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OTHER · Certis Belchim B.V.

Vegas Plus

BVL Zul.-Nr. 00A614-00

Vegas Plus von Certis Belchim ist ein hochwirksames, spezialisiertes Fungizid zur Bekämpfung des Echten Mehltaus in wichtigen Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Triticale. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um sowohl einen schnellen Stopp-Effekt bei akutem Befall als auch einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen zu gewährleisten.

Die Kombination aus Cyflufenamid und Spiroxamin macht Vegas Plus zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Pflanzenschutz. Während Spiroxamin für eine schnelle Initialwirkung sorgt, bietet Cyflufenamid eine hervorragende Dauerwirkung und schützt auch den Neuzuwachs der Kultur zuverlässig. Das breite Anwendungsfenster im Frühjahr ermöglicht eine flexible Integration in bestehende Pflanzenschutzstrategien.

Durch die ausgeprägte Gasphase (Dampfphase) der Wirkstoffe werden auch schwer zugängliche Pflanzenteile im dichten Getreidebestand optimal erfasst. Dies sichert eine lückenlose Benetzung und beugt einer latenten Ausbreitung des Schaderregers im Unterbestand effektiv vor.

Wirkstoffe

Cyflufenamid
12.5 g/L · Wirkstoff
Spiroxamine
312.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Vegas Plus basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner aktiven Komponenten. Spiroxamin gehört zur chemischen Klasse der Spiroketalamine (FRAC-Gruppe 5, SBI Klasse II) und greift an zwei verschiedenen Stellen in die Biosynthese von Ergosterol in den Zellmembranen des Pilzes ein. Dies führt zu einer schnellen Zerstörung der Zellstrukturen des Schaderregers und stoppt die Infektion unmittelbar nach der Behandlung. Ergänzt wird dies durch Cyflufenamid, das einer eigenständigen chemischen Gruppe (Amidoxime, FRAC-Gruppe U06) angehört. Sein genauer biochemischer Wirkungsmechanismus stört vor allem die Haustorienbildung und das Myzelwachstum des Mehltaupilzes massiv. Durch diese Kombination zweier unterschiedlicher Wirkorte wird die Sporenkeimung gehemmt und eine Ausbreitung des Pathogens nachhaltig unterbunden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen beim Echten Mehltau (Erysiphe graminis) wirksam vorzubeugen, nutzt Vegas Plus die Kombination zweier unterschiedlicher FRAC-Klassen (Gruppe 5 und U06). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass die maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison strikt eingehalten und Vegas Plus im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Triazolen oder Carboxamiden) in die Spritzfolge integriert werden sollte.

Mischbarkeit & Tankmischung

Vegas Plus zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus, die im entsprechenden BBCH-Stadium der Kulturen eingesetzt werden. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Komponenten nacheinander im gut gefüllten Spritztank aufgelöst werden, wobei Vegas Plus idealerweise als eine der ersten Komponenten hinzugegeben wird. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Haftung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Vegas Plus ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Produkt ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nützlingen und zur Vermeidung von Abdrift nicht in blühende Bestände oder bei starkem Wind ausgebracht werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–290.48 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–550.8 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–290.48 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–490.8 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–290.48 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–490.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Vegas Plus gegen Echten Mehltau?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt bei den ersten sichtbaren Befallssymptomen (weiße, mehlige Pusteln auf den Blättern) im BBCH-Bereich 25 bis 55. Ein frühzeitiger Einsatz sichert die beste kurative Wirkung und verhindert, dass sich der Schaderreger in den ertragsrelevanten oberen Blattetagen festsetzt.

Wie wirkt sich die Dampfphase von Vegas Plus auf den Bekämpfungserfolg aus?

Die Wirkstoffe, insbesondere Cyflufenamid, besitzen eine hohe Dampfaktivität (Gasphase). Nach der Applikation verteilen sich die Wirkstoffmoleküle über die Gasphase im gesamten Pflanzenbestand. Dadurch werden auch Blätter und Stängelabschnitte geschützt, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden, was besonders in dichten Getreidebeständen von großem Vorteil ist.

Kann Vegas Plus bei kühlen Frühjahrstemperaturen eingesetzt werden?

Ja, dank des enthaltenen Spiroxamins zeigt Vegas Plus bereits bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5–8 °C eine gute Initialwirkung. Dies macht das Pflanzenschutzmittel zu einer hervorragenden Wahl für frühe Behandlungen im Frühjahr, wenn der Mehltaudruck witterungsbedingt bereits ansteigt, andere Wirkstoffklassen aber noch temperaturbedingt eingeschränkt sind.

Warum ist die Kombination aus Cyflufenamid und Spiroxamin so wertvoll für das Resistenzmanagement?

Da die beiden Wirkstoffe unterschiedlichen FRAC-Gruppen (Gruppe 5 und U06) angehören und an verschiedenen biochemischen Prozessen des Pilzes ansetzen, wird das Risiko einer Resistenzbildung minimiert. Sollten bereits leichte Sensitivitätsverschiebungen gegenüber einer Wirkstoffgruppe vorliegen, fängt der Partnerwirkstoff diese effektiv ab.

Welche Rolle spielt die BBCH-Begrenzung (bis BBCH 55) bei der Anwendung?

Die Zulassung bis BBCH 55 (Mitte des Ähren-/Rispenschiebens) stellt sicher, dass die Kultur in der entscheidenden Phase der Ertragsanlage geschützt ist, während gleichzeitig Rückstände im Erntegut vermieden werden. Nach BBCH 55 sollte bei anhaltendem Befallsdruck auf Produkte mit entsprechender Spätzulassung ausgewichen werden.