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Schädling

Spargelfliege

Plioreocepta poeciloptera
PLPRPO

Die Spargelfliege (Plioreocepta poeciloptera, EPPO-Code: PLPRPO) ist einer der wirtschaftlich bedeutendsten Schaderreger im europäischen Spargelanbau. Dieser spezialisierte Schädling aus der Familie der Bohrtiefen (Tephritidae) befällt ausschließlich Spargel (Asparagus officinalis) und kann insbesondere in Junganlagen sowie auf Ertragsflächen nach dem Ende der Stechzeit erhebliche ökonomische Schäden verursachen.

Die Relevanz des Schädlings ergibt sich aus der Fraßaktivität der Larven im Inneren der Triebe. Durch die Zerstörung des Leitgewebes wird die Einlagerung von Reservestoffen in den Rhizomen drastisch reduziert, was zu Ertragseinbußen in den Folgejahren und im schlimmsten Fall zum Absterben ganzer Kulturen führt.

Typ
Schädling
EPPO-Code
PLPRPO
Wirte
1 Kultur
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Die Spargelfliege ist in ganz Mittel-, Süd- und Osteuropa verbreitet und tritt überall dort als Hauptschädling auf, wo intensiv Spargel angebaut wird.
Erstbeschreibung
Schrank, 1776

Biologie / Lebenszyklus

Der Schaderreger bildet nur eine Generation pro Jahr aus. Die Überwinterung erfolgt als Puppe im Inneren der verbliebenen Spargelstängel oder im umgebenden Boden. Ab Mitte April bis Mai schlüpfen die adulten Fliegen, deren Flugzeit stark von der Witterung abhängt und meist mit dem Austrieb der Spargelstangen (BBCH 09 bis 19) zusammenfällt. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln unter die Epidermis der jungen, noch weichen Triebe. Die schlüpfenden Larven minieren im Stängel abwärts in Richtung Kronenbereich, wo sie sich im Spätsommer verpuppen und bis zum nächsten Frühjahr verbleiben.

Bonitur

Das Monitoring beginnt im Frühjahr ab Mitte April, sobald die Bodentemperaturen steigen. Zur Überwachung des Erstflugs stellst du gelbe Leimtafeln (Gelbtafeln) in Bodennähe direkt in den Junganlagen oder nicht geernteten Kulturen auf. Da für diesen Schaderreger kein exakter wissenschaftlicher Schadensschwellenwert etabliert ist, gilt bereits der regelmäßige Fang von adulten Fliegen an warmen, windstillen Tagen als Signal für eine erhöhte Aufmerksamkeit. Achte besonders im BBCH-Stadium 11 bis 19 auf frische Eiablagespuren (kleine Einstichstellen) an den jungen Trieben.

Symptome

Typisch für einen Befall sind verkrümmte, spiralförmig deformierte oder peitschenartig gebogene Jungtriebe, die oft als "Korkenzieher-Symptom" bezeichnet werden. Im weiteren Verlauf welken diese Triebe, färben sich braun und sterben vorzeitig ab. Wenn du die betroffenen Stängel der Länge nach aufschneidest, erkennst du braune Fraßgänge (Miniergänge) im Markgewebe sowie die darin fressenden, weißlich-gelben Larven oder im Spätsommer die tonnenförmigen, braunen Puppen nahe der Stängelbasis.

Integriertes Management

Eine erfolgreiche Regulierung basiert auf einer konsequenten Kombination kulturtechnischer und chemischer Maßnahmen. Die wichtigste mechanische Maßnahme ist das bodennahe Abschneiden und die vollständige Entfernung oder das tiefe Unterpflügen des Spargelkrauts im Spätherbst, um die im Stängel überwinternden Puppen zu vernichten. Chemische Behandlungen mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln müssen exakt auf den Hauptflug der adulten Fliegen abgestimmt werden, noch bevor die Eiablage erfolgt. Achte beim Einsatz von Insektiziden auf den Wirkstoffwechsel gemäß den IRAC-Richtlinien, um Resistenzbildungen vorzubeugen, und halte die vorgeschriebene Wartezeit sowie die zulässige Aufwandmenge strikt ein.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheide ich den Schaden der Spargelfliege von dem des Spargelhähnchens?

Während die Larven der Spargelfliege ausschließlich im Inneren des Stängels minieren und dort unsichtbare Fraßgänge anlegen, fressen die Larven und Käfer des Spargelhähnchens von außen an den Nadeln und der Stängelrinde. Das typische Korkenzieher-Symptom mit der starken Verkrümmung wird primär durch den inneren Fraß der Spargelfliege verursacht.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine chemische Behandlung gegen diesen Schaderreger?

Eine Behandlung mit einem zugelassenen Pflanzenschutzmittel ist nur dann erfolgreich, wenn sie während des Hauptflugs der adulten Fliegen und vor der Eiablage erfolgt. Sobald sich die Larve erst einmal im Stängel befindet, ist sie chemisch nicht mehr effektiv zu bekämpfen. Nutze Gelbtafeln ab Mitte April, um den Flugbeginn exakt zu bestimmen.

Warum sind Junganlagen besonders durch die Spargelfliege gefährdet?

Junganlagen im ersten oder zweiten Standjahr werden nicht beerntet. Ihre Triebe wachsen bereits ab April kontinuierlich auf (BBCH 11–19) und bieten den Spargelfliegen über einen langen Zeitraum ideale Bedingungen für die Eiablage. Da diese Kulturen noch keine starken Rhizome ausgebildet haben, führt ein Befall hier besonders schnell zu dauerhaften Ausfällen.

Wie entsorge ich das Spargelkraut im Herbst am besten, um den Befallsdruck im Folgejahr zu senken?

Schneide das Kraut im Spätherbst so tief wie möglich unter der Erdoberfläche ab. Das Material sollte komplett von der Fläche entfernt und thermisch verwertet oder tief (mindestens 10–15 cm) untergepflügt werden. Kompostiere das Kraut nicht lose am Feldrand, da die Puppen dort problemlos überwintern und im Frühjahr schlüpfen können.

Welche Rolle spielen Wildspargelbestände in der Nähe meiner Kultur?

Wildspargel oder vergessene Spargelpflanzen an Wegrändern dienen der Spargelfliege als unbehandelte Rückzugsgebiete und Infektionsquellen. Wenn du solche Bestände in der Nähe deiner Kultur bemerkst, solltest du sie nach Möglichkeit entfernen oder bei deinem Monitoring besonders im Auge behalten.

Wie finde ich im Hub registrierte Pflanzenschutzmittel gegen die Spargelfliege?

Nutze die Suchfunktion im Hub und filtere nach der Kultur "Spargel" und dem Schaderreger "Spargelfliege". Achte bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen, die zugelassene Aufwandmenge und die einzuhaltende Wartezeit für deine jeweilige Nutzungsrichtung (Ertrags- oder Junganlage).