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Kultur

Echtes Glanzgras

Phalaris canariensis
PHACA

Das Echte Glanzgras (Phalaris canariensis, EPPO-Code: PHACA), auch bekannt als Kanariengras oder Spitzsamen, ist ein einjähriges, horstbildendes Süßgras, das zunehmend als Unkraut in mitteleuropäischen Ackerkulturen an Bedeutung gewinnt. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat es sich durch Vogelfutterverunreinigungen und den Klimawandel weiter nach Norden ausgebreitet. Es tritt vor allem in Wintergetreidearten wie Winterweichweizen, Winterhartweizen, Winterroggen und Wintertriticale auf, wo es mit den Kulturen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurriert.

Die wirtschaftliche Relevanz von Phalaris canariensis liegt in seiner hohen Konkurrenzkraft bei starkem Besatz. Da das Gras ähnliche Wachstumsansprüche wie Wintergetreide hat, kann ein unkontrollierter Durchwuchs zu erheblichen Ertragseinbußen und Ernteerschwerungen führen. Zudem erschweren die morphologischen Ähnlichkeiten mit anderen Schadgräsern im frühen Entwicklungsstadium eine rechtzeitige Identifizierung und gezielte Behandlung auf dem Feld.

Typ
Kultur
EPPO-Code
PHACA
Wirte
4 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Ursprünglich im Mittelmeerraum heimisch, ist das Echte Glanzgras heute weltweit in gemäßigten Klimazonen verbreitet und gewinnt in West- und Mitteleuropa zunehmend an Bedeutung als ertragsminderndes Ackerunkraut.

Biologie / Lebenszyklus

Phalaris canariensis ist ein sommer- oder winterannuelles Gras, dessen Samen vorwiegend im Herbst oder im frühen Frühjahr keimen, sobald die Bodentemperaturen ansteigen. Nach dem Auflaufen entwickelt das Gras kräftige Bestockungstriebe und wächst aufrecht, wobei es Wuchshöhen von bis zu 150 cm erreichen kann. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis August, in der sich die charakteristischen, dichten, eiförmigen Scheinähren bilden. Die reifen, glänzenden Karyopsen fallen leicht aus und reichern den Samenvorrat im Boden an, wo sie mehrere Jahre überdauern können, was die langfristige Sanierung infizierter Flächen erschwert.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte bereits im frühen Herbst nach dem Auflaufen der Kultur (BBCH 10–13) sowie im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH 21–25) erfolgen. Da das Echte Glanzgras im Keimblattstadium leicht mit Windhalm oder Ackerfuchsschwanz verwechselt werden kann, ist auf die rötliche Färbung der Blattscheidenbasis und das Fehlen von Öhrchen zu achten. Eine wirtschaftliche Schadensschwelle ist bei diesem Schaderreger nicht exakt definiert, jedoch wird eine gezielte Behandlung ab einem Besatz von etwa 10–15 Pflanzen pro Quadratmeter empfohlen, um Ertragsverluste im Wintergetreide zu vermeiden.

Integriertes Management

Ein integriertes Management von Phalaris canariensis setzt auf eine Kombination aus pflanzenbaulichen und chemischen Maßnahmen. Fruchtfolgeerweiterungen mit einem höheren Anteil an Sommerungen unterbrechen den Lebenszyklus des herbstkeimenden Grases effektiv. Eine sorgfältige Grundbodenbearbeitung (z. B. Pflügen) vergräbt die Lichtkeimer in tiefere Bodenschichten, wodurch deren Keimfähigkeit über die Jahre abnimmt. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmittel ist auf ein konsequentes Wirkstoffmanagement nach den HRAC-Richtlinien zu achten; hierbei sollten Bodenherbizide im Vorauflauf oder frühe Nachauflaufbehandlungen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 3) kombiniert werden, um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere gegen ACCase- und ALS-Hemmer (HRAC 1 und 2), vorzubeugen.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheide ich das Echte Glanzgras im Feld von anderen Schadgräsern wie Ackerfuchsschwanz?

Achte im frühen BBCH-Stadium auf die Blattscheide: Das Echte Glanzgras besitzt keine Blattöhrchen, dafür aber ein langes, fein gezähntes Blatthäutchen (Ligula). Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist zudem der rötlich-violette Saft, der beim Zerreiben der Stängelbasis junger Pflanzen austritt, was beim Ackerfuchsschwanz nicht der Fall ist.

Welche Rolle spielt die Bodenbearbeitung bei der Regulierung von Phalaris canariensis?

Da die Samen des Echten Glanzgrases Lichtkeimer sind, begünstigt eine minimale Bodenbearbeitung das Auflaufen im Herbst. Ein gezielter Pflugeinsatz vergräbt die Samen in tiefere Bodenschichten (unter 5 cm), wo sie nicht keimen können und über die Jahre an Vitalität verlieren, was den Besatzdruck in der Folgekultur deutlich senkt.

Wie vermeide ich Herbizidresistenzen bei der Bekämpfung dieses Grases?

Um Resistenzen vorzubeugen, solltest du Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Klassen kombinieren oder im jährlichen Wechsel einsetzen. Vermeide den ausschließlichen und wiederholten Einsatz von ALS-Hemmern (HRAC 2) oder ACCase-Hemmern (HRAC 1) und integriere stattdessen Bodenherbizide mit Wirkstoffen aus den HRAC-Gruppen 15 oder 3 in deine Behandlungsstrategie.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine chemische Anwendung im Wintergetreide?

Die besten Bekämpfungserfolge erzielst du mit einer Anwendung im frühen Nachauflauf im Herbst (BBCH 11 bis 13 der Kultur). Zu diesem Zeitpunkt sind die Keimlinge des Echten Glanzgrases besonders empfindlich gegenüber Boden- und Blattwirkstoffen, und die Konkurrenz zur Kultur wird frühzeitig unterbunden.

Wie finde ich zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen das Echte Glanzgras im Portal?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere nach dem Schaderreger "Echtes Glanzgras" oder dem EPPO-Code "PHACA". Achte darauf, die Zulassungssituation für deine spezifische Kultur (z. B. Winterweizen oder Winterroggen) abzugleichen, da die Indikationen und zugelassenen Aufwandmengen je nach Kultur variieren können.

Kann das Echte Glanzgras auch über zertifiziertes Saatgut eingeschleppt werden?

Bei zertifiziertem Getreidesaatgut ist das Risiko minimal, da strenge Reinheitsprüfungen durchgeführt werden. Häufiger erfolgt die Einschleppung jedoch über verunreinigtes Vogelfutter, organische Dünger oder landwirtschaftliche Maschinen, die nach der Arbeit auf infizierten Flächen nicht gründlich gereinigt wurden.