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Kultur

Strandkamille

Tripleurospermum maritimum
MATMA

Die Strandkamille (Tripleurospermum maritimum, EPPO-Code: MATMA), auch als Meerstrandkamille bekannt, ist ein ausdauerndes oder zweijähriges Korbblütengewächs (Asteraceae), das vor allem in küstennahen Regionen sowie auf salzhaltigen oder sandigen Standorten vorkommt. In landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere im Mais (Zea mays), kann sie sich als hartnäckiges Unkraut etablieren, wenn die Standortbedingungen feucht und nährstoffreich sind. Durch ihre hohe Konkurrenzkraft um Licht, Wasser und Nährstoffe kann sie bei starkem Besatz erhebliche Ertragseinbußen verursachen.

Phytopathologisch und agronomisch ist dieser Schaderreger eng mit der Geruchlosen Kamille verwandt, zeigt jedoch eine höhere Toleranz gegenüber extremen Witterungsbedingungen und Salzstress. Ihre Ausbreitung erfolgt primär über Samen, die über Wind, Wasser oder landwirtschaftliche Maschinen verschleppt werden. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Regulierung sind entscheidend, um eine dauerhafte Etablierung auf dem Feld zu verhindern.

Typ
Kultur
EPPO-Code
MATMA
Wirte
1 Kultur
Generationen
1–2 Generationen pro Jahr
Verbreitung
Die Strandkamille ist vor allem in den Küstenregionen Nord- und Westeuropas verbreitet, dringt jedoch zunehmend über Verkehrswege und sandige Standorte in das Binnenland vor, wo sie in Hackfrüchten und Getreide lokale Ertragsschäden verursacht.

Biologie / Lebenszyklus

Die Keimung der Strandkamille erfolgt vorwiegend im Herbst oder im zeitigen Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen über 5 °C steigen. Nach der Etablierung als Blattrosette überwintert die Pflanze und entwickelt im darauffolgenden Frühjahr verzweigte Triebe, die eine Höhe von bis zu 60 cm erreichen können. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, in der jede Pflanze Tausende von schwimmfähigen und langlebigen Samen produziert. Diese Samen verbleiben im Boden über mehrere Jahre keimfähig und bilden eine hartnäckige Samenbank, die bei nachfolgenden Bodenbearbeitungen reaktiviert wird.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte bereits im zeitigen Frühjahr vor der Aussaat der Hauptkulturen sowie während der frühen Jugendentwicklung der Kultur (z. B. bei Mais im BBCH-Stadium 10 bis 14) erfolgen. Achte bei der Feldbegehung besonders auf feuchte Senken, Vorgewende und Feldränder, da sich der Schaderreger dort bevorzugt ansiedelt. Ein wirtschaftlicher Schadensschwellenwert liegt bei etwa 2 bis 5 Pflanzen pro Quadratmeter in Konkurrenz zu empfindlichen Kulturen. Bei Überschreitung dieses Schwellenwerts im frühen BBCH-Stadium ist eine gezielte Behandlung zur Sicherung des Ertrags dringend empfohlen.

Integriertes Management

Die Regulierung der Strandkamille erfordert eine integrierte Strategie, die mechanische, pflanzenbauliche und chemische Maßnahmen kombiniert. Eine tiefe Wendung des Bodens (Pflügen) kann die Samen vergraben, während eine flache Stoppelbearbeitung im Herbst die Keimung anregt, um die aufgelaufenen Pflanzen mechanisch zu vernichten. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten frühzeitig im Rosettenstadium appliziert werden, da ältere Pflanzen eine hohe Toleranz aufweisen. Um der Entstehung von Herbizidresistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement nach den HRAC-Richtlinien unerlässlich; wechsle regelmäßig zwischen Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. ALS-Inhibitoren und synthetischen Auxinen) und vermeide wiederholte Solo-Anwendungen derselben Wirkstoffklasse.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du die Strandkamille im Feld von der Echten Kamille?

Achte auf die Blütenböden und den Geruch: Die Strandkamille hat im Gegensatz zur Echten Kamille einen markant gefüllten, nicht hohlen Blütenboden und verströmt kaum den typischen Kamillenduft. Zudem sind ihre Blätter fleischiger und dicker, was ihr eine bessere Trockenheits- und Salztoleranz verleiht.

Welcher Zeitpunkt ist für die chemische Behandlung der Strandkamille optimal?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Rosettenstadium der Strandkamille (BBCH-Stadium 10 bis 18 des Unkrauts). Sobald die Pflanze zu schossen beginnt oder Knospen ansetzt, nimmt die Empfindlichkeit gegenüber vielen zugelassenen Pflanzenschutzmitteln drastisch ab.

Wie verhinderst du eine HRAC-Resistenzentwicklung bei der Bekämpfung dieses Schaderregers?

Setze auf eine weite Fruchtfolge und kombiniere Herbizide mit unterschiedlichen HRAC-Wirkmechanismen (z. B. Gruppe B mit Gruppe O). Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz von ALS-Inhibitoren, da Kamille-Arten generell ein hohes Risiko für die Ausbildung von Resistenzen gegenüber dieser Wirkstoffklasse aufweisen.

Welche mechanischen Maßnahmen sind bei hohem Besatzdruck am effektivsten?

Ein falsches Saatbett im Frühjahr regt die im Oberboden liegenden Samen zum Keimen an, sodass du sie vor der eigentlichen Aussaat mechanisch bekämpfen kannst. In stehenden Kulturen wie Mais ist das Hacken zwischen den Reihen im frühen BBCH-Stadium eine hochwirksame Methode.

Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub die passenden Pflanzenschutzmittel gegen Strandkamille?

Nutze die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank und filtere nach der Kultur (z. B. Mais) und dem Schaderreger "Strandkamille" oder dem EPPO-Code "MATMA". Achte bei der Auswahl auf die registrierten Aufwandmengen, die zulässigen BBCH-Stadien der Kultur und die vorgeschriebene Wartezeit.