TRIBE 75 WG
TRIBE 75 WG ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Sommergerste. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine präzise Dosierbarkeit, hervorragende Löslichkeit und eine einfache Handhabung in der landwirtschaftlichen Praxis aus. Es ist ein bewährter Baustein im modernen Ackerbau, um die Konkurrenz durch unerwünschte Beikräuter frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial der Kulturen abzusichern.
Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender breitblättriger Unkräuter im Getreide. Da das Mittel vor allem über die Blätter aufgenommen wird, entfaltet es seine optimale Wirkung bei aktiver Unkrautvegetation im Frühjahr. Durch die niedrige Aufwandmenge pro Hektar ist TRIBE 75 WG zudem äußerst transport- und lagereffizient.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Tribenuron gehört zur chemischen Gruppe der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Er wirkt als selektiver, systemischer Herbizid-Wirkstoff, der nach der Aufnahme über das Blattwerk rasch in der Pflanze transportiert wird. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Durch die Blockade der ALS-Synthese wird die Zellteilung in den Meristemen der empfindlichen Unkräuter sofort gestoppt. Obwohl das Absterben der Schaderreger je nach Witterung erst nach einigen Wochen vollständig abgeschlossen ist, stellen die Unkräuter unmittelbar nach der Anwendung ihre Konkurrenz um Wasser, Licht und Nährstoffe ein. Typische Symptome sind ein rascher Wachstumsstillstand, Chlorosen an den Vegetationspunkten und anschließende Nekrosen.
Resistenzmanagement
Um einer Selektion resistenter Biotypen von Unkräutern (insbesondere bei weit verbreiteten Arten wie der Vogelmiere oder verschiedenen Kamille-Arten) vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ALS-Inhibitoren auf derselben Fläche. Es wird empfohlen, TRIBE 75 WG in Spritzfolgen oder als Tankmischung mit Herbiziden zu kombinieren, die über einen anderen Wirkungsmechanismus verfügen (z. B. synthetische Auxine aus der HRAC-Gruppe 4). Zudem unterstützen ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Unkrautbekämpfung den langfristigen Erhalt der Wirkstoffleistung.
Mischbarkeit & Tankmischung
TRIBE 75 WG ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Blattdüngern mischbar. Zur Verbesserung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme – insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen wie Trockenheit oder einer ausgeprägten Wachsschicht der Unkräuter – kann die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels oder Additivs sinnvoll sein. Achte darauf, die Spritze vor dem Ansetzen der Mischung gründlich zu reinigen und das Granulat als erste Komponente im wassergefüllten Tank vollständig aufzulösen, bevor du weitere Partner hinzufügst. Vermeide Mischungen mit Gräserherbiziden bei extremen Temperaturschwankungen, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit TRIBE 75 WG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdatensatz angegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug durch. Achte zudem darauf, Abdriften auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik strikt zu minimieren, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–33 | 0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–33 | 0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–33 | 0.02 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von TRIBE 75 WG im Frühjahr?
Der beste Behandlungszeitraum liegt zwischen den BBCH-Stadien 12 (2-Blatt-Stadium) und 33 (3-Knoten-Stadium) der Getreidekulturen. Achte darauf, dass die Unkräuter bereits aufgelaufen sind und sich in einer aktiven Wachstumsphase befinden, da der Wirkstoff hauptsächlich über das Blatt aufgenommen wird. Milde, wüchsige Temperaturen begünstigen die schnelle Aufnahme und Wirkung.
Kann ich TRIBE 75 WG auch bei niedrigen Temperaturen spritzen?
Ja, die Anwendung ist bereits ab ca. 5 bis 8 °C möglich, sofern die Pflanzen aktiv wachsen. Bei sehr kalten Temperaturen oder Nachtfrösten verzögert sich jedoch der sichtbare Wirkungseintritt, da der Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamt ist. Vermeide Behandlungen unmittelbar vor Frostperioden, um Stress für deine Kultur zu minimieren.
Warum sehe ich nach der Spritzung keine sofortige Wirkung an den Unkräutern?
Tribenuron stoppt das Wachstum der Unkräuter zwar innerhalb weniger Stunden nach der Aufnahme, der sichtbare Absterbeprozess (Chlorosen und Nekrosen) zieht sich jedoch über mehrere Wochen hin. Das ist typisch für ALS-Hemmer. Die Unkräuter stellen sofort die Konkurrenz zur Kultur ein, sodass dein Getreide ungestört weiterwachsen kann.
Welche Rolle spielen Additive (Netzmittel) bei der Ausbringung von TRIBE 75 WG?
Da TRIBE 75 WG ein reines Blattverfahren ist, verbessert ein zugesetztes Netzmittel die Benetzung der Unkrautblätter, insbesondere bei Arten mit stark behaarten oder wachsartigen Oberflächen (wie dem Weißen Gänsefuß). Unter trockenen Bedingungen sichert ein Additiv die Wirkstoffaufnahme und optimiert so deinen Bekämpfungserfolg.
Wie verhindere ich Resistenzen bei der Bekämpfung von Vogelmiere und Kamille?
Da diese Unkrautarten ein erhöhtes Risiko für ALS-Resistenzen aufweisen, solltest du TRIBE 75 WG stets im Wechsel oder in Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HRAC-Gruppe 4 / Wuchsstoffe) einsetzen. Verlasse dich nicht ausschließlich auf Sulfonylharnstoffe in deiner Fruchtfolge.
Was muss ich bei der Reinigung der Feldspritze nach dem Einsatz beachten?
Da Sulfonylharnstoffe bereits in geringsten Spuren Schäden an nachfolgenden empfindlichen Kulturen (wie Raps oder Rüben) verursachen können, ist eine extrem gründliche, mehrstufige Reinigung der Spritze zwingend erforderlich. Spüle das System inklusive aller Filter und Düsen sorgfältig mit einem speziellen Spritzenreiniger aus, um Schäden an deinen Folgekulturen zu vermeiden.