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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

TRIBE 75 WG

BVL Zul.-Nr. 008573-00

TRIBE 75 WG ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur professionellen Bekämpfung von Unkräutern im Getreidebau. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine präzise Dosierbarkeit und hervorragende Handhabung aus. Es ist in Deutschland für den Einsatz in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Sommergerste zugelassen.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich auf einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, wobei das Produkt eine herausragende Leistung gegen schwer bekämpfbare Schaderreger wie das Kletten-Labkraut und verschiedene Ehrenpreis-Arten zeigt. Durch die gezielte Formulierung wird eine schnelle Wirkstoffaufnahme über das Blattwerk der unerwünschten Begleitflora gewährleistet, was die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe im kritischen Frühjahrsabschnitt minimiert.

Als moderner Baustein im integrierten Pflanzenschutz ermöglicht TRIBE 75 WG dank seiner niedrigen Aufwandmenge pro Hektar eine umweltschonende und zugleich hochgradig wirtschaftliche Unkrautregulierung, die sich flexibel in bestehende Spritzfolgen integrieren lässt.

Wirkstoffe

Tribenuron
750 g/kg

Wirkungsweise

Der in TRIBE 75 WG enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in der Pflanze unverzichtbar. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln aufgenommen und systemisch in die meristematischen Gewebe der Schaderreger transportiert. Bereits wenige Stunden nach der Behandlung kommt die Zellteilung und somit das Wachstum der sensitiven Unkräuter vollständig zum Stillstand. Die typischen Symptome wie Chlorosen im Vegetationskegel, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Unkräuter, zeigen sich je nach Witterung innerhalb von ein bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen vorzubeugen, muss TRIBE 75 WG im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Tribenuron als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2) ein erhöhtes Risiko für Resistenzentwicklungen aufweist, sollte die Anwendung stets mit pflanzenbaulichen Maßnahmen wie einer vielseitigen Fruchtfolge und mechanischer Bodenbearbeitung kombiniert werden. In Regionen mit bekannten Resistenzen von Kletten-Labkraut oder anderen zweikeimblättrigen Unkräutern gegen ALS-Hemmer ist der Einsatz von Tankmischungspartnern oder nachfolgenden Behandlungen mit Wirkstoffen aus anderen HRAC-Klassen (z. B. synthetische Auxine, HRAC-Gruppe 4) zwingend erforderlich.

Mischbarkeit & Tankmischung

TRIBE 75 WG weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) auf. Zur Absicherung der Wirkung – insbesondere unter trockenen Bedingungen oder bei fortgeschrittenen Wachstumsstadien der Unkräuter – wird die Zugabe eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels (Adjuvant) dringend empfohlen. Beim Ansetzen der Spritzbrühe ist darauf zu achten, dass das Granulat vollständig im Tank gelöst ist, bevor weitere Mischungspartner oder Dünger hinzugefügt werden. Die fertige Spritzbrühe sollte umgehend ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von TRIBE 75 WG sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Auflagen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzhandschuhen und Schutzkleidung bei der Handhabung des Konzentrats. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen (Abdrifteleminierung) zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Produkt ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von TRIBE 75 WG im Frühjahr?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Anwendung im frühen Frühjahr bei Vegetationsbeginn erfolgt. Die Zielunkräuter sollten sich im aktiven Wachstum und idealerweise im Keimblatt- bis 4-Blatt-Stadium befinden. Kletten-Labkraut wird am effektivsten bekämpft, solange es noch klein und wüchsig ist.

Wie beeinflusst die Witterung die herbizide Wirkung von TRIBE 75 WG?

Milde Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit fördern den Stoffwechsel der Unkräuter und damit die Aufnahme sowie den Transport des Wirkstoffs in der Pflanze. Bei extremer Trockenheit, Frost oder langanhaltend niedrigen Temperaturen unter 5 °C ist die Wirkung verzögert, da die Unkräuter kein aktives Wachstum zeigen.

Ist die Zugabe eines Netzmittels (Adjuvant) bei der Spritzung erforderlich?

Ja, die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels wird dringend empfohlen. Da Tribenuron primär über das Blatt aufgenommen wird, verbessert ein Adjuvant die Benetzung der Blattoberfläche erheblich – besonders bei Unkräutern mit starker Wachsschicht wie den Ehrenpreis-Arten oder unter trockenen Witterungsbedingungen.

Kann TRIBE 75 WG zusammen mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausgebracht werden?

Eine Mischung mit AHL ist möglich, erfordert jedoch Vorsicht. Die Kulturpflanzen müssen eine stabile Wachsschicht aufweisen und trocken sein. Um Kulturverträglichkeitsprobleme zu vermeiden, sollte die Mischung nicht bei starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr appliziert werden. Das WG-Granulat muss vor der AHL-Zugabe vollständig im Wasser gelöst sein.

Welche Einschränkungen gibt es beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz?

Der Wirkstoff Tribenuron wird im Boden durch Hydrolyse und mikrobiellen Abbau relativ rasch abgebaut. Nach einer regulären Ernte im Herbst können alle üblichen Folgekulturen ohne Einschränkungen angebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur ist vor dem Nachbau empfindlicher zweikeimblättriger Kulturen eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam.

Woran erkenne ich, dass TRIBE 75 WG wirkt, wenn die Unkräuter noch grün sind?

Ein unmittelbares Symptom nach der Applikation ist der sofortige Wachstumsstopp der Unkräuter, wodurch sie aufhören, mit der Kultur um Ressourcen zu konkurrieren. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen (Chlorosen) im Herzbereich der Pflanzen treten meist nach 3 bis 10 Tagen auf, gefolgt von Welke und vollständiger Nekrose.