Hilft TRACIAFIN auch, wenn die Symptome von Gelbrost bereits deutlich sichtbar sind?

TRACIAFIN besitzt zwar starke kurative Eigenschaften und kann eine beginnende Infektion stoppen, bei bereits massiv sichtbarem Befall (Gelbrost-Nester) ist das Gewebe jedoch oft schon irreversibel geschädigt. Für einen optimalen Ertragsschutz solltest du die Bestände regelmäßig kontrollieren und die Behandlung bereits bei den ersten Warnmeldungen oder ersten Pusteln durchführen.