Alle Mittel
OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

TRIBE 75 WG

BVL Zul.-Nr. 028573-00

TRIBE 75 WG ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Sommergerste. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine präzise Dosierbarkeit, hervorragende Löslichkeit und eine staubfreie Handhabung aus. Es hat sich als verlässlicher Baustein in der Unkrautbekämpfung im Frühjahr etabliert.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutender breitblättriger Unkräuter, die im Getreidebau mit den Kulturen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Durch die frühe Ausschaltung dieser Konkurrenz sichert TRIBE 75 WG das Ertragspotenzial der Kulturen ab. Die Anwendung erfolgt flexibel im Nachauflauf vom Zwei-Blatt-Stadium bis zum Erscheinen des ersten Knotens (BBCH 12–33).

Wirkstoffe

Tribenuron
750 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Tribenuron (750 g/kg) gehört zur chemischen Klasse der Sulfonylharnstoffe und ist im HRAC-System in die Gruppe 2 (ehemals Klasse B) eingestuft. Tribenuron wirkt als systemisches Herbizid, das hauptsächlich über die Blätter und in geringerem Maße über die Wurzeln der Schaderreger aufgenommen wird. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff rasch in der Kultur und den Unkräutern transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben an. Auf biochemischer Ebene blockiert Tribenuron das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Biosynthese der essenziellen verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin unerlässlich ist. Infolgedessen kommt die Zellteilung in den Wachstumszonen der Unkräuter innerhalb weniger Stunden nach der Behandlung zum Stillstand. Sichtbare Symptome wie Chlorosen, Nekrosen und das Absterben der Unkräuter zeigen sich je nach Witterung nach ein bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Da Tribenuron als ALS-Inhibitor (HRAC-Gruppe 2) ein hohes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Um der Selektion resistenter Biotypen (z. B. bei Vogelmiere oder Kamille) vorzubeugen, sollte TRIBE 75 WG stets im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen HRAC-Wirkstoffklassen (wie z. B. synthetischen Auxinen oder Wuchsstoffen) eingesetzt werden. Zudem empfiehlt sich die Integration mechanischer Maßnahmen und eine weite Fruchtfolge.

Mischbarkeit & Tankmischung

TRIBE 75 WG ist im Allgemeinen gut mit gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Stickstoffdüngern mischbar. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder ausgeprägten Wachsschichten der Unkräuter, wird der Zusatz eines zugelassenen nicht-ionischen Netzmittels empfohlen. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, und die Mischungspartner sollten nacheinander im vollständig gefüllten Spritztank aufgelöst werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit TRIBE 75 WG ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag in blühende Bestände vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–330.02 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–330.02 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–330.02 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von TRIBE 75 WG im Frühjahr?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter klein sind (Keimblatt- bis 4-Blatt-Stadium) und sich im aktiven Wachstum befinden. Die Kultur selbst muss sich im BBCH-Bereich von 12 bis 33 befinden. Warme, wüchsige Witterung beschleunigt die Wirkstoffaufnahme und den sichtbaren Bekämpfungserfolg.

Kann TRIBE 75 WG auch bei niedrigen Temperaturen eingesetzt werden?

Ja, der Wirkstoff Tribenuron ist bereits ab Temperaturen von ca. 5 bis 8 °C wirksam, solange die Unkräuter physiologisch aktiv sind und kein starker Nachtfrost droht. Bei kühler Witterung verzögert sich lediglich der Eintritt der sichtbaren Absterbesymptome, die finale Wirkung wird jedoch nicht beeinträchtigt.

Welche Rolle spielen Netzmittel (Adjuvantien) bei der Ausbringung von TRIBE 75 WG?

Da Tribenuron vorwiegend über das Blatt aufgenommen wird, verbessert der Zusatz eines Netzmittels die Benetzung der oft wachsartigen Unkrautblätter erheblich. Dies sichert eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung und optimiert die biologische Leistung, besonders bei trockener Witterung oder fortgeschrittenem Unkrautwachstum.

Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Kulturen nach dem Einsatz von TRIBE 75 WG?

Aufgrund des raschen Abbaus von Tribenuron im Boden bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblicher Bodenbearbeitung keine Einschränkungen für die nachfolgenden Kulturen im Rahmen der Fruchtfolge. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur sollte vor der Neuansaat eine tiefere Bodenbearbeitung (Pflügen) durchgeführt werden.

Wie verhält sich TRIBE 75 WG bei Regen kurz nach der Spritzung?

TRIBE 75 WG benötigt eine regenfreie Zeit von etwa 2 bis 3 Stunden nach der Applikation, damit der Wirkstoff vollständig von den Blättern der Unkräuter aufgenommen werden kann. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die Herbizidwirkung in der Regel nicht mehr.

Wie kann ich im Online-Portal gezielt nach weiteren zugelassenen Herbiziden für meine Getreidekulturen suchen?

Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer agronomy.farmable.tech-Datenbank. Sie können gezielt nach der Kultur (z. B. Winterweichweizen), dem Schaderreger (z. B. zweikeimblättrige Unkräuter) und der gewünschten Wirkstoffklasse filtern, um passende Alternativen für ein effektives Resistenzmanagement zu finden.