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Valdor Flex

BVL Zul.-Nr. 007201-00

Valdor Flex ist ein hochwirksames, granuliertes Herbizid (wasserdispergierbares Granulat, WG) zur langanhaltenden Kontrolle von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern auf Nichtkulturland, Gleisanlagen sowie Wegen und Plätzen mit Holzgewächsen. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl eine schnelle Kontakthemmung als auch eine ausgeprägte Bodenwirkung, die das Auflaufen neuer Schaderreger über Monate hinweg zuverlässig unterbindet.

In der Praxis hat sich Valdor Flex als Standardlösung für das Vegetationsmanagement im kommunalen und industriellen Bereich etabliert. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Dauerwirkung aus, wodurch die Anzahl der mechanischen oder thermischen Folgebehandlungen auf den behandelten Flächen signifikant reduziert werden kann. Das Wirkungsspektrum erfasst wichtige Leitunkräuter sowie Einjähriges Rispengras im frühen Stadium.

Wirkstoffe

Diflufenican
360 g/kg · Wirkstoff
Iodosulfuron
10 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Effizienz von Valdor Flex basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Komponenten. Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (F3) und blockiert die Phytoen-Desaturase, was die Biosynthese von Carotinoiden stört. Dies führt zu einer Zerstörung des Chlorophylls unter Lichteinfluss, sichtbar an charakteristischen Aufhellungen (Bleaching) der betroffenen Schaderreger. Diflufenican verbleibt primär in den oberen Bodenschichten und bildet dort einen stabilen Herbizidfilm, der keimende Unkräuter beim Durchstoßen der Oberfläche erfasst. Iodosulfuron-methyl-sodium ergänzt dieses Spektrum als Sulfonylharnstoff aus der HRAC-Gruppe 2 (B). Es hemmt das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS), welches für die Synthese essenzieller Aminosäuren unerlässlich ist. Der Wirkstoff wird sowohl über das Blatt als auch über die Wurzel aufgenommen und systemisch in der Pflanze verteilt, was zu einem raschen Wachstumsstopp führt.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei ALS-Hemmern (HRAC-Gruppe 2) – vorzubeugen, sollte Valdor Flex stets in ein integriertes Vegetationsmanagement eingebunden werden. Der enthaltene Wirkstoffpartner Diflufenican (HRAC-Gruppe 12) leistet hierzu durch seinen alternativen Wirkungsmechanismus einen entscheidenden Beitrag. Dennoch empfiehlt es sich, die Anwendungen auf den Zielflächen mit mechanischen Maßnahmen oder Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen abzuwechseln und die Entstehung von Monokulturen resistenter Schaderreger konsequent zu überwachen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Valdor Flex lässt sich für eine breitere Sofortwirkung bei bereits etabliertem Unkrautbewuchs hervorragend mit zugelassenen Kontaktherbiziden kombinieren. Bei der Herstellung der Spritzbrühe ist auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise pH-neutral bis leicht sauer) und eine kontinuierliche Rührung zu achten. Das Granulat sollte vollständig im Tank gelöst sein, bevor weitere Mischungspartner oder gegebenenfalls empfohlene Netzmittel hinzugefügt werden. Die Anwendung sollte vorzugsweise im zeitigen Frühjahr auf feuchten, aber unkrautfreien oder frisch abgeräumten Böden erfolgen, um die Ausbildung des Herbizidfilms optimal zu unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, zu tragen. Da Diflufenican eine hohe Stabilität im Boden aufweist und Iodosulfuron hochwirksam gegen terrestrische und aquatische Pflanzen ist, müssen strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und angrenzenden Biotopen eingehalten werden, um einen Eintrag durch Abdrift oder Abschwemmung zu verhindern. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GleisanlagenZweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
Nichtkulturland ohne HolzgewächseZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Valdor Flex auf Wegen und Plätzen?

Die Behandlung sollte idealerweise im zeitigen Frühjahr vor dem Auflaufen der Unkräuter oder im sehr frühen Keimblattstadium erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Boden meist ausreichend feucht, was die Ausbildung des für die Dauerwirkung notwendigen Herbizidfilms an der Bodenoberfläche begünstigt.

Kann Valdor Flex auch auf gepflasterten Flächen mit starkem Unkrautbewuchs eingesetzt werden?

Valdor Flex ist primär ein Bodenherbizid mit langanhaltender Depotwirkung. Bei bereits stark entwickeltem Unkrautbewuchs empfiehlt sich eine vorherige mechanische oder thermische Beseitigung der Pflanzen oder eine Tankmischung mit einem zugelassenen Kontaktherbizid, da die reine Blattwirkung von Valdor Flex bei älteren Unkräutern nicht ausreicht.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit des Herbizids?

Eine mäßige Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Applikation ist entscheidend, damit sich die Wirkstoffe gleichmäßig in der obersten Bodenschicht verteilen können. Bei extremer Trockenheit kann die Barrierewirkung von Diflufenican beeinträchtigt werden, während langanhaltende Starkregenfälle direkt nach der Anwendung das Risiko einer Auswaschung erhöhen.

Wie wird das Risiko von Abschwemmungen auf befestigten Flächen minimiert?

Um Abschwemmungen in die Kanalisation oder Oberflächengewässer zu verhindern, darf das Pflanzenschutzmittel nur auf Flächen ausgebracht werden, bei denen ein direkter Abfluss ausgeschlossen ist. Zudem sollte die Anwendung nicht auf gefrorenen Böden oder bei unmittelbar bevorstehenden Starkregenereignissen durchgeführt werden.

Warum ist die Einhaltung der maximalen Aufwandmenge von 0,5 kg/ha so wichtig?

Die strikte Einhaltung der registrierten Aufwandmenge von 0,5 kg/ha sichert die optimale Balance zwischen langanhaltendem Schutz und dem Schutz der Umwelt. Eine Überdosierung erhöht das Risiko von Wirkstoffverlagerungen in tiefere Bodenschichten, während eine Unterdosierung die Dauerwirkung verkürzt und die Entstehung von Resistenzen begünstigt.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für das Vegetationsmanagement auf Gleisanlagen?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Datenbank und wählen Sie die Kultur 'Gleisanlagen' (EPPO-Code: YGLES) sowie die gewünschte Schaderregergruppe aus. Das System listet Ihnen daraufhin alle aktuell in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive ihrer spezifischen Anwendungsbestimmungen auf.