TRIBE 75 WG
TRIBE 75 WG ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Winterweichweizen, Wintergerste und Sommergerste. Formuliert als modernes, wasserdispergierbares Granulat (WG), lässt sich das Produkt staubfrei dosieren und löst sich schnell und rückstandsfrei im Spritztank auf. Es stellt ein wichtiges Fundament für die Unkrautbekämpfung im Frühjahr dar.
Das Wirkungsspektrum erfasst treffsicher wirtschaftlich bedeutende Schaderreger im Getreidebau, darunter das ertragsmindernde Kletten-Labkraut sowie verschiedene Ehrenpreis-Arten. Dank der extrem niedrigen Aufwandmenge von nur 20 g/ha profitierst du von einer minimalen Umweltbelastung bei gleichzeitig maximaler biologischer Leistung auf dem Feld.
Als bewährte Lösung im Getreideanbau sichert TRIBE 75 WG die Ertragsbildung, indem es die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig ausschaltet. Seine hervorragende Kulturverträglichkeit in den zugelassenen Getreidearten macht es zu einem flexiblen und verlässlichen Partner in deiner Pflanzenschutzstrategie.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in TRIBE 75 WG enthaltene Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2, ehemals Gruppe B). Er wirkt als selektiver Hemmstoff des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist im pflanzlichen Stoffwechsel für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin verantwortlich. Nach der Aufnahme über das Blattwerk und in geringem Maße über die Wurzeln wird der Wirkstoff rasch in den Leitbahnen der Schaderreger transportiert. Die Blockade der ALS führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Unkräuter in den Meristemen. Sichtbare Symptome wie Gelbfärbungen (Chlorosen), gefolgt von Gewebsuntergang (Nekrosen) an den Vegetationspunkten, zeigen sich je nach Witterung nach ein bis drei Wochen, bis die Unkräuter schließlich vollständig absterben.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, darf TRIBE 75 WG nicht einseitig über Jahre hinweg auf derselben Fläche angewendet werden. Integriere stets pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und wechsle den Wirkmechanismus durch den gezielten Einsatz von Herbiziden mit anderen HRAC-Klassifizierungen ab. Die Kombination mit Partnern, die über einen alternativen Pfad wirken, schützt die Wirksamkeit der ALS-Hemmer langfristig.
Mischbarkeit & Tankmischung
TRIBE 75 WG zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern (wie AHL) aus. Beim Ansetzen der Spritzbrühe ist darauf zu achten, das wasserdispergierbare Granulat (WG) als erste Komponente im fast vollständig gefüllten Tank unter ständigem Rühren restlos aufzulösen, bevor weitere Mischungspartner hinzugefügt werden. Vermeide Mischungen mit phosphororganischen Insektiziden, um phytotoxische Reaktionen an der Kultur zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Dosierung und Ausbringung) zu tragen. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielpflanzen sind die lokalen Abdriftminderungsauflagen und Abstandsregelungen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden, insbesondere wenn blühende Unkräuter im Bestand vorhanden sind.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Kletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten | — | 0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Kletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten | — | 0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Kletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Ehrenpreis-Arten | — | 0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für deine Behandlung mit TRIBE 75 WG?
Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im zeitigen Frühjahr, sobald die Unkräuter zu wachsen beginnen und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium). Warme, feuchte Witterung beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und sorgt für einen schnellen Bekämpfungserfolg.
Kannst du TRIBE 75 WG auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?
Ja, die Anwendung ist bereits ab ca. 5 °C möglich, sofern die Unkräuter aktiv wachsen und kein Frost droht. Beachte jedoch, dass die sichtbare Wirkung bei kühler Witterung aufgrund des verlangsamten Pflanzenstoffwechsels verzögert eintreten kann.
Warum wird die Zugabe eines Netzmittels (Additivs) empfohlen?
Ein zugelassenes Netzmittel verbessert die Benetzung der Blattoberfläche, insbesondere bei Unkräutern mit einer dicken Wachsschicht oder starker Behaarung. Dadurch dringt der Wirkstoff Tribenuron schneller in das Blattgewebe ein, was die Regenfestigkeit und die Gesamtwirkung absichert.
Welche Einschränkungen gibt es für nachfolgende Kulturen in der Fruchtfolge?
Nach dem regulären Einsatz von TRIBE 75 WG im Getreide und einer normalen Ernte kannst du im Herbst alle üblichen Kulturen wie Winterraps oder Wintergetreide ohne Einschränkungen anbauen. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur solltest du vor der Neuansaat eine tiefe Bodenbearbeitung durchführen.
Wie verhältst du dich am besten, um Resistenzen bei Kletten-Labkraut vorzubeugen?
Da Tribenuron ein ALS-Hemmer ist, besteht ein inhärentes Risiko für Resistenzselektion. Du solltest TRIBE 75 WG daher stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. synthetischen Auxinen) einsetzen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt einhalten.
Wie schnell ist das Pflanzenschutzmittel nach der Spritzung regenfest?
TRIBE 75 WG ist in der Regel bereits etwa zwei Stunden nach der Anwendung regenfest. Niederschläge, die nach diesem Zeitraum fallen, beeinträchtigen die herbizide Wirkung nicht mehr, da der Wirkstoff dann bereits vollständig in die Unkräuter eingedrungen ist.