Univoq
Univoq ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid von Corteva Agriscience, das speziell für den Schutz von Getreidekulturen wie Weizen, Triticale und Roggen entwickelt wurde. Es kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe in einer innovativen Formulierungstechnologie (i-Q4), die für eine hervorragende Haftung, schnelle Aufnahme und langanhaltende Verteilung auf der Blattoberfläche sorgt. Das Pflanzenschutzmittel hat sich als ein Eckpfeiler im modernen Krankheitsmanagement etabliert, insbesondere zur Bekämpfung ertragsrelevanter Pilzkrankheiten.
Das Wirkungsspektrum deckt die bedeutendsten Schaderreger im Getreidebau ab. Dazu gehören die wirtschaftlich verheerende Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braun- und Gelbrost, Echter Mehltau sowie DTR-Blattdürre und Fusarium-Arten. Durch seine kurativen und protektiven Eigenschaften bietet Univoq Flexibilität bei der Terminierung und sichert das Ertragspotenzial der Kulturen auch unter hohem Infektionsdruck.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Univoq basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Komponenten. Der innovative Wirkstoff Fenpicoxamid (zugehörig zur FRAC-Gruppe 21) ist ein sogenannter Qi-Inhibitor (Quinone Inside Inhibitor). Er greift gezielt in die Zellatmung der Schadpilze ein, indem er die Elektronenübertragung im Cytochrom-bc1-Komplex an der Qi-Stelle blockiert. Dies führt zu einem schnellen Stopp der Energieproduktion (ATP-Synthese) und verhindert das Keimen sowie das weitere Wachstum der Pilzsporen. Ergänzt wird dieser Mechanismus durch Prothioconazol, einen bewährten Vertreter der Triazole (FRAC-Gruppe 3, DMI-Fungizide). Prothioconazol hemmt die Demethylierung bei der Sterol-Biosynthese (speziell die C14-Demethylase) in den Zellmembranen der Pilze. Ohne Ergosterol verlieren die Zellmembranen ihre Struktur und Funktion, was zum Absterben des Schaderregers führt. Diese Kombination aus zwei unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten sorgt für eine synergistische Wirkung und eine exzellente Dauerwirkung.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels zu sichern, ist ein konsequentes Antiresistenzmanagement unerlässlich. Da Univoq mit Fenpicoxamid eine Wirkstoffklasse enthält, die eine spezifische Zielstruktur im Pilz attackiert, sollte das Mittel pro Saison maximal einmal eingesetzt werden. Kombiniere oder wechsle Univoq im Spritzprogramm stets mit Fungiziden aus anderen FRAC-Gruppen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder klassischen Multisite-Inhibitoren), um den Selektionsdruck auf die Schaderreger-Populationen, insbesondere bei Septoria tritici, zu minimieren. Halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und vermeide reduzierte Dosierungen, die eine Resistenzbildung begünstigen könnten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Univoq zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Aufgrund der speziellen i-Q4-Formulierungstechnologie ist der Zusatz von separaten Netzmitteln oder Adjuvantien in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist. Bei Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme pH-Werte des Spritzwassers, um die Stabilität der Wirkstoffe nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Univoq steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Anwendung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robuster Nitrilhandschuhe und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen direkte Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 41–69 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 41–69 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 41–69 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 41–69 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 41–69 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 41–69 | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Univoq im Weizen?
Der beste Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 41 bis 61 (vom Erscheinen des Fahnenblatts bis zum Beginn der Blüte). Eine Behandlung in diesem Fenster schützt die oberen, ertragsentscheidenden Blätter vor Septoria-Blattdürre und Rostpilzen und sichert so die Assimilatbildung während der Kornfüllungsphase.
Warum ist die i-Q4-Formulierung von Univoq so besonders für die Praxis?
Diese patentierte Formulierung sorgt dafür, dass sich die Spritzbrühe extrem gleichmäßig auf dem Blatt verteilt und selbst auf schwierigen, wachshaltigen Blattoberflächen optimal haftet. Sie ermöglicht eine schnelle Regenfestigkeit und sorgt dafür, dass die Wirkstoffe gleichmäßig in das Blattgewebe eindringen und dort ein Depot bilden.
Kann ich Univoq auch bei kühleren Temperaturen im Frühjahr einsetzen?
Ja, Univoq zeigt bereits bei mäßigen Frühjahrstemperaturen eine gute Anfangswirkung. Für eine optimale systemische Verteilung des enthaltenen Prothioconazols sind jedoch Temperaturen ab etwa 8 bis 10 °C und eine aktive Metbolisierung der Kultur vorteilhaft. Vermeide Anwendungen bei Frost oder extremen Temperaturschwankungen.
Wie integriere ich Univoq am besten in ein Antiresistenz-Spritzprogramm?
Da Univoq mit Fenpicoxamid einen Wirkstoff aus einer neueren chemischen Klasse enthält, eignet es sich hervorragend als Baustein, um bestehende Resistenzen gegen SDHIs oder Strobilurine zu brechen. Setze Univoq idealerweise als Hauptereignis (z. B. zur T2-Behandlung) ein und nutze für frühere (T1) oder spätere (T3) Behandlungen Wirkstoffe mit anderen Wirkmechanismen.
Welche Wassermengen werden für die Ausbringung von Univoq empfohlen?
Für eine lückenlose Benetzung des Getreidebestandes wird eine Wassermenge von 150 bis 300 Litern pro Hektar empfohlen. Bei dichten Beständen oder fortgeschrittenen BBCH-Stadien solltest du die Wassermenge im oberen Bereich wählen, um auch die unteren Blattetagen ausreichend zu erfassen.
Wie verhalte ich mich bei der Reinigung der Spritze nach der Anwendung von Univoq?
Aufgrund der hervorragenden Hafteigenschaften der Formulierung solltest du die Feldspritze unmittelbar nach der Anwendung gründlich reinigen. Spüle den Tank, die Leitungen und die Düsen mehrfach mit klarem Wasser und einem geeigneten Spritzenreiniger durch, um Ablagerungen zu verhindern und Folgeschäden in anderen Kulturen auszuschließen.