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OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

VITAGO

BVL Zul.-Nr. 008484-60

VITAGO ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Wachstumsregulierung in Getreidekulturen. Als moderner Wachstumsregler, formuliert auf Basis des bewährten Wirkstoffs Trinexapac, unterstützt es Landwirte gezielt dabei, die Standfestigkeit von Winterweichweizen, Wintergerste und Sommergerste zu optimieren. Durch die gezielte Einkürzung der Internodien und die Festigung des Halmes beugt das Präparat wirksam dem gefürchteten Lager vor, das oft zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führt.

Der Fokus der Anwendung liegt auf der Halmverkürzung und Halmfestigung während der kritischen Schossphase der Kulturen. Durch die Stabilisierung der Halmbasis wird nicht nur das Risiko von Halmbruch und Lagerbildung minimiert, sondern auch die Ernteeffizienz gesteigert. Gut stehende Bestände lassen sich schneller und mit geringeren Verlusten dreschen, was die Wirtschaftlichkeit des gesamten Anbausystems nachhaltig verbessert.

Wirkstoffe

Trinexapac
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in VITAGO enthaltene Wirkstoff Trinexapac greift aktiv in den Hormonhaushalt der Kulturen ein. Er hemmt die Biosynthese von Gibberellinsäuren, welche für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich sind. Durch diese biochemische Blockade im späten Stadium der Gibberellin-Synthese wird das Längenwachstum der Internodien, die sich zum Zeitpunkt der Behandlung in der aktiven Streckungsphase befinden, signifikant reduziert. Gleichzeitig führt diese physiologische Veränderung zu einer strukturellen Stärkung der Halmwandung. Die Zellwände werden dicker und der Halmdurchmesser nimmt im unteren Bereich zu. Dies verleiht der Kultur eine deutlich verbesserte mechanische Belastbarkeit gegen Wind und Starkregen, während das Wurzelwachstum gefördert wird, was die Wasser- und Nährstoffaufnahme stabilisiert.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Trinexapac um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, steht das klassische Resistenzmanagement im Sinne von Erregerresistenzen hier nicht im Vordergrund. Dennoch ist ein verantwortungsvoller Umgang wichtig, um physiologische Stressreaktionen der Kulturen zu vermeiden. Die Anwendung sollte stets an die Vitalität des Bestandes, die Nährstoffversorgung (insbesondere Stickstoff) und die Witterungsbedingungen angepasst werden. Eine Kombination oder der Wechsel mit anderen wachstumsregulierenden Wirkstoffen in der Spritzfolge kann helfen, die Halmstabilität über verschiedene Vegetationsphasen hinweg optimal zu steuern.

Mischbarkeit & Tankmischung

VITAGO zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen mit Triazol-Fungiziden ist jedoch zu beachten, dass diese die Wirkung von Trinexapac synergistisch verstärken können; in solchen Fällen sollte die Aufwandmenge von VITAGO gegebenenfalls angepasst werden, um eine zu starke Einkürzung zu vermeiden. Die Anwendung sollte in ausreichend Wasser bei wüchsiger Witterung und ausreichender Sonneneinstrahlung erfolgen, da der Wirkstoff systemisch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und transportiert wird. Extreme Trockenheit oder Frostgefahr schließen eine Behandlung aus.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit VITAGO ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel ist so eingestuft, dass Abdriften in angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren ist, um aquatische Organismen zu schützen. Die gesetzlich vorgegebenen Abstandsauflagen gemäß der Zulassungsbehörde (BVL) sind zwingend einzuhalten. Für Bienen ist das Mittel bei sachgerechter Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenHalmfestigung29–390.4 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung31–390.8 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmverkürzung, Halmfestigung31–450.6 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von VITAGO zur Halmverkürzung?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt in der Hauptschossphase der Kulturen (BBCH 31 bis 32), wenn sich die ersten Internodien strecken. Eine Applikation in diesem Fenster erzielt die beste Wirkung auf die Halmstabilität an der Basis. Bei Bedarf und je nach Standfestigkeit der Sorte kann eine spätere Anschlussbehandlung bis BBCH 39 oder maximal BBCH 45 erfolgen.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von VITAGO?

VITAGO benötigt für eine optimale Aufnahme und Wirkung wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen über 8 °C und ausreichender Sonneneinstrahlung. Bei starker Trockenheit, Frost oder wenn die Kulturen unter extremem Stress (z. B. Staunässe oder Nährstoffmangel) stehen, sollte von einer Behandlung abgesehen werden, da dies zu Kulturunverträglichkeiten führen kann.

Kann VITAGO zusammen mit Flüssigdüngern (z. B. AHL) ausgebracht werden?

Ja, eine Mischung mit flüssigen Stickstoffdüngern wie AHL ist grundsätzlich möglich. Allerdings erhöht AHL die Benetzung und Aufnahme des Wirkstoffs drastisch. Um Verbrennungen an den Blättern oder eine übermäßige Einkürzung zu vermeiden, sollte die Aufwandmenge von VITAGO in solchen Mischungen reduziert und die Anwendung nicht in der prallen Mittagssonne durchgeführt werden.

Warum ist die Kombination von VITAGO mit Triazol-Fungiziden besonders zu beachten?

Triazole greifen ebenfalls in den Sterol- und Hormonhaushalt der Pflanzen ein und können die Wirkung von Trinexapac deutlich verstärken. Bei einer geplanten Tankmischung mit solchen Fungiziden empfiehlt es sich, die Aufwandmenge von VITAGO um etwa 20 bis 30 % zu reduzieren, um eine ungewollt starke Stauchung der Kultur zu verhindern.

Gibt es Unterschiede in der Aufwandmenge zwischen Wintergerste und Winterweizen?

Ja, Gerste (insbesondere Wintergerste) reagiert physiologisch oft träger auf Trinexapac als Weizen und neigt stärker zu Lager. Daher liegt die empfohlene Aufwandmenge in Gerstenbeständen meist im oberen Bereich der Zulassung (bis zu 0,8 l/ha), während bei Winterweizen oft schon geringere Mengen (0,4 bis 0,6 l/ha) für eine ausreichende Halmverkürzung genügen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Halmfestigung?

Nutzen Sie hierzu die Filterfunktionen in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach der Indikation „Halmfestigung“ oder „Halmverkürzung“ filtern und die Ergebnisse nach Ihren spezifischen Kulturen (wie Winterweichweizen oder Wintergerste) eingrenzen, um alle in Deutschland registrierten Alternativen anzuzeigen.