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OTHER · GLOBACHEM NV

Vulcanus

BVL Zul.-Nr. 00A139-00

Vulcanus ist ein hochkonzentriertes Bodenherbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Schaderregern in Wintergetreide. Mit dem bewährten Wirkstoff Flufenacet (600 g/l), formuliert als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC), bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Grundlage für die Unkrautbekämpfung im Herbst. Es wurde speziell für den Einsatz in den Kulturen Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale entwickelt.

Die Anwendung erfolgt vorzugsweise im Vorauflauf oder im frühen Nachauflauf, da der Wirkstoff hauptsächlich über die Wurzeln und den Hypokotylspross der keimenden Ungräser aufgenommen wird. Durch diese frühe Ausschaltung der Konkurrenz wird die ungestörte Jugendentwicklung der Kulturen gesichert und das Ertragspotenzial von Anfang an geschützt.

Als Solo-Formulierung bietet Vulcanus dem Anwender maximale Flexibilität bei der Wahl von Tankmischpartnern. Dies ermöglicht eine exakte Anpassung der Spritzbrühe an das spezifische Unkrautspektrum und die individuellen Standortbedingungen des jeweiligen Schlages.

Wirkstoffe

Flufenacet
600 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Vulcanus enthaltene Wirkstoff Flufenacet gehört zur chemischen Gruppe der Oxyacetamide und ist im HRAC-System in die Gruppe 15 (ehemals K3) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Biosynthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFAs). Diese Fettsäuren sind essenzielle Bausteine für den Aufbau von Zellmembranen in den sich teilenden Geweben der Pflanzen. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird die Zellteilung und das Zellstreckungswachstum in den Meristemen der keimenden Schaderreger unterbunden. Die betroffenen Ungräser sterben meist noch vor dem Auflaufen oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche ab. Da die Aufnahme primär über die Wurzeln erfolgt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für den Transport des Wirkstoffs in die Keimzone der Unkräuter von entscheidender Bedeutung.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen – insbesondere bei wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern wie dem Acker-Fuchsschwanz – nachhaltig vorzubeugen, ist Vulcanus ein unverzichtbarer Baustein im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements. Da Flufenacet der HRAC-Gruppe 15 angehört, eignet es sich ideal für den jährlichen Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkungsklassen (wie HRAC 1, 2 oder 5). Flankierende ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, eine sorgfältige Bodenbearbeitung und die Optimierung des Saatzeitpunkts unterstützen die chemische Bekämpfung und sichern die langfristige Wirksamkeit dieser Schlüsseltechnologie.

Mischbarkeit & Tankmischung

Vulcanus zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden aus. Um das Wirkungsspektrum lückenlos auf zweikeimblättrige Unkräuter auszudehnen, wird eine Tankmischung mit geeigneten Partnern (beispielsweise auf Basis von Diflufenican oder Pendimethalin) empfohlen. Bei der Herstellung der Spritzbrühe sollte der Tank zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt und das Rührwerk aktiviert werden, bevor Vulcanus als erste Komponente langsam beigegeben wird. Für eine gleichmäßige Benetzung und Wirkstoffverteilung auf dem Boden ist eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha optimal.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Vulcanus sind die gesetzlich vorgeschriebenen Anwenderschutzbestimmungen strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Standard-Schutzkleidung und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (wie der Einsatz abdriftmindernder Düsen) genau zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb ein Einsatz auch auf blühenden Beständen oder in der Nähe von Bienenvölkern möglich ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz0.4 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.2 LITER_PER_HECTARE
WintergersteGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.2 LITER_PER_HECTARE
WintergersteGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.2 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.2 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz0.4 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz0.4 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz0.4 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz0.4 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz0.4 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz0.4 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.2 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenGemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras0.2 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz0.4 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Vulcanus?

Die beste Wirkung wird erzielt, wenn die Anwendung im Vorauflauf oder im sehr frühen Nachauflauf (BBCH 10 bis 11) der Kulturen und Schaderreger erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die keimenden Ungräser in ihrer empfindlichsten Phase und nehmen den Wirkstoff optimal über den Boden auf.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf den Bekämpfungserfolg?

Da Flufenacet ein ausgeprägter Bodenwirkstoff ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Applikation oder kurz danach entscheidend. Feuchtigkeit sorgt dafür, dass der Wirkstoff in der Bodenlösung verteilt wird und die Keimzone der Schaderreger erreicht. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung unzureichend sein.

Wie muss das Saatbett für eine Behandlung vorbereitet sein?

Für eine optimale Wirkung ist ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Kluten oder übermäßige Strohschichten erforderlich. Grobe Kluten und Strohhalme können Spritzschatten verursachen, wodurch der schützende Herbizidfilm auf dem Boden unterbrochen wird und Wirkungslücken entstehen.

Wirkt Vulcanus auch gegen bereits resistente Acker-Fuchsschwanz-Biotypen?

Ja, Vulcanus wirkt dank des Wirkstoffs Flufenacet (HRAC-Gruppe 15) auch gegen Biotypen von Acker-Fuchsschwanz und Windhalm, die bereits Resistenzen gegen ALS-Hemmer (z. B. Sulfonylharnstoffe) oder ACCase-Hemmer aufweisen. Es ist daher ein zentrales Werkzeug zur Durchbrechung von Wirkstoffresistenzen.

Warum sollte Vulcanus im Herbst mit einem Mischpartner kombiniert werden?

Vulcanus ist ein hochspezialisiertes Gräserherbizid. Um im selben Arbeitsgang auch ein breites Spektrum an zweikeimblättrigen Unkräutern (wie Klette, Kamille oder Stiefmütterchen) sicher zu erfassen, ist die Zumischung eines breit wirksamen Blatt- und Bodenherbizids dringend zu empfehlen.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Saattiefe des Getreides?

Ja, um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, muss das Getreide gleichmäßig und tief genug gesät werden (mindestens 2 bis 3 cm Saattiefe mit guter Erdbedeckung). Dies verhindert, dass der konzentrierte Wirkstofffilm in direkten Kontakt mit dem keimenden Getreidekorn gelangt.