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Kultur

Gemeine Besenrauke

Descurainia sophia
DESSO

Die Besenrauke (Descurainia sophia, EPPO-Code: DESSO), auch bekannt als Sophienkraut, ist ein ein- bis zweijähriges Unkraut aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie tritt zunehmend als problematischer Schaderreger in winterannuellen Kulturen auf, insbesondere in Winterweizen, Winterroggen und Wintertriticale. Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit und enorme Samenproduktion kann sie dichte Bestände bilden, die stark mit den Hauptkulturen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren.

Ursprünglich in Eurasien beheimatet, hat sich die Besenrauke weltweit verschleppt und etabliert. Auf mäßig trockenen, nährstoff- und basenreichen Sand- und Lehmböden findet sie optimale Wachstumsbedingungen. Ihre wirtschaftliche Relevanz hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, da sie durch veränderte Fruchtfolgen mit hohem Wintergetreideanteil und reduzierte Bodenbearbeitung begünstigt wird. Ertragsverluste entstehen vor allem bei starkem Besatz im frühen Frühjahr, wenn das Unkraut die Kultur rasch überwächst.

Typ
Kultur
EPPO-Code
DESSO
Wirte
3 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr (winter- oder sommerannuell)
Verbreitung
Die Besenrauke ist in ganz Europa, Nordasien und Teilen Nordamerikas weit verbreitet. In den intensiven Getreideanbauregionen Mitteleuropas führt sie bei mangelnder Kontrolle zu spürbaren Ertragsminderungen und erschwert den Drusch durch ihre zähen Stängel.
Erstbeschreibung
L. (1753)

Biologie / Lebenszyklus

Die Besenrauke verhält sich meist winterannuell, kann jedoch auch sommerannuell keimen. Die Hauptkeimwelle erfolgt im Herbst bei kühleren Temperaturen, wobei die Keimung flach aus den oberen Bodenschichten erfolgt. Nach der Keimung bildet die Pflanze eine bodennahe Blattrosette aus, die im Stadium der Rosette überwintert und Frösten gut widersteht. Im folgenden Frühjahr, meist ab April (BBCH-Stadium 30 bis 39 des Getreides), streckt sich der Stängel rasch und die Pflanze beginnt ab Mai reichlich gelbe Blüten zu bilden. Die Reife der Schoten erfolgt im Hochsommer, wobei eine einzelne Pflanze bis zu 700.000 langlebige Samen produzieren kann, die über Erntemaschinen oder Wind verbreitet werden.

Bonitur

Die Überwachung der Besenrauke sollte bereits im Herbst im Zuge der Nachauflaufkontrolle des Wintergetreides (BBCH 10 bis 13) beginnen, um frühzeitig Keimlinge zu erfassen. Eine zweite, entscheidende Bonitur erfolgt im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH 21 bis 29 der Kultur). Da für die Besenrauke keine bundesweit einheitlichen Schadschwellen definiert sind, wird in der Praxis ein Richtwert von 3 bis 5 Pflanzen pro Quadratmeter als kritische Grenze für eine gezielte Behandlung herangezogen. Besonders auf Vorgewenden und an Feldrändern ist auf erste Nester zu achten, um eine Ausbreitung in die Fläche zu verhindern.

Integriertes Management

Ein integriertes Management der Besenrauke setzt auf eine Kombination aus pflanzenbaulichen und chemischen Maßnahmen. Eine vielseitige Fruchtfolge mit einem ausgewogenen Verhältnis von Sommer- und Winterkulturen unterbricht den Lebenszyklus des winterannuellen Unkrauts effektiv. Da die Samen Lichtkeimer sind, hilft eine gezielte Stoppelbearbeitung (falsches Saatbett), um die Keimung anzuregen, gefolgt von einer mechanischen Beseitigung. Im chemischen Pflanzenschutz ist die Besenrauke im Herbst oder zeitigen Frühjahr gut mit Sulfonylharnstoffen (HRAC-Gruppe 2) oder Wuchsstoff-Herbiziden (HRAC-Gruppe 4) bekämpfbar. Zur Vermeidung von Resistenzbildungen ist ein konsequenter Wirkstoffklassenwechsel bei jeder Anwendung zwingend erforderlich.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Besenrauke im Rosettenstadium von anderen Kreuzblütlern?

Die Besenrauke zeichnet sich durch sehr fein fiederteilige, graugrüne Blätter aus, die weich behaart sind. Im Gegensatz zu Hirtentäschel oder Acker-Hellerkraut wirken die Blätter fast filigran und ähneln im frühen Stadium eher dem Beifuß, was eine genaue Feldansprache im Herbst erfordert.

Warum begünstigt reduzierte Bodenbearbeitung das Auftreten von Descurainia sophia?

Da die Samen der Besenrauke Lichtkeimer sind und bevorzugt in den obersten 1–2 cm des Bodens keimen, finden sie bei Verzicht auf den Pflug ideale Bedingungen vor. Ein regelmäßiger Pflugeinsatz vergräbt die Samen in tiefere Schichten, wo sie ohne Lichtreiz nicht keimen können.

Welche Rolle spielt die Besenrauke bei der Übertragung von Krankheiten auf Raps?

Als Kreuzblütler dient die Besenrauke als wichtiger Zwischenwirt für Schaderreger wie Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) und verschiedene Viren. Eine mangelhafte Bekämpfung in Getreidegliedern der Fruchtfolge kann somit das Infektionspotenzial für nachfolgenden Raps drastisch erhöhen.

Wie finde ich im Portal registrierte Pflanzenschutzmittel gegen Besenrauke?

Nutzen Sie die Suchfunktion in unserem Hub und filtern Sie nach dem Schaderreger "Descurainia sophia" oder "Besenrauke". Sie erhalten eine aktuelle Liste der für Ihre Kultur (z. B. Winterweizen) zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen des BVL.

Bis zu welchem BBCH-Stadium der Kultur ist eine chemische Behandlung im Frühjahr sinnvoll?

Herbizidmaßnahmen sollten idealerweise vor dem Schossen des Getreides (bis BBCH 30) abgeschlossen sein. Sobald die Besenrauke selbst zu blühen beginnt und die Kultur das Schossen abschließt, sinkt die biologische Wirksamkeit vieler Pflanzenschutzmittel deutlich, und das Risiko von Kulturschäden steigt.

Gibt es bekannte Resistenzen bei der Besenrauke in Europa?

In Europa sind bislang nur vereinzelte Fälle von Minderwirkungen bekannt, jedoch gibt es in Nordamerika und China bereits weit verbreitete Resistenzen gegen ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2). Um diese Entwicklung in Mitteleuropa zu verhindern, sollten Wirkstoffe dieser Gruppe stets mit anderen Wirkmechanismen (z. B. HRAC-Gruppe 4 oder 27) kombiniert oder im Wechsel angewendet werden.