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Sonstiger Schaderreger

Phytophthora cactorum

Phytophthora cactorum
PHYTCC

Phytophthora cactorum (EPPO-Code: PHYTCC) ist ein hochgradig destruktiver, bodenbürtiger Oomycet (Eipilz), der weltweit erhebliche wirtschaftliche Schäden im Obst- und Beerenanbau verursacht. Zu den Hauptwirten gehören Erdbeeren (Fragaria x ananassa), bei denen der Schaderreger die gefürchtete Rhizomfäule sowie die Lederfäule an den Früchten auslöst, sowie Kernobst (pomaceous fruit plants), bei dem er die Kragenfäule an der Stammbasis hervorruft.

Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Schaderregers ist enorm, da eine Infektion oft zum Totalausfall einzelner Kulturen oder ganzer Anlagen führt. Besonders in feuchten Jahren oder auf staunassen Böden breitet sich der Erreger rasant aus. Da die Dauersporen jahrelang im Boden überleben können, stellt Phytophthora cactorum ein dauerhaftes Risiko für Nachbauten und Neuanlagen dar.

Typ
Sonstiger Schaderreger
EPPO-Code
PHYTCC
Wirte
1 Kultur
Generationen
Mehrere Infektionszyklen pro Saison
Verbreitung
Der Erreger ist weltweit in gemäßigten und subtropischen Klimazonen verbreitet und verursacht insbesondere in Europa und Nordamerika in niederschlagsreichen Jahren verheerende Ernteverluste im Erdbeer- und Erwerbsobstbau.
Erstbeschreibung
Lebert & Cohn, 1870 (Deutschland)

Biologie / Lebenszyklus

Der Schaderreger überdauert ungünstige Perioden und den Winter als dickwandige Oospore (Dauerspore) im Boden oder in infizierten Pflanzenresten. Im Frühjahr keimen diese Oosporen bei steigenden Temperaturen und hoher Bodenfeuchtigkeit aus und bilden Sporangien. Aus diesen Sporangien werden bewegliche, zweigeißelige Zoosporen freigesetzt, die sich im Bodenwasser aktiv zu den Wurzeln oder der Stammbasis der Kulturen bewegen und dort infizieren. Während der Vegetationsperiode kommt es bei feucht-warmer Witterung durch Wind und Regenspritzer zu einer schnellen sekundären Ausbreitung über Sporangien, die insbesondere die Früchte (Lederfäule) infizieren.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte bereits vor der Pflanzung mit einer Bodenanalyse auf Phytophthora-Besatz beginnen. In stehenden Kulturen startet die visuelle Bonitur im Frühjahr mit dem Austrieb (ab BBCH 10 bis BBCH 50). Bei Erdbeeren ist die kritische Phase für die Lederfäule ab der Blüte (BBCH 60) bis zur Fruchtreife (BBCH 80) bei anhaltenden Niederschlägen. Achte besonders auf nesterweise auftretende Welkeerscheinungen und Kümmerwuchs in Senken oder auf verdichteten Fahrgassen. Schadschwellen im klassischen Sinn existieren nicht; beim ersten Auftreten von Symptomen oder bei anhaltender feucht-warmer Witterung während der sensiblen BBCH-Stadien müssen unverzüglich vorbeugende Behandlungen eingeleitet werden.

Symptome

Bei Erdbeeren äußert sich die Rhizomfäule durch plötzliche Welke der Herzblätter, die sich oft fahlgrün bis rötlich-braun verfärben; schneidet man das Rhizom längs auf, zeigt sich eine charakteristische rotbraune Verfärbung des Gewebes. Die Lederfäule an den Erdbeerfrüchten führt zu zäh-ledrigen, fahlbraunen bis purpurnen Flecken und einem bitteren Geschmack. Beim Kernobst verursacht die Kragenfäule eine rindennahe, rotbraune bis dunkelbraune Verfärbung und Fäulnis der Stammbasis (oft knapp über der Veredelungsstelle), die von einem sauren Geruch und späterem Welken der gesamten Krone begleitet wird.

Integriertes Management

Die Bekämpfung von Phytophthora cactorum erfordert ein konsequentes, integriertes Management. Kulturtechnisch stehen die Vermeidung von Staunässe durch Drainage, Dammkultur und die Verwendung von gesundem, zertifiziertem Pflanzgut im Vordergrund. Biologische Ansätze umfassen den Einsatz von nützlichen Bodenmikroorganismen (z. B. Trichoderma-Stämme oder Bacillus amyloliquefaciens) zur Stärkung der Wurzelzone vor der Pflanzung. Chemische Pflanzenschutzmittel (wie Phosphonate oder spezifische Oomyceten-Fungizide) sollten primär vorbeugend oder bei Infektionsgefahr eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein strikter Wirkstoffwechsel gemäß den FRAC-Richtlinien (z. B. Wechsel zwischen verschiedenen Wirkstoffklassen wie Carbonsäureamide (CAA) und Phenylamide) zwingend erforderlich.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie wählst du das passende Pflanzenschutzmittel gegen Phytophthora cactorum in unserer Datenbank aus?

Nutze die Suchfunktion im Hub und filtere gezielt nach der Kultur (z. B. Erdbeere oder Kernobst) und dem Schaderreger Phytophthora cactorum. Achte darauf, nur Pflanzenschutzmittel auszuwählen, die für das spezifische BBCH-Stadium deiner Kultur zugelassen sind, und prüfe die aktuelle Wartezeit vor der Ernte.

Warum ist die Applikation von Fungiziden nach den ersten sichtbaren Welkesymptomen im Rhizom oft wirkungslos?

Sobald du Welkesymptome an den Blättern siehst, ist das Leitgewebe im Rhizom oder am Stammgrund bereits irreversibel zerstört. Chemische Pflanzenschutzmittel wirken bei diesem Schaderreger primär protektiv; sie können das Absterben bereits stark infizierter Kulturen nicht mehr verhindern, sondern schützen lediglich noch gesunde Nachbarpflanzen.

Welchen Einfluss hat der Boden-pH-Wert auf das Infektionsrisiko durch diesen Schaderreger?

Ein leicht saurer bis neutraler Boden-pH-Wert begünstigt die Aktivität von Phytophthora cactorum. Du kannst das Risiko mindern, indem du durch gezielte Kalkung den pH-Wert im optimalen Bereich der Kultur hältst und Strukturverdichtungen vermeidest, da sauerstoffarme, nasse Böden die Freisetzung der infektiösen Zoosporen massiv triggern.

Wie kannst du das Risiko einer Resistenzbildung gegen Oomyceten-Fungizide im Betrieb aktiv minimieren?

Halte dich strikt an die FRAC-Vorgaben, indem du systemische Wirkstoffe (wie Phenylamide) maximal zweimal pro Saison einsetzt und diese stets mit Kontaktfungiziden kombinierst oder im Block mit anderen Wirkstoffklassen abwechselst. Verlasse dich niemals allein auf chemische Anwendungen, sondern maximiere kulturtechnische Maßnahmen wie die Tröpfchenbewässerung statt Überkopfberegnung.

Zu welchem BBCH-Stadium ist eine Bodenbehandlung bei Erdbeeren am effektivsten?

Eine vorbeugende Bodenbehandlung (z. B. durch Tauchen der Frigopflanzen vor der Pflanzung oder eine gezielte Applikation über die Tröpfchenbewässerung) ist im frühen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH 10–13) oder direkt nach der Pflanzung im Spätsommer am wirkungsvollsten, da sich zu diesen Zeiten die neuen Wurzeln bilden, die besonders anfällig für Zoosporen sind.

Kann der Erreger auch über Kompost oder organische Dünger in deine Kulturen eingeschleppt werden?

Ja, wenn der Kompost nicht vollständig und heiß genug thermophil kompostiert wurde (mindestens 55–60 °C über mehrere Wochen), können die extrem widerstandsfähigen Oosporen überleben. Verwende daher in deinen Kulturen ausschließlich zertifizierten Gütekompost, um eine unbewusste Kontamination unbelasteter Flächen zu verhindern.