Traxos
Traxos ist ein hochwirksames, selektives Herbizid von Syngenta zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schaderregern in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe aus der Klasse der ACCase-Hemmer mit einem hochentwickelten Safener. Dies gewährleistet eine hervorragende Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig kompromissloser Gräserwirkung.
Das Anwendungsspektrum umfasst die bedeutendsten Ungräser im Ackerbau, darunter den wirtschaftlich hochrelevanten Acker-Fuchsschwanz, den Gemeinen Windhalm, Weidelgras-Arten sowie Flug-Hafer und Schadhirsen. Durch die schnelle Aufnahme über das Blatt und den systemischen Transport in die Wachstumspunkte der Ungräser sorgt Traxos für einen raschen Wachstumsstopp und ein zuverlässiges Absterben der Schadpflanzen, selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen im Frühjahr.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirkung von Traxos basiert auf der synergistischen Kombination der beiden Wirkstoffe Pinoxaden und Clodinafop. Beide Substanzen gehören zur HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) und wirken als Inhibitoren des Enzyms Acetyl-Coenzym-A-Carboxylase (ACCase). Dieses Enzym ist essenziell für die Fettsäuresynthese in einkeimblättrigen Pflanzen. Durch die Hemmung der ACCase wird die Bildung von Zellmembranen in den meristematischen Geweben der Ungräser unterbunden, was zu einem schnellen Wachstumsstopp führt. Die betroffenen Schaderreger zeigen nach der Behandlung typische Symptome wie Vergilbungen an den jüngsten Blättern, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben des Gewebes. Der enthaltene Safener Cloquintocet-mexyl schützt die behandelten Kulturen selektiv vor phytotoxischen Effekten. Er beschleunigt den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in den Kulturpflanzen, während die Ungräser den Safener nicht in ausreichendem Maße aktivieren können und somit voll erfasst werden. Dies ermöglicht eine sichere Anwendung auch in sensiblen Wachstumsphasen der Kulturen bis zum Ende der Bestockung (BBCH 31).
Resistenzmanagement
Da beide aktiven Wirkstoffe in Traxos der HRAC-Gruppe 1 angehören, besteht bei wiederholter, einseitiger Anwendung ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere beim Acker-Fuchsschwanz und bei Weidelgras-Arten. Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, solltest du Traxos unbedingt in ein integriertes Resistenzmanagement einbinden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. HRAC-Gruppe 2 oder 15) in der Fruchtfolge sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und mechanische Unkrautbekämpfung. Vermeide es, die Aufwandmenge zu reduzieren, um die Selektion schleichender Resistenzen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Traxos zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Stickstoffdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Verträglichkeitsprobe durchführen. Um eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten, empfiehlt sich die Anwendung bei wüchsigem Wetter auf trockene Bestände. Vermeide Mischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Komponenten sowie die Kombination mit bestimmten breitbandigen Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter, da hierbei antagonistische Effekte auftreten können, die die Gräserwirkung abschwächen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Traxos ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung unerlässlich. Da keine spezifische Bienen-Einstufung im Datensatz vorliegt, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den Abendstunden durchführen. Achte streng darauf, dass keine Abdrift auf angrenzende Gewässer oder Nichtzielflächen gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Langährige Quecke | Flug-Hafer, Schadhirsen, Weidelgras-Arten | 13–31 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Acker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm | — | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm | 0–31 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Acker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm | 0–31 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm | — | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm | — | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Langährige Quecke | Acker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm | 13–31 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Langährige Quecke | Acker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm | 13–31 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Weidelgras-Arten, Gemeiner Windhalm | 0–31 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Traxos im Frühjahr?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald die Vegetation einsetzt und die Ungräser aktiv wachsen. Achte darauf, dass die Schaderreger ausreichend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme gebildet haben (idealerweise im Stadium BBCH 12 bis 29). Wüchsiges Wetter mit Temperaturen über 5 °C und ausreichender Luftfeuchtigkeit beschleunigt die systemische Verteilung im Gras und optimiert den Bekämpfungserfolg.
Kannst du Traxos auch bei Nachtfrost anwenden?
Du solltest Traxos nicht anwenden, wenn unmittelbar nach der Spritzung starker Nachtfrost droht oder die Kulturen durch anhaltende Kälte gestresst sind. Frost hemmt den Stoffwechsel der Pflanzen, was einerseits die Wirkstoffaufnahme der Ungräser verschlechtert und andererseits den Abbau des Herbizids in der Kultur über den Safener verlangsamt, was zu vorübergehenden Verträglichkeitsproblemen führen kann.
Wie verhält sich Traxos bei Regen kurz nach der Anwendung?
Traxos ist dank seiner modernen Formulierung bereits nach etwa ein bis zwei Stunden regenfest. Wenn es nach diesem Zeitraum regnet, wird die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt, da die Wirkstoffe bis dahin vollständig in das Blattgewebe der Schaderreger eingedrungen sind. Bei drohendem Starkregen unmittelbar nach der Applikation solltest du die Behandlung jedoch verschieben.
Was musst du beachten, wenn du zweikeimblättrige Unkräuter gleichzeitig bekämpfen willst?
Wenn du neben Ungräsern auch zweikeimblättrige Unkräuter bekämpfen möchtest, ist eine Tankmischung mit einem entsprechenden Partnerherbizid möglich. Beachte jedoch, dass manche Wuchsstoff-Herbizide oder Sulfonylharnstoffe einen Antagonismus hervorrufen können, der die Wirkung gegen Acker-Fuchsschwanz mindert. In solchen Fällen empfiehlt sich eine Splitting-Anwendung oder die Einhaltung eines zeitlichen Abstands von einigen Tagen zwischen den Behandlungen.
Wie erkennst du, ob die Wirkung von Traxos auf die Ungräser einsetzt?
Erste sichtbare Symptome zeigen sich meist nach 7 bis 14 Tagen, abhängig von der Witterung. Das Wachstum der Ungräser stoppt fast sofort nach der Anwendung. Danach verfärben sich die jüngsten Herzblätter im Vegetationskegel gelblich bis rötlich und lassen sich leicht aus der Blattscheide herausziehen. Schließlich vertrocknet die gesamte Pflanze und stirbt vollständig ab.
Darf Traxos in allen Getreidearten eingesetzt werden?
Nein, Traxos ist streng selektiv für die in der Zulassung genannten Kulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen und Wintertriticale. Du darfst das Pflanzenschutzmittel keinesfalls in Hafer oder Gerste anwenden, da diese Kulturen keine ausreichende Toleranz gegenüber den Wirkstoffen aufweisen und schwere Schäden bis hin zum Totalausfall der Kultur die Folge wären.