MCPA Klassik
MCPA Klassik von Nufarm Deutschland GmbH ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums einjähriger und ausdauernder zweikeimblättriger Unkräuter. Formuliert als wasserlösliches Konzentrat (SL) mit dem bewährten Wirkstoff MCPA (612,35 g/l), hat sich dieses Pflanzenschutzmittel als Standardlösung im professionellen Ackerbau, auf Grünland sowie in Sonderkulturen etabliert. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattwerk und eine hervorragende Verteilung bis in die Wurzelspitzen aus.
Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige landwirtschaftliche Kulturen wie Winter- und Sommergetreide (darunter Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Dinkel), Hops sowie forstliche Kulturen und Wiesen. Besonders geschätzt wird MCPA Klassik für seine kompromisslose Wirkung gegen schwer bekämpfbare Wurzelunkräuter wie die Acker-Kratzdistel und die Acker-Winde. Auch hartnäckige Schaderreger wie der Acker-Schachtelhalm werden oberirdisch effektiv niedergehalten, was die Ernte erleichtert und den Unkrautdruck für Folgekulturen nachhaltig senkt.
Dank seiner flexiblen Einsatzfenster, die sich über weite BBCH-Stadien der Kulturen erstrecken, lässt sich das Herbizid optimal in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es bietet Landwirten eine wirtschaftliche und hochwirksame Möglichkeit, Ertragsverluste durch Unkrautkonkurrenz zu verhindern und gleichzeitig die Futterqualität auf Weideflächen zu sichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
MCPA Klassik basiert auf dem bewährten Wirkstoff MCPA, der zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren gehört und im HRAC-System in die Gruppe 4 (synthetische Auxine) eingestuft ist. Der Wirkstoff imitiert das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Nach der Aufnahme über die Blätter und in geringem Maße über die Wurzeln wird er systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in die Wachstumszonen (Meristeme) der Unkräuter transportiert. In den empfindlichen zweikeimblättrigen Schaderregern führt diese hormonelle Überdosierung zu einer unkontrollierten, asymmetrischen Zellteilung und -streckung. Dies äußert sich in den typischen Wuchsanomalien wie dem Drehen und Biegen der Stängel (Epinastie) sowie dem anschließenden Platzen des Gewebes. Der Stoffwechsel bricht zusammen, die Leitungsbahnen verstopfen, und die Unkräuter sterben innerhalb weniger Wochen vollständig ab. Monokotyle Kulturen wie Getreide und Gräser können den Wirkstoff rasch abbauen und bleiben bei termingerechter Anwendung ungeschädigt.
Resistenzmanagement
Obwohl für den Wirkstoff MCPA (HRAC-Gruppe 4) weltweit ein vergleichsweise geringes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen besteht, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, sollte MCPA Klassik stets in eine weite Fruchtfolge integriert und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. ALS-Inhibitoren aus der HRAC-Gruppe 2 oder Photosynthesehemmern aus der HRAC-Gruppe 5) eingesetzt werden. Die Kombination oder der sequentielle Einsatz mit Partnern, die über ein anderes Wirkungsspektrum verfügen, verhindert effektiv die einseitige Selektion schwer bekämpfbarer Unkrautbiotypen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Getreideherbiziden (insbesondere Sulfonylharnstoffen), Fungiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist die Spritze zunächst mit zwei Dritteln der benötigten Wassermenge zu befüllen, bevor MCPA Klassik unter ständigem Rühren hinzugegeben wird; erst danach folgen die Mischpartner. Um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht bei extremer Hitze (über 25 °C), starker Sonneneinstrahlung oder unmittelbar vor Frostperioden erfolgen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit MCPA Klassik ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe und Augenschutz) bei der Handhabung des Konzentrats sowie während der Ausbringung zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sowie der Einsatz abdriftmindernder Technik strikt einzuhalten. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes nicht in blühende Bestände oder auf von Bienen aktiv beflogene Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerhartweizen | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gräser | Ausfallraps, Distel-Arten, Gänsefuß-Arten | 13–49 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhafer | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerroggen | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Distel-Arten, Gänsefuß-Arten | 51–97 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zierkoniferen | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Acker-Kratzdistel, Acker-Winde | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nordmann-Tanne | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Miscanthus | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–14 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Acker-Kratzdistel, Acker-Winde | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gräser | Distel-Arten | 13–49 | 10 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Langährige Quecke | Acker-Kratzdistel, Acker-Winde | 13–49 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Kratzdistel, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Zweikeimblättrige Unkräuter, Acker-Schachtelhalm | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gräser | Distel-Arten | 13–49 | 28 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Stilllegungsflächen | Acker-Kratzdistel, Acker-Gänsedistel | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Acker-Kratzdisteln mit MCPA Klassik?
Der beste Bekämpfungserfolg gegen die Acker-Kratzdistel wird erzielt, wenn sich die Disteln im aktiven Wachstum befinden und eine Höhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht haben (Rosettenstadium bis kurz vor der Knospenbildung). Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom in die Wurzeln besonders stark, was eine maximale Translokation des Wirkstoffs in das unterirdische Wurzelsystem gewährleistet und einen Wiederaustrieb effektiv verhindert.
Kann MCPA Klassik auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Für eine optimale Wirkung benötigt MCPA Klassik wüchsiges Wetter mit Temperaturen von dauerhaft über 10 °C, idealerweise zwischen 12 °C und 20 °C. Bei Frostgefahr oder starker nächtlicher Abkühlung verlangsamt sich der Stoffwechsel der Schaderreger, was die Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs im Pflanzengewebe erheblich beeinträchtigt und den Bekämpfungserfolg mindert.
Was ist bei der Anwendung von MCPA Klassik auf Wiesen und Weiden bezüglich des Weidegangs zu beachten?
Nach einer Behandlung auf Grünlandflächen muss die gesetzlich festgesetzte Wartezeit für die Beweidung oder den Schnitt zur Futtergewinnung strikt eingehalten werden. Dies verhindert nicht nur Rückstände im Erntegut, sondern schützt auch die Nutztiere, da behandelte, an sich giftige Unkräuter (wie das Jakobskreuzkraut) durch den hormonellen Welkeprozess ihre natürliche Bitterkeit verlieren und sonst vom Vieh gefressen würden.
Warum zeigt MCPA Klassik eine Wirkung gegen den sonst schwer bekämpfbaren Acker-Schachtelhalm?
Obwohl der Acker-Schachtelhalm kein klassisches zweikeimblättriges Unkraut ist, reagiert er empfindlich auf den wuchsstoffartigen Wirkungsmechanismus von MCPA. Der Wirkstoff stört die Zellteilung in den Triebspitzen, was zu einem schnellen oberirdischen Absterben der grünen Pflanzenteile führt. Für eine dauerhafte Zurückdrängung des tiefen Rhizomsystems sind jedoch meist Folgebehandlungen in den nächsten Jahren erforderlich.
Gibt es Einschränkungen beim Nachbau von Zwischenfrüchten nach dem Einsatz dieses Pflanzenschutzmittels?
Da der Wirkstoff MCPA im Boden relativ rasch durch Mikroorganismen abgebaut wird, bestehen beim normalen Nachbau im Rahmen der Fruchtfolge keine Einschränkungen. Wenn jedoch direkt nach der Ernte sehr empfindliche zweikeimblättrige Zwischenfrüchte (wie Leguminosen oder Kruziferen) eingesät werden sollen, empfiehlt sich ein Sicherheitsabstand von mindestens zwei bis drei Wochen nach der letzten Anwendung, um Keimschäden zu vermeiden.
Wie finde ich auf der Plattform weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen spezifische Unkräuter?
Nutzen Sie hierzu die integrierte Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach Ihrer Kultur und dem jeweiligen Schaderreger filtern, um eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive ihrer Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und HRAC-Klassifizierungen zu erhalten.