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Kultur

Spreizende Melde

Atriplex patula
ATXPA

Die Ausgebreitete Melde (Atriplex patula, EPPO-Code: ATXPA) ist ein einjähriges, krautiges Unkraut aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Sie ist in ganz Europa weit verbreitet und tritt vor allem auf nährstoffreichen, humosen Lehm- und Sandböden auf. Als typischer Stickstoffzeiger ist sie häufig auf Äckern, in Weinbergen, im Hopfenbau sowie auf Ruderalflächen zu finden, wo sie stark mit den Kulturen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurriert.

Wirtschaftlich relevant ist die Ausgebreitete Melde insbesondere in Hackkulturen, Gemüse und Sonderkulturen wie dem Hopfen (Humulus lupulus). Durch ihr rasches Jugendwachstum und die starke Verzweigung kann sie junge Kulturen schnell überwachsen und unterdrücken. Neben dem direkten Ertragsverlust erschwert eine starke Verunkrautung die mechanische Ernte und kann als Wirt für verschiedene Schaderreger dienen.

Typ
Kultur
EPPO-Code
ATXPA
Wirte
1 Kultur
Generationen
1 Generation pro Saison
Verbreitung
Die Ausgebreitete Melde ist in den gemäßigten Zonen Eurasiens und Nordamerikas weit verbreitet und gilt in Mitteleuropa als gemeines, ertragsminderndes Unkraut in fast allen landwirtschaftlichen Kulturen.

Biologie / Lebenszyklus

Die Ausgebreitete Melde ist ein sommerannueller Licht- und Wärmekeimer, dessen Hauptkeimzeit im Frühjahr liegt, wobei Keimungen bis in den Spätsommer hinein möglich sind. Nach dem schnellen Auflaufen entwickelt die Pflanze einen aufrechten bis niederliegenden, stark verzweigten Habitus und erreicht Wuchshöhen von 30–100 cm. Die unscheinbaren, grünlichen Blüten erscheinen von Juli bis September und werden windbestäubt. Eine einzelne Pflanze kann mehrere tausend Samen produzieren, die im Boden eine extrem hohe Langlebigkeit aufweisen und über viele Jahre hinweg keimfähig bleiben.

Bonitur

Das Monitoring im Feld sollte frühzeitig im Frühjahr mit dem Auflaufen der Kulturen beginnen. Im Hopfenbau empfiehlt sich eine systematische Bonitur ab dem Austrieb der Reben (BBCH 09 bis BBCH 19), um aufkommende Keimlinge rechtzeitig zu erfassen. Da die Ausgebreitete Melde im frühen Stadium leicht mit Arten der Gattung *Chenopodium* (Gänsefuß) verwechselt werden kann, ist auf die charakteristischen, spießförmigen Laubblätter zu achten. Wirtschaftliche Schadschwellen sind für Sonderkulturen oft niedrig angesetzt; eine Behandlung sollte idealerweise durchgeführt werden, bevor die Unkräuter das BBCH-Stadium 14 (4-Laubblatt-Stadium) überschreiten, da ältere Pflanzen eine deutlich höhere Toleranz gegenüber mechanischen und chemischen Maßnahmen aufweisen.

Integriertes Management

Ein integriertes Management der Ausgebreiteten Melde basiert auf einer Kombination aus pflanzenbaulichen, mechanischen und chemischen Maßnahmen. Fruchtfolgegestaltung mit einem hohen Anteil an Wintergetreide sowie eine gezielte Stoppelbearbeitung reduzieren den Samenvorrat im Boden effektiv. In Reihenkulturen und im Hopfenbau ist die mechanische Unkrautbekämpfung durch Hacken und Striegeln im frühen Keimblattstadium sehr wirksam. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (Herbiziden) ist auf eine rechtzeitige Anwendung im frühen Nachauflauf zu achten. Um der Entstehung von Herbizidresistenzen vorzubeugen, müssen Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Klassen im Wechsel oder in Tankmischungen eingesetzt werden, wobei insbesondere auf die Vermeidung einseitiger Selektion durch ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe B) geachtet werden sollte.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich die Ausgebreitete Melde im Keimblattstadium sicher vom Weißen Gänsefuß unterscheiden?

Im frühen Keimblattstadium sind die beiden Arten sehr ähnlich. Die Ausgebreitete Melde besitzt jedoch meist schmalere, länglichere Keimblätter, und die ersten echten Laubblätter weisen am Grund oft zwei spießförmig abstehende Lappen auf, während die Blätter des Weißen Gänsefußes eher rautenförmig-eiförmig und stark mehlartig bestäubt sind.

Welche Rolle spielt die Bodenbearbeitung bei der Regulierung von Atriplex patula?

Da die Samen der Ausgebreiteten Melde Lichtkeimer sind, fördert eine flache Bodenbearbeitung im Frühjahr das Auflaufen, was für ein gezieltes "Falsches Saatbett" genutzt werden kann. Eine tiefe Wendung des Bodens vergräbt die Samen zwar, konserviert sie jedoch aufgrund ihrer extremen Langlebigkeit im Boden, weshalb ein minimal-invasives System oft vorteilhafter ist.

Bis zu welchem BBCH-Stadium der Kultur ist eine mechanische Bekämpfung im Hopfenbau sinnvoll?

Die mechanische Regulierung durch Hacken oder Bürsten sollte idealerweise vor dem Anleiten der Hopfenreben (bis ca. BBCH 31) abgeschlossen sein. Spätere mechanische Eingriffe im Wurzelraum können die empfindlichen Hopfenwurzeln beschädigen und das Risiko für den Eintrag von bodenbürtigen Schaderregern erhöhen.

Welche HRAC-Klassen sind bei der chemischen Bekämpfung besonders von Resistenzen bedroht?

Weltweit und regional gibt es vermehrt Berichte über Resistenzen von Amaranthaceae-Arten gegenüber ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe B) und Photosynthese-Hemmern (HRAC-Gruppe C1/C2). Ein konsequenter Wirkstoffwechsel und die Kombination mit Bodenherbiziden (z. B. HRAC-Gruppe F4 oder K3) sind für ein nachhaltiges Resistenzmanagement unerlässlich.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen dieses Unkraut?

Nutzen Sie die Suchfunktion in unserem Pflanzenschutzmittel-Hub und filtern Sie nach der Zielkultur (z. B. Hopfen) und dem Schaderreger "Ausgebreitete Melde" oder dem EPPO-Code "ATXPA". Achten Sie darauf, die regionalen Zulassungsbestimmungen und die spezifischen Anwendungsbestimmungen des BVL zu berücksichtigen.

Welchen Einfluss hat der pH-Wert des Bodens auf das Auftreten der Ausgebreiteten Melde?

Die Ausgebreitete Melde bevorzugt neutrale bis mäßig saure, nährstoff- und stickstoffreiche Böden. Auf stark sauren Standorten ist ihre Konkurrenzkraft deutlich herabgesetzt, weshalb eine gezielte Kalkung der Kulturflächen zur Strukturverbesserung indirekt auch zur Unterdrückung dieses Schaderregers beitragen kann.