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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Dicopur M

BVL Zul.-Nr. 060939-62

Dicopur M von Nufarm ist ein bewährtes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in Getreide, Mais und auf dem Grünland. Als flüssiges Konzentrat (SL) formuliert, basiert das Pflanzenschutzmittel auf dem hochkonzentrierten Wirkstoff MCPA. Es hat sich seit Jahrzehnten als verlässlicher Standard im Ackerbau und in der Grünlandpflege etabliert, um hartnäckige Unkrautarten effektiv zu kontrollieren und Ertragsverluste zu minimieren.

Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl einjähriger und mehrjähriger zweikeimblättriger Schaderreger. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Wirkung gegen Problemunkräuter wie Distel-Arten (insbesondere die Acker-Kratzdistel), Gänsefuß-Arten, Kornblume sowie den schwer bekämpfbaren Acker-Schachtelhalm. Durch die systemische Verteilung im Saftstrom der Pflanzen werden auch tief wurzelnde Unkräuter nachhaltig geschädigt, was einen dauerhaften Bekämpfungserfolg sichert.

Wirkstoffe

MCPA
612.35 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff MCPA gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und ist im HRAC-System in die Gruppe 4 (früher Klasse O) als synthetisches Auxin eingestuft. Er imitiert das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze, sowohl akropetal als auch basipetal, transportiert und reichert sich in den meristematischen Geweben an. Dies führt zu einem unkontrollierten, asymmetrischen Wachstum der betroffenen Unkräuter. Es kommt zu typischen Deformationen wie Epinstien (Verkrümmungen von Stängeln und Blättern), dem Aufplatzen von Gewebe und schließlich zum Absterben der Leitbündel. Da einkeimblättrige Kulturen wie Getreide oder Gräser den Wirkstoff metabolisch schnell abbauen können, zeichnet sich Dicopur M durch eine hervorragende Selektivität und Kulturverträglichkeit aus.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen sollte Dicopur M stets in ein integriertes Unkrautmanagement eingebunden werden. Obwohl für synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) weltweit ein vergleichsweise geringes Resistenzrisiko besteht, empfiehlt sich der regelmäßige Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. ALS-Inhibitoren). Zudem unterstützt der gezielte Einsatz in Tankmischungen oder Spritzfolgen die langfristige Absicherung der Wirkungsbreite, insbesondere bei der Bekämpfung von schwer kontrollierbaren Schaderregern im Getreide- und Grünlandbereich.

Mischbarkeit & Tankmischung

Dicopur M ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch stets die Gebrauchsanleitung der Mischpartner zu beachten und vorab eine physikalische Verträglichkeitsprobe durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter und ausreichender Luftfeuchtigkeit erfolgen. Extrem hartes Wasser oder sehr niedrige Wassertemperaturen können die Löslichkeit beeinträchtigen, weshalb auf eine gleichmäßige Durchmischung im Spritztank zu achten ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Dicopur M ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Nitrilhandschuhen, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die länderspezifischen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungsklassen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern vermieden werden, um Nichtzielorganismen und nützliche Insekten im Agrarökosystem zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GräserAusfallraps, Distel-Arten, Gänsefuß-Arten13–491.4 LITER_PER_HECTARE
GräserDistel-Arten13–4928 LITER_PER_1000_LITER_WATER
WinterweichweizenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
MiscanthusEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–141.5 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
StilllegungsflächenAcker-Kratzdistel, Acker-Gänsedistel1.5 LITER_PER_HECTARE28T
Langährige QueckeAcker-Kratzdistel, Acker-Winde13–491.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
ZierkoniferenZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE14T
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Schachtelhalm2 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
SommerhartweizenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
Nordmann-TanneZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
SommergersteAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
SteinobstZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
DinkelAcker-Kratzdistel, Acker-Winde13–391.4 LITER_PER_HECTARE
SommerroggenAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE
GräserDistel-Arten13–4910 LITER_PER_1000_LITER_WATER
HartweizenAcker-Kratzdistel, Acker-Winde13–391.4 LITER_PER_HECTARE
HopfenZweikeimblättrige Unkräuter, Distel-Arten, Gänsefuß-Arten51–971 LITER_PER_HECTARE35T
DinkelAcker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–391.4 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Dicopur M gegen Wurzelunkräuter wie Disteln?

Die beste Wirkung gegen ausdauernde Wurzelunkräuter wie die Acker-Kratzdistel wird erzielt, wenn sich die Schaderreger im aktiven Wachstum befinden und eine ausreichende Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben (idealerweise bei einer Rosettengröße von ca. 15–20 cm). Zu diesem Zeitpunkt wird der Wirkstoff besonders effizient bis in die Wurzeln transportiert, was einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Dicopur M nach der Anwendung?

Da MCPA ein wuchsstoffbasiertes Herbizid ist, ist wüchsiges, warmes Wetter mit Temperaturen zwischen 12 °C und 25 °C optimal für eine schnelle Wirkung. Bei kühler Witterung verzögert sich der Wirkungseintritt, während bei extremer Hitze oder Trockenstress die Aufnahme durch die Unkräuter blockiert sein kann. Regenfestigkeit ist in der Regel nach ca. 2 bis 4 Stunden gegeben.

Kann Dicopur M auch im Grünland zur Ampferbekämpfung eingesetzt werden?

Dicopur M besitzt eine gute Nebenwirkung auf jungen Ampfer, ist jedoch primär auf Schaderreger wie Distel-Arten, Hahnenfuß und andere zweikeimblättrige Unkräuter ausgerichtet. Für eine gezielte und nachhaltige Ampferbekämpfung im Grünland empfiehlt sich die Kombination mit einem spezifischen Ampferherbizid oder die Nutzung spezialisierter Mischpartner im Rahmen einer integrierten Strategie.

Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums der Kultur bei der Anwendung so wichtig?

Die Kulturverträglichkeit von MCPA basiert darauf, dass die Kultur den Wirkstoff metabolisch abbauen kann. Im Getreide darf die Behandlung erst ab dem Ende der Bestockung bis zum Beginn des Schossens erfolgen. Eine zu frühe oder zu späte Behandlung außerhalb der zugelassenen BBCH-Stadien kann zu schweren Deformierungen der Ähren und erheblichen Ertragseinbußen führen.

Was muss bezüglich der Wartezeit vor der Nutzung von behandeltem Grünland beachtet werden?

Nach einer Behandlung auf Wiesen und Weiden muss die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit strikt eingehalten werden, bevor die Flächen wieder beweidet oder für die Futtergewinnung (Silage oder Heu) gemäht werden dürfen. Dies stellt sicher, dass keine Wirkstoffrückstände in die tierische Nahrungskette gelangen und schützt die Tiergesundheit.

Wie verhält sich Dicopur M im Boden und gibt es Einschränkungen für Nachbaukulturen?

Der Wirkstoff MCPA wird im Boden relativ schnell durch Mikroorganismen abgebaut und weist eine geringe Persistenz auf. Unter normalen Bedingungen und bei Einhaltung der üblichen Wartezeiten sowie einer fachgerechten Bodenbearbeitung vor der Neuanlage sind keine negativen Auswirkungen auf nachfolgende Kulturen in der Fruchtfolge zu erwarten.