Xilon
Xilon ist ein innovatives biologisches Pflanzenschutzmittel von Kwizda Agro GmbH, das auf dem nützlichen Bodenpilz Trichoderma asperellum Stamm T34 basiert. Als modernes Biofungizid, formuliert für die gezielte Bodenanwendung, bietet es landwirtschaftlichen Betrieben eine nachhaltige und zukunftsweisende Lösung zur Gesunderhaltung des Bodens und der Kulturen. Es schützt wichtige landwirtschaftliche Kulturen wie Mais, Sojabohnen, Sonnenblumen und Raps vor ertragsmindernden bodenbürtigen Krankheitserregern.
Der Fokus der Anwendung liegt auf der vorbeugenden Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Schaderregern wie Fusarium-Arten und Sclerotinia sclerotiorum. Durch die Etablierung des nützlichen Pilzes im Wurzelraum der Kulturen wird eine biologische Schutzbarriere aufgebaut, die das Auflaufen der Saatgutbestände sichert und die Vitalität der Jungpflanzen von Beginn an stärkt. Dies macht Xilon zu einem wertvollen Baustein im integrierten Pflanzenschutz.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die Wirkung von *Trichoderma asperellum* Stamm T34 (eingestuft in der FRAC-Gruppe BM02) beruht auf einem multidimensionalen, biologischen Wirkungsmechanismus. Nach der Ausbringung besiedelt der nützliche Pilz rasch die Rhizosphäre und konkurriert aktiv mit pathogenen Schaderregern um Nährstoffe und Lebensraum. Darüber hinaus dringt er durch Mykoparasitismus direkt in die Zellwände von Schadpilzen wie *Sclerotinia* und *Fusarium* ein und baut diese enzymatisch ab. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist die Induktion der systemischen Resistenz (ISR) der Kultur. Durch den Kontakt mit den Wurzeln regt *Trichoderma* die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen an, sodass die Kulturen widerstandsfähiger gegenüber nachfolgenden Infektionen werden. Gleichzeitig fördert die Symbiose das Wurzelwachstum und verbessert die Nährstoffaufnahme, was zu einer erhöhten Stresstoleranz führt.
Resistenzmanagement
Aufgrund des komplexen, mehrseitigen Wirkungsmechanismus (Multi-Site-Wirkung) von *Trichoderma asperellum* Stamm T34 ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als äußerst gering einzustufen. Xilon eignet sich daher hervorragend als Partner im Antiresistenzmanagement. Die Integration dieses biologischen Pflanzenschutzmittels in die Fruchtfolge oder in Kombination mit chemisch-synthetischen Fungizidbehandlungen hilft, den Selektionsdruck auf klassische Wirkstoffklassen zu minimieren und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Da es sich bei Xilon um ein biologisches Produkt mit lebenden Sporen handelt, ist bei Tankmischungen besondere Vorsicht geboten. Die physikalische und biologische Kompatibilität mit chemischen Pflanzenschutzmitteln, insbesondere Bodenfungiziden, muss vorab geprüft werden, da diese die Lebensfähigkeit der *Trichoderma*-Sporen beeinträchtigen können. Die Anwendung erfolgt in der Regel als Reihenbehandlung direkt bei der Aussaat. Es wird empfohlen, sauberes Wasser ohne Chlorrückstände zu verwenden und extreme pH-Werte im Spritztank zu vermeiden, um die Vitalität des Stammes T34 nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als biologisches Pflanzenschutzmittel zeichnet sich Xilon durch ein sehr günstiges Umwelt- und Anwendersicherheitsprofil aus. Der Wirkstoff *Trichoderma asperellum* Stamm T34 ist für Bienen (B4-Einstufung) und andere Nützlinge bei sachgerechter Anwendung nicht gefährlich. Dennoch sind beim Umgang mit dem staubförmigen Granulat die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen wie das Tragen von Schutzhandschuhen und Atemschutz (Staubmaske) einzuhalten, um Sensibilisierungen durch das Einatmen von Sporen zu vermeiden. Gewässerabstände und spezifische BVL-Auflagen zum Schutz von Nichtzielorganismen sind zu beachten, das Risiko für Boden- und Grundwasser ist jedoch minimal.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Mais | Fusarium-Arten | — | 10 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sojabohne | Sclerotinia sclerotiorum | — | 10 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Sclerotinia sclerotiorum | — | 10 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sojabohne | Sclerotinia sclerotiorum | — | 10 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Sclerotinia sclerotiorum | — | 10 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | — | 10 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Mais | Fusarium-Arten | — | 10 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | — | 10 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wird Xilon optimal im Feld ausgebracht?
Xilon wird als Granulat direkt bei der Aussaat mithilfe eines Mikrogranulatstreuers in die Saatfurche dosiert. Dadurch wird sichergestellt, dass die *Trichoderma*-Sporen in unmittelbarer Nähe des keimenden Samens platziert werden und die sich entwickelnde Wurzel sofort besiedeln können.
Kann Xilon zusammen mit flüssigen Starterdüngern angewendet werden?
Eine gemeinsame Ausbringung ist möglich, sofern der Dünger die Lebensfähigkeit der Sporen nicht beeinträchtigt. Es wird dringend empfohlen, vorab die Verträglichkeit des spezifischen Düngers mit dem Stamm T34 zu klären und Mischungen nicht über längere Zeit im Tank stehenzulassen.
Welche Bodentemperaturen sind für die Wirkung von Xilon erforderlich?
*Trichoderma asperellum* Stamm T34 wird ab einer Bodentemperatur von etwa 10 °C aktiv. Die optimale Wirkung und schnelle Besiedlung der Wurzeln erfolgt bei wärmeren Bedingungen (15–25 °C). Bei sehr kalten Böden verzögert sich die Etablierung des Pilzes, die Sporen bleiben jedoch im Boden stabil, bis die Temperaturen steigen.
Wie lange bleibt der Schutz durch Xilon im Boden aktiv?
Nach erfolgreicher Etablierung wächst der nützliche Pilz mit den Wurzeln der Kultur mit und bietet einen langanhaltenden Schutz über die gesamte kritische Wachstumsphase der Jungpflanze. Die Dauerhaftigkeit der Besiedlung hängt von den Bodenbedingungen (Feuchtigkeit, organischer Substanzgehalt) ab.
Gibt es Einschränkungen beim Einsatz von chemischen Fungiziden nach einer Xilon-Behandlung?
Blattfungizide, die später in der Saison appliziert werden, haben in der Regel keinen Einfluss auf die im Boden etablierten *Trichoderma*-Sporen. Bei der Anwendung von Bodenfungiziden oder Beizmitteln sollte jedoch geprüft werden, ob diese eine fungizide Wirkung gegen *Trichoderma*-Arten aufweisen, um den biologischen Schutzfilm nicht zu schädigen.
Wie lagert man Xilon richtig, um die Sporenvitalität zu erhalten?
Da Xilon lebende Mikroorganismen enthält, sollte das Produkt kühl (idealerweise unter 15 °C, frostfrei) und trocken in der Originalverpackung gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung und Temperaturen über 30 °C über längere Zeiträume sind zu vermeiden, um die Keimfähigkeit der Sporen nicht zu beeinträchtigen.