Yukon
Yukon von UPL Europe Ltd. ist ein hochwirksames, flüssiges Pflanzenschutzmittel (Formulierungstyp Suspensionskonzentrat), das speziell für den kombinierten Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende pilzliche Schaderreger entwickelt wurde. Durch die innovative Kombination von dreibasischem Kupfersulfat und Schwefel bietet das Präparat eine hervorragende protektive Wirkung im Weinbau sowie im Rübenanbau (Zucker- und Futterrüben). Die flüssige Formulierung sorgt für eine exzellente Haftung auf der Blattoberfläche und eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstofffilms, was die Regenbeständigkeit und die Dauerwirkung unter wechselhaften Witterungsbedingungen signifikant verbessert.
In der Praxis deckt Yukon im Weinbau das gesamte Spektrum der echten und falschen Mehltaupilze ab. Im Rübenanbau steht die Bekämpfung der ertragsmindernden Cercospora-Blattfleckenkrankheit im Vordergrund. Dank der synergistischen Wirkung beider Komponenten schließt das Produkt kritische Lücken im integrierten Pflanzenschutz und sichert die Vitalität der Kulturen in sensiblen Wachstumsphasen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die biologische Wirksamkeit von Yukon beruht auf einem dualen Multi-Site-Wirkungsmechanismus, der an verschiedenen Stellen im Zellstoffwechsel der Schaderreger ansetzt. Der Wirkstoff Schwefel (zugeordnet der FRAC-Gruppe M02) dringt in die Pilzzellen ein, wo er als Elektronenakzeptor in der Atmungskette fungiert und vitale Stoffwechselprozesse stört. Gleichzeitig wirkt Schwefel in der Gasphase protektiv, indem er das Myzelwachstum und die Sporenkeimung von echten Mehltaupilzen direkt unterbindet. Ergänzt wird dies durch dreibasisches Kupfersulfat (FRAC-Gruppe M01). Die freigesetzten Kupfer-Ionen werden von den Pilzsporen unspezifisch absorbiert und blockieren zahlreiche enzymatische Prozesse sowie die Proteinsynthese innerhalb des Pathogens. Da beide Wirkstoffe als Multi-Site-Inhibitoren klassifiziert sind, greifen sie an so vielen physiologischen Stellen gleichzeitig an, dass die Entstehung von resistenten Biotypen praktisch ausgeschlossen ist.
Resistenzmanagement
Aufgrund der Einstufung der Wirkstoffe in die FRAC-Gruppen M01 und M02 eignet sich Yukon hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement. Es besteht kein bekanntes Risiko für Kreuzresistenzen. Um die langfristige Wirksamkeit einstelliger, systemischer Fungizidklassen (wie Triazole oder Strobilurine) zu sichern, sollte Yukon strategisch in Spritzfolgen integriert oder als Kombinationspartner genutzt werden, insbesondere in Phasen mit hohem Infektionsdruck.
Mischbarkeit & Tankmischung
Yukon zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Insektiziden und Fungiziden aus. Bei Tankmischungen ist jedoch stets die Reihenfolge des Einmischens zu beachten, wobei Yukon als flüssige Komponente nach festen Formulierungen in den Tank gegeben werden sollte. Extrem saures oder stark alkalisches Spritzwasser ist zu vermeiden, um die Stabilität der Suspension nicht zu gefährden. Die Zugabe von Netzmitteln kann die Benetzung auf wachsartigen Blattoberflächen optimieren, sollte jedoch vorab auf Kulturverträglichkeit unter den aktuellen Witterungsbedingungen geprüft werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Yukon ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da Kupfer- und Schwefelverbindungen toxische Effekte auf aquatische Organismen haben können, sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die entsprechenden Abdriftminderungsklassen strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des aktiven Bienenflugs vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Cercospora beticola | 19–49 | 5.5 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Futterrübe | Cercospora beticola | 19–49 | 5.5 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola), Echter Mehltau (Uncinula necator) | — | 6 LITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Yukon im Weinbau?
Der Einsatz sollte präventiv vor den ersten Infektionsbedingungen erfolgen, typischerweise ab dem späten Frühjahr, sobald die Reben ausreichend Zielfläche bieten. Da es sich um ein reines Kontaktfungizid handelt, muss der Spritzbelag vor dem Keimen der Sporen von Plasmopara viticola oder Uncinula necator auf den Blättern und Gescheinen etabliert sein.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung und Verträglichkeit von Yukon?
Da Yukon auf der Pflanzenoberfläche wirkt, ist eine Antrocknungszeit von mindestens 2 bis 3 Stunden vor einsetzendem Regen erforderlich. Bei extrem hohen Temperaturen von über 28 °C sollte die Anwendung in die kühleren Abendstunden verlegt werden, um das Risiko von phytotoxischen Reaktionen durch den Schwefelanteil zu minimieren.
Warum ist die Kombination aus Kupfer und Schwefel in Rübenkulturen vorteilhaft?
Die Kombination wirkt synergistisch gegen Cercospora beticola. Während Kupfer die Sporenkeimung auf der Blattoberfläche effektiv blockiert, unterstützt Schwefel die Abwehrleistung der Kultur und verbessert die Benetzung. Dies verzögert den Befallsaufbau im kritischen Zeitraum der Rübenentwicklung erheblich.
Kann Yukon in biologisch wirtschaftenden Betrieben eingesetzt werden?
Sowohl Kupfer als auch Schwefel sind im ökologischen Landbau grundsätzlich zugelassen. Ob Yukon im Speziellen für den Bio-Anbau in Deutschland gelistet ist, hängt von der aktuellen Listung in der Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau (z. B. FiBL-Liste) ab. Landwirte sollten dies vor der Anwendung mit ihrer Kontrollstelle abstimmen.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung von Yukon?
Ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert des Spritzwassers (pH 6,0 bis 7,0) ist ideal. Ein zu niedriger pH-Wert kann die Löslichkeit von Kupferionen unkontrolliert erhöhen, was das Risiko von Blattschäden (Phytotoxizität) steigert. Ein stark alkalischer pH-Wert hingegen kann die physikalische Stabilität der Suspension beeinträchtigen.
Wie lässt sich Yukon optimal in eine Spritzfolge zur Resistenzvermeidung integrieren?
Da Yukon als Multi-Site-Fungizid (FRAC M01 und M02) kein Resistenzrisiko aufweist, sollte es als Partner oder im Wechsel mit systemischen Fungiziden (z. B. Triazolen oder Strobilurinen) eingesetzt werden. Dies entlastet die einstelligen Wirkstoffe und verhindert, dass sich resistente Stämme von Cercospora oder Mehltaupilzen im Bestand etablieren.