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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Tramat 500

BVL Zul.-Nr. 00A162-00

Tramat 500 ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Ungräsern. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, hat sich dieses Pflanzenschutzmittel als unverzichtbarer Standardbaustein im Rübenanbau (Zuckerrüben, Rote Bete, Mangold) sowie in weiteren Gemüsekulturen wie Spinat, Zwiebeln und Buschbohnen etabliert.

Das Mittel zeichnet sich durch eine hervorragende Boden- und Blattwirkung aus. Es erfasst wichtige Schaderreger wie das Kletten-Labkraut, die Vogel-Sternmiere und das Einjährige Rispengras bereits im Keimblattstadium. Durch die flexible Anwendung im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf lässt sich Tramat 500 optimal in moderne, bedarfsgerechte Spritzfolgen integrieren.

Wirkstoffe

Ethofumesat
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Ethofumesat gehört zur chemischen Klasse der Benzofurane und wird gemäß der HRAC-Klassifizierung der Gruppe 15 (Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren / VLCFA) zugeordnet. Er wird sowohl über die Wurzeln und Hypokotyle keimender Unkräuter als auch über die Blätter bereits aufgelaufener Schaderreger aufgenommen. Nach der Aufnahme blockiert der Wirkstoff die Zellteilung und die Synthese von Kutikulawachsen, was zu einer gestörten Entwicklung der Epidermis führt. Die betroffenen Unkräuter zeigen typische Deformationen, Wachstumshemmungen und sterben schließlich ab. Eine feuchte Bodenoberfläche begünstigt die Wirkstoffaufnahme über den Boden erheblich.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern vorzubeugen, sollte Tramat 500 stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Da Ethofumesat der HRAC-Gruppe 15 angehört, empfiehlt sich der systematische Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen. Die konsequente Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und die Durchführung von mechanischen Pflegemaßnahmen unterstützen die langfristige Absicherung dieser wichtigen Wirkstoffklasse.

Mischbarkeit & Tankmischung

Tramat 500 ist in den zugelassenen Kulturen hervorragend mit anderen gängigen Herbizidpartnern mischbar. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Zugabe von formulierten Ölen oder Adjuvantien kann die Blattwirkung insbesondere unter trockenen Bedingungen verstärken, sollte jedoch stets auf die Verträglichkeit der jeweiligen Kultur in der konkreten Wachstumsphase abgestimmt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Tramat 500 weist spezifische Auflagen zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen auf, weshalb die gesetzlich vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten sind. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FutterrübeKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere10–180.66 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–131 LITER_PER_HECTARE
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Kletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere10–180.66 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere10–180.66 LITER_PER_HECTARE
RasenEinjähriges Rispengras0.66 LITER_PER_HECTARE
SpinatEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–90.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Tramat 500?

Da der Wirkstoff Ethofumesat zu einem großen Teil über den Boden und die Wurzeln keimender Unkräuter aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für eine optimale Wirkung entscheidend. Bei anhaltender Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreffen; in diesem Fall gewinnt die Blattwirkung an Bedeutung, weshalb die Anwendung idealerweise in den frühen Morgenstunden bei hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen sollte.

Bis zu welchem BBCH-Stadium der Kultur kann die Behandlung durchgeführt werden?

Die Zulassung erlaubt Anwendungen ab dem Vorauflauf (BBCH 00) bis zum Erreichen des BBCH-Stadiums 18 (8-Laubblattstadium) der Kultur. Für eine optimale Selektivität und Wirkung empfiehlt sich die Ausbringung in Splitting-Verfahren, die sich eng am Keimblattstadium der auflaufenden Unkräuter orientieren.

Was versteht man unter dem Splitting-Verfahren bei diesem Pflanzenschutzmittel?

Beim Splitting-Verfahren wird die zugelassene Gesamtaufwandmenge auf mehrere Teilbehandlungen im Abstand von einigen Tagen aufgeteilt. Dies schont die Kultur und stellt sicher, dass neu auflaufende Unkrautwellen stets im empfindlichen Keimblattstadium erfasst werden.

Gibt es Temperatureinschränkungen für die Anwendung von Tramat 500?

Um phytotoxische Schäden an den Kulturen zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht bei extremen Temperaturen über 25 °C oder bei intensiver Sonneneinstrahlung durchgeführt werden. Optimal sind kühlere Bedingungen in den Abend- oder Morgenstunden, wenn die Wachsschicht der Kultur stabil ist.

Warum ist der Wirkstoff Ethofumesat ein wichtiger Baustein im Resistenzmanagement?

Ethofumesat gehört zur HRAC-Gruppe 15. Da in vielen Kulturen häufig Herbizide aus den Gruppen 2 (ALS-Hemmer) oder 5 (Photosynthese-Hemmer) dominieren, hilft der gezielte Einsatz von Tramat 500, den Selektionsdruck zu diversifizieren und die Entstehung von resistenten Biotypen (z. B. beim Einjährigen Rispengras) zu verhindern.