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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

BENEVIA

BVL Zul.-Nr. 00A175-00

Benevia ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums saugender und beißender Schaderreger in zahlreichen Gemüse- und Beerenobstkulturen. Als Formulierung zur Blattanwendung zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Haftung und schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es bietet Erwerbsgärtnern eine zuverlässige Lösung, um empfindliche Kulturen in kritischen Wachstumsphasen vor erheblichem Ertrags- und Qualitätsverlust zu schützen.

Das Wirkungsspektrum umfasst schwer bekämpfbare Schädlinge wie Weiße Fliegen, Thripse, Minierfliegen sowie verschiedene freifressende Schmetterlingsraupen und Dipteren-Arten (z. B. Kohlfliege, Möhrenfliege). Durch die schnelle Unterbindung der Fraß- und Saugtätigkeit schützt Benevia die Kulturen nahezu unmittelbar nach der Applikation vor direktem Schaden und mindert zudem das Risiko einer Übertragung von Pflanzenviren durch Vektoren.

Wirkstoffe

Cyantraniliprole
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Cyantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Anthranilamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Modulatoren der Ryanodin-Rezeptoren) eingestuft. Er greift gezielt in den Calcium-Haushalt der Muskelzellen der Schaderreger ein. Durch die dauerhafte Aktivierung der Ryanodin-Rezeptoren strömen unkontrolliert Calcium-Ionen aus den internen Speichern in das Zytoplasma, was zu einer sofortigen Muskelkontraktion und anschließenden Lähmung führt. Für den Anwender zeigt sich dieser biochemische Effekt in einem extrem schnellen Fraß- und Saugstopp der Zielschädlinge, oft schon innerhalb weniger Stunden nach dem Kontakt oder der Aufnahme des Wirkstoffs. Obwohl die Schaderreger noch einige Zeit auf der Kultur verbleiben können, richten sie keinen Schaden mehr an und sterben schließlich ab.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, muss Benevia strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements (IRM) eingesetzt werden. Da Cyantraniliprole der IRAC-Gruppe 28 angehört, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison und Kultur streng limitiert. Behandlungen sollten blockweise oder im Wechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus erfolgen, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Benevia ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Blattdüngern mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist jedoch stets die physikalische und chemische Verträglichkeit der Mischungspartner vorab in einem Kleingefäß zu prüfen. Da es sich um eine ölbasierte Formulierung handelt, kann die Zugabe von bestimmten Netzmitteln oder Additiven die Penetration verbessern, sollte aber insbesondere bei empfindlichen Kulturen unter extremen Witterungsbedingungen (z. B. starker Sonneneinstrahlung oder Hitze) vorsichtig dosiert werden, um Phytotoxizität zu vermeiden. Eine ausreichende Wasseraufwandmenge sichert zudem eine lückenlose Benetzung der Kultur.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungs-Maßnahmen (wie der Einsatz abdriftmindernder Düsen) strikt einzuhalten. Bezüglich des Schutzes von Bestäubern und anderen Nützlingen sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen zu beachten, weshalb Applikationen vorzugsweise außerhalb des aktiven Bienenflugs in den Abendstunden durchgeführt werden sollten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ErdbeereWeiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen, Thrips spp.12–890.75 LITER_PER_HECTARE1T
ChicoreeZweiflügler (Fliegen und Mücken, Diptera), Freifressende Schmetterlingsraupen, Thrips spp.40–890.75 LITER_PER_HECTARE14T
Wurzel- und KnollengemüseKohlweißlings-Arten, Thrips spp., Eulenarten (Noctuidae)41–890.75 LITER_PER_HECTARE14T
Wurzel- und KnollengemüseMamestra-Arten41–890.5 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereBlattläuse, Zweiflügler (Fliegen und Mücken, Diptera), Freifressende Schmetterlingsraupen12–890.75 LITER_PER_HECTARE1T
AubergineKalifornischer Blütenthrips, Gewächshausmottenschildlaus, Zwiebelthrips12–891.125 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen12–891.125 LITER_PER_HECTARE1T
MeloneGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen12–890.75 LITER_PER_HECTARE1T
PastinakMöhrenfliege11–89750 MILLILITER_PER_HECTARE14T
MeloneMinierfliegen12–890.4 LITER_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisMinierfliegen12–890.4 LITER_PER_HECTARE1T
TomateMinierfliegen, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta)12–890.6 LITER_PER_HECTARE1T
Salat-ArtenFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.75 LITER_PER_HECTARE1T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Weiße Fliegen11–49750 MILLILITER_PER_HECTARE7T
WassermeloneMinierfliegen12–890.4 LITER_PER_HECTARE1T
BlumenkohleWeiße Fliegen11–49750 MILLILITER_PER_HECTARE7T
BlumenkohleKleine Kohlfliege11–49750 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ZwiebelgemüseZwiebelthrips, Zwiebelfliege12–79750 MILLILITER_PER_HECTARE14T
MöhreMöhrenfliege11–89750 MILLILITER_PER_HECTARE14T
SpargelSpargelfliege9–55750 MILLILITER_PER_HECTARE
WassermeloneGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen12–890.75 LITER_PER_HECTARE1T
FlaschenkürbisGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen12–890.75 LITER_PER_HECTARE1T
BlumenkohleFreifressende Schmetterlingsraupen11–49750 MILLILITER_PER_HECTARE7T
AubergineMinierfliegen, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta)12–890.6 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen12–891.125 LITER_PER_HECTARE1T
TomateKalifornischer Blütenthrips, Gewächshausmottenschildlaus, Zwiebelthrips12–891.125 LITER_PER_HECTARE1T
SpargelSpargelfliege9–55750 MILLILITER_PER_HECTARE
GurkeMinierfliegen12–890.6 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereErdbeerblütenstecher12–89750 MILLILITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniMinierfliegen12–890.6 LITER_PER_HECTARE1T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Freifressende Schmetterlingsraupen11–49750 MILLILITER_PER_HECTARE7T
FlaschenkürbisMinierfliegen12–890.4 LITER_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisGewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen12–890.75 LITER_PER_HECTARE1T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Kleine Kohlfliege11–49750 MILLILITER_PER_HECTARE7T
KartoffelKartoffelkäfer12–69125 MILLILITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Benevia gegen die Möhrenfliege?

Die Applikation sollte sich nach dem Warndienstaufruf richten, idealerweise kurz nach dem Einsetzen des Hauptfluges der Möhrenfliege bzw. bei beginnender Eiablage. Dadurch werden die schlüpfenden Larven erfasst, bevor sie sich in die Rübe einbohren können.

Warum ist der schnelle Fraßstopp bei Benevia so wichtig für den Kulturschutz?

Nach der Aufnahme von Cyantraniliprole stellen die Schaderreger die Nahrungsaufnahme fast augenblicklich ein. Dies verhindert nicht nur mechanische Schäden und Ertragsverluste, sondern minimiert auch die Übertragung von Pflanzenviren durch saugende Insekten wie Blattläuse oder Weiße Fliegen.

Kann Benevia im Gewächshaus und im Freiland gleichermaßen eingesetzt werden?

Ja, das Produkt besitzt Zulassungen für beide Anbausysteme. Die genauen Anwendungsbedingungen, maximalen Aufwandmengen und einzuhaltenden Wartezeiten variieren jedoch je nach Kultur und Anbauform (Freiland vs. unter Glas) und müssen den spezifischen BVL-Zulassungsdaten entnommen werden.

Wie verhält sich Benevia bei Regen kurz nach der Applikation?

Dank der modernen Formulierung dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein (translaminare Wirkung). Sobald der Spritzbelag angetrocknet ist (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden), ist das Pflanzenschutzmittel hervorragend regenfest.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe mit Benevia?

Der Wirkstoff Cyantraniliprole ist in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich des Wassers (pH 5,5 bis 7,0) am stabilsten. Bei sehr alkalischem Brunnenwasser (pH > 8) kann es zu einer beschleunigten Hydrolyse des Wirkstoffs kommen, weshalb in solchen Fällen die Verwendung eines pH-Regulators empfohlen wird.

Wie lässt sich Benevia optimal in ein biologisches Pflanzenschutzkonzept integrieren?

Da Benevia nützlingsschonende Eigenschaften aufweist, lässt es sich gut mit dem Einsatz von Nützlingen (wie Schlupfwespen oder Raubmilben) kombinieren. Dennoch sollte die Spritzung so terminiert werden, dass die Nützlingspopulationen sich bereits etabliert haben oder nach der Wartezeit neu freigelassen werden.