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Pilz

Fusarium

Fusarium caeruleum
FUSASC

Fusarium caeruleum (EPPO-Code: FUSASC) ist ein wirtschaftlich bedeutender, bodenbürtiger Pilz, der in der landwirtschaftlichen Praxis vor allem als Erreger von Trockenfäulen bekannt ist. Obwohl dieser Schaderreger klassisch mit Lagerverlusten in Verbindung gebracht wird, besitzt er ein breites Wirtsspektrum. Dazu gehören neben Sonderkulturen wie Hopfen (Humulus lupulus) auch wichtige Getreidearten wie Weizen (Triticum sp.) und Gerste (Hordeum vulgare).

Die Infektion führt zu einer fortschreitenden Zerstörung des Pflanzengewebes, was erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste nach sich zieht. Da der Pilz über Jahre im Boden überdauern kann, stellt er für betroffene Betriebe ein dauerhaftes Risiko dar, das nur durch ein konsequentes, integriertes Management kontrolliert werden kann.

Typ
Pilz
EPPO-Code
FUSASC
Wirte
3 Kulturen
Generationen
Polyzyklisch (mehrere ungeschlechtliche Zyklen pro Saison)
Verbreitung
Der Schaderreger ist weltweit in den gemäßigten Klimazonen verbreitet und tritt in Europa regelmäßig mit hoher wirtschaftlicher Relevanz in intensiv genutzten Fruchtfolgen auf.
Erstbeschreibung
Saccardo, 1886

Biologie / Lebenszyklus

Der Lebenszyklus von Fusarium caeruleum beginnt mit dem Überleben als Chlamydosporen oder Myzel im Boden sowie an infizierten Pflanzenresten. Im Frühjahr, begünstigt durch steigende Bodentemperaturen und Feuchtigkeit, keimen diese Überdauerungsorgane und infizieren die unterirdischen Organe oder bodennahen Triebe der Kultur. Während der Vegetationsperiode bildet der Pilz ungeschlechtliche Konidien, die durch Spritzwasser, Wind oder mechanische Arbeitsschritte im Bestand verbreitet werden und Sekundärinfektionen auslösen. Zum Ende der Saison oder bei absterbendem Gewebe zieht sich der Pilz wieder in seine widerstandsfähigen Überdauerungsformen zurück, um im Boden auf die nächste Kultur zu warten.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte bereits vor der Aussaat durch Bodenanalysen auf Fusarium-Besatz beginnen. Während der Vegetationsperiode ist eine regelmäßige Feldkontrolle ab den frühen BBCH-Stadien (z. B. BBCH 13 bis 39 bei Getreide oder beim Austrieb im Hopfen) entscheidend, um erste Schwächungssymptome oder Welkeerscheinungen zu erkennen. Da der Schaderreger stark über mechanische Verletzungen eindringt, ist eine Bonitur besonders nach mechanischen Pflegemaßnahmen, Hagelereignissen oder bei der Erntevorbereitung ratsam. Schadschwellen sind für diesen bodenbürtigen Erreger meist nicht exakt definiert; das Auftreten erster Symptome im Vorjahr oder ein bekannter Vorfruchtbefall dient als direktes Warnsignal für gezielte Maßnahmen.

Symptome

An den betroffenen Pflanzenteilen zeigt sich der Befall durch Fusarium caeruleum zunächst durch eingesunkene, dunkle Gewebestellen, die sich langsam ausdehnen. Typisch für diesen Schaderreger ist die Entwicklung eines charakteristischen, oft bläulich-weißen bis rosa gefärbten Myzelrasens auf den infizierten Gewebeflächen unter feuchten Bedingungen. Im Inneren des betroffenen Gewebes (z. B. bei Knollen oder Stängeln) kommt es zu einer trockenen, braunen Fäule, die oft mit Hohlraumbildungen einhergeht, welche ebenfalls mit Pilzmyzel ausgekleidet sind. Bei Getreide und Hopfen kann es zudem zu Fußkrankheiten, Welkeerscheinungen und vorzeitigem Absterben einzelner Triebe kommen.

Integriertes Management

Die Bekämpfung von Fusarium caeruleum basiert auf einer konsequenten Kombination aus pflanzenbaulichen und chemischen Maßnahmen. Im Fokus steht die Vermeidung von Verletzungen der Kultur bei der Ernte und Pflege sowie eine weite Fruchtfolge, um den Infektionsdruck im Boden zu senken. Der Einsatz von gesundem, zertifiziertem Pflanz- und Saatgut ist obligatorisch. Chemische Pflanzenschutzmittel (z. B. Beizmittel oder gezielte Fungizidanwendungen) sollten präventiv oder bei ersten Infektionsanzeichen eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement gemäß den FRAC-Richtlinien einzuhalten, indem Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen alternierend oder in fertigen Mischungen angewendet werden.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kannst du das Risiko einer Infektion mit Fusarium caeruleum bei der Ernte minimieren?

Achte darauf, alle Erntemaschinen optimal einzustellen, um mechanische Beschädigungen an der Kultur zu vermeiden, da der Schaderreger bevorzugt über Wunden eindringt. Zudem solltest du das Erntegut schnell abtrocknen lassen und unter kühlen, gut belüfteten Bedingungen lagern, um die Sporenkeimung zu unterdrücken.

Welche Rolle spielt die Fruchtfolge bei der Regulierung dieses Schaderregers?

Da der Pilz als widerstandsfähige Chlamydospore jahrelang im Boden überleben kann, ist eine weite Fruchtfolge mit Nicht-Wirtspflanzen essenziell. Vermeide den direkten Nachbau anfälliger Kulturen und integriere stattdessen Gesundungskulturen, um den Infektionsdruck im Boden aktiv zu senken.

Wie findest du im agronomy.farmable.tech Hub die passenden Pflanzenschutzmittel gegen diesen Pilz?

Nutze die Such- und Filterfunktion im Hub, indem du nach dem EPPO-Code "FUSASC" oder dem spezifischen Wirkstoff suchst. Filtere die Ergebnisse nach deiner Kultur und dem aktuellen BBCH-Stadium, um die in deinem Land zugelassenen Pflanzenschutzmittel sowie deren Aufwandmenge und Wartezeit einzusehen.

Warum ist die Einhaltung der FRAC-Richtlinien bei der Bekämpfung von Fusarium caeruleum so wichtig?

Fusarium-Arten besitzen ein inhärentes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen gegenüber bestimmten Fungizidklassen. Du musst daher Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (z. B. Triazole und Strobilurine) im Wechsel anwenden oder auf fertige Kombinationspräparate setzen, um die Wirksamkeit der Pflanzenschutzmittel langfristig zu sichern.

Welche BBCH-Stadien sind für eine gezielte Behandlung besonders kritisch?

Bei Getreide liegt der Fokus meist auf der Blüte (BBCH 61 bis 69), um eine Infektion der Ähren zu verhindern. Bei anderen Kulturen wie Hopfen sind Behandlungen in den frühen Entwicklungsstadien (z. B. beim Austrieb) oder eine präventive Saatgutbeizung entscheidend, um den Keimling vor dem bodenbürtigen Inokulum zu schützen.

Kann eine biologische Bodenbehandlung gegen diesen Erreger helfen?

Ja, der Einsatz von antagonistischen Mikroorganismen wie Trichoderma-Stämmen oder nützlichen Bacillus-Bakterien kann den Infektionsdruck im Boden reduzieren. Diese biologischen Pflanzenschutzmittel besiedeln die Rhizosphäre, konkurrieren mit dem Schaderreger um Nährstoffe und stärken die Widerstandskraft der Kultur.