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Schädling

Spargelfliege

Plioreocepta poeciloptera
PLPRPO

Die Spargelfliege (Plioreocepta poeciloptera, EPPO-Code: PLPRPO) ist einer der bedeutendsten tierischen Schaderreger im mitteleuropäischen Spargelanbau. Die zu den Bohrfliegen (Tephritidae) gehörende Art ist hochgradig spezialisiert und befällt ausschließlich Kulturen des Gemüsespargels (Asparagus officinalis). Ein starker Befall kann insbesondere in Junganlagen sowie in Ertragsanlagen nach dem Ende der Stechzeit zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen, da die Vitalität der Pflanzen nachhaltig geschwächt wird.

Während die adulten Fliegen selbst kaum direkte Schäden anrichten, dringen die minierenden Larven tief in die jungen Spargeltriebe ein. Dies führt zu einer empfindlichen Störung des Saftstroms, Deformationen und im schlimmsten Fall zum vorzeitigen Absterben des Krauts. Dadurch wird die Einlagerung von lebenswichtigen Reservestoffen in das Rhizom für das Folgejahr massiv beeinträchtigt, was zu drastischen Ertragsverlusten in der nächsten Erntesaison führt.

Typ
Schädling
EPPO-Code
PLPRPO
Wirte
1 Kultur
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Plioreocepta poeciloptera ist in ganz Mittel-, Süd- und Osteuropa verbreitet, wo immer intensiver Spargelanbau betrieben wird. Der wirtschaftliche Schaden ist in Hauptanbauregionen besonders hoch, da unbehandelte Bestände Ertragseinbußen von über 50 % im Folgejahr aufweisen können.
Erstbeschreibung
Schrank, 1776

Biologie / Lebenszyklus

Die Spargelfliege bringt in der Regel nur eine Generation pro Jahr hervor (univoltin). Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Boden oder in den verbliebenen Stängelresten des Vorjahres. Ab Mitte April bis Mai schlüpfen die adulten Fliegen, wobei der Hauptflug meist mit dem Austrieb der Spargelstangen zusammenfällt. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln unter die Epidermis der jungen, noch weichen Spargeltriebe. Die schlüpfenden Larven fressen sich im Inneren des Stängels abwärts in Richtung Rhizom, wo sie sich im Spätsommer im Stängelgrund oder im umgebenden Boden verpuppen, um dort bis zum nächsten Frühjahr zu verharren.

Bonitur

Die Überwachung des Zuflugs beginnt im Frühjahr ab dem BBCH-Stadium 09 bis 12 (Austrieb der ersten Triebe) mittels gelber Leimtafeln (Gelbschalen oder Gelbtafeln), die bodennah direkt in den Reihen aufgestellt werden. Da die Spargelfliege ein träger Flieger ist, müssen die Fallen präzise in der Flugzone knapp über dem Boden platziert werden. Ein kritischer Kontrollzeitpunkt liegt insbesondere nach dem Ende der Stechzeit (BBCH 19 bis 21), wenn die Ertragsanlagen durchtreiben und hochattraktiv für die Eiablage sind. Schadschwellen sind nicht exakt quantifiziert, jedoch erfordert der Nachweis erster adulter Fliegen in Junganlagen oder frisch ausgetriebenen Ertragsanlagen sofortige Aufmerksamkeit.

Symptome

Typische Symptome im Feld zeigen sich zunächst an verkrümmten, oft spiralförmig deformierten Spargeltrieben während des Austriebs. Im weiteren Verlauf verfärben sich die betroffenen Triebe gelblich und sterben vorzeitig von der Spitze her ab. Bei genauerer Betrachtung der Stängelbasis lassen sich unter der Epidermis die Fraßgänge (Minen) der Larven erkennen, die sich von oben nach unten ziehen. Im Inneren des Stängels, besonders im bodennahen Bereich, findet man die weißlichen, beinlosen Larven oder später die tonnenförmigen, braunen Puppen. Sekundärinfektionen durch Pilze (z. B. Fusarium spp.) führen häufig zu einer zusätzlichen Fäulnis des Stängelgrundes.

Integriertes Management

Die Bekämpfung der Spargelfliege erfordert ein konsequentes, integriertes Management. Kulturmaßnahmen bilden die wichtigste Säule: Das bodennahe Abschneiden und die vollständige Entfernung des Spargelkrauts im Spätherbst (vor dem Zerfall der Stängel) reduzieren das Überwinterungspotenzial drastisch; das Material sollte tief untergepflügt oder kompostiert werden. Chemische Behandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (z. B. Pyrethroiden oder systemischen Insektiziden) müssen exakt auf den Hauptflug und die Eiablage abgestimmt werden, da die Larven im Stängelinneren nicht mehr erreicht werden können. Zur Vermeidung von Wirkstoffresistenzen ist ein striktes IRAC-Wirkstoffklassenmanagement einzuhalten, indem Behandlungen nach dem Stechende (BBCH 19–51) gezielt und im Wechsel verschiedener Wirkmechanismen durchgeführt werden.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine chemische Behandlung gegen die Spargelfliege?

Da systemische Pflanzenschutzmittel die Larven im Inneren des Stängels nur unzureichend erfassen, muss die Anwendung exakt während des Hauptflugs der adulten Fliegen und vor der Eiablage erfolgen. Dies ist meist im Mai (während der Stechzeit in Junganlagen) oder direkt nach dem Ende der Ernte (in Ertragsanlagen ab BBCH 19) der Fall, sobald die ersten Fliegen auf den Gelbtafeln nachgewiesen werden.

Warum sind Junganlagen besonders durch die Spargelfliege gefährdet?

Junganlagen werden im Gegensatz zu Ertragsanlagen im Frühjahr nicht gestochen, sondern treiben bereits ab April kontinuierlich durch. Sie bieten den ausfliegenden Weibchen der Spargelfliege somit über einen langen Zeitraum hinweg ideale, weiche Triebe für die Eiablage, was ohne Schutzmaßnahmen zu einem Totalausfall der Anlage führen kann.

Wie kann ich im Farmable-Hub nach aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen diesen Schaderreger suchen?

Nutzen Sie im Hub die Filterfunktion für Schaderreger und suchen Sie gezielt nach dem EPPO-Code "PLPRPO" oder dem deutschen Namen "Spargelfliege". Das System listet Ihnen alle in Ihrem Land aktuell für die Kultur Spargel registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen, Wartezeiten und BBCH-Anwendungsfenstern auf.

Welche Rolle spielt die mechanische Bodenbearbeitung bei der Regulierung der Spargelfliege?

Eine tiefe Bodenbearbeitung im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr stört die im Boden oder in Stängelresten überwinternden Puppen. Durch das tiefe Vergraben (Pflügen) wird das Schlüpfen der adulten Fliegen im Frühjahr erheblich erschwert, da sie den Weg an die Oberfläche oft nicht bewältigen können.

Gibt es biologische Gegenspieler, die im integrierten Pflanzenschutz genutzt werden können?

In der Natur werden die Puppen und Larven der Spargelfliege von verschiedenen Schlupfwespenarten (z. B. aus der Familie der Braconidae) parasitiert. Ein gezielter kommerzieller Einsatz von Nützlingen ist im Freiland derzeit jedoch noch nicht praxisüblich; daher steht die Förderung der Biodiversität im Umfeld der Kultur im Vordergrund.

Wie unterscheidet sich der Schaden der Spargelfliege von dem der Spargelhähnchen?

Während die Larven der Spargelfliege ausschließlich im Inneren des Stängels minieren und Verkrümmungen sowie Welke verursachen, fressen die Larven und Käfer der Spargelhähnchen (Crioceris spp.) von außen an den Nadeln und der Stängelrinde (Schabefraß), was zu einem typischen Skelettierfraß führt.