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Kultur

Stumpfblättriger Ampfer

Rumex obtusifolius
RUMOB

Der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius, EPPO-Code: RUMOB) ist eines der problematischsten und wirtschaftlich bedeutendsten Unkräuter im mitteleuropäischen Grünland sowie im Ackerbau. Als ausdauernde, tiefwurzelnde Pflanze konkurriert er extrem stark mit den angebauten Kulturen um Licht, Wasser und Nährstoffe. Aufgrund seines hohen Gehalts an Oxalsäure und Gerbstoffen mindert er zudem die Futterqualität und den Ertrag auf Weiden und Wiesen erheblich, da er vom Vieh meist gemieden wird.

Die enorme Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, sich sowohl über ein tiefreichendes Pfahlwurzelsystem als auch über eine immense Anzahl langlebiger Samen im Boden zu vermehren, machen diesen Schaderreger zu einer dauerhaften Herausforderung. Er tritt bevorzugt auf stickstoffreichen, verdichteten und feuchten Böden auf und profitiert stark von Lücken in der Grasnarbe oder mangelnder Konkurrenzkraft der Kultur.

Typ
Kultur
EPPO-Code
RUMOB
Wirte
0 Kulturen
Verbreitung
Der Stumpfblättrige Ampfer ist in ganz Europa, Nordasien und Nordamerika weit verbreitet und verursacht erhebliche wirtschaftliche Schäden vor allem in der intensiven Milchviehhaltung Mitteleuropas.
Erstbeschreibung
L., 1753

Biologie / Lebenszyklus

*Rumex obtusifolius* ist eine mehrjährige Pflanze, die als Hemikryptophyt überwintert. Im zeitigen Frühjahr treibt die Pflanze aus der kräftigen Pfahlwurzel aus und bildet zunächst eine dichte Blattrosette. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, in der eine einzelne Pflanze bis zu 60.000 schwimm- und keimfähige Samen produzieren kann, die im Boden über Jahrzehnte hinweg überdauern. Neben der generativen Vermehrung besitzt der Ampfer eine hohe vegetative Regenerationsfähigkeit: Selbst kleine Wurzelstücke, die beispielsweise durch Bodenbearbeitung zerteilt werden, können neu austreiben und dichte Bestände bilden.

Bonitur

Für eine erfolgreiche Regulierung musst du deine Flächen regelmäßig kontrollieren, idealerweise im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH-Stadium der Gräser 21–29) oder im Spätsommer nach dem letzten Schnitt. Eine gezielte Einzelpflanzenbehandlung wird empfohlen, sobald der Besatz die Schadschwelle von 0,5 bis 1 Pflanze pro Quadratmeter überschreitet. Bei einem flächendeckenden Besatz von mehr als 15 % der Fläche im Grünland ist meist eine komplette Sanierung oder Neuansaat der Kultur wirtschaftlich sinnvoll, da der Futterwert drastisch sinkt.

Integriertes Management

Die Regulierung erfordert ein konsequentes, integriertes Management. Vorbeugend musst du Bodenverdichtungen vermeiden und für eine dichte, konkurrenzstarke Grasnarbe sorgen, um Keimlücken zu schließen. Mechanisch lässt sich der Ampfer im Grünland durch tiefes Ausstechen (Ampfereisen) inklusive der oberen 10–15 cm der Pfahlwurzel bekämpfen. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten gezielt im Rosettenstadium (BBCH 15–35) eingesetzt werden, wobei eine selektive Einzelpflanzenbehandlung (z. B. mit Streichgeräten oder gezielter Rückenspritze) die umweltschonendste Methode darstellt. Um Resistenzen vorzubeugen, ist beim Einsatz von Herbiziden auf einen Wirkstoffwechsel gemäß der HRAC-Klassifizierung zu achten, insbesondere bei der wiederholten Anwendung von ALS-Hemmern.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie tief musst du die Wurzel des Stumpfblättrigen Ampfers ausstechen, damit er nicht wieder austreibt?

Du musst mindestens die oberen 10 bis 15 cm der Pfahlwurzel (den sogenannten Wurzelkopf) vollständig entfernen. In diesem Bereich befinden sich die schlafenden Knospen, aus denen die Pflanze regenerieren kann. Tiefer liegende Wurzelteile verfaulen in der Regel im Boden, ohne neu auszutreiben.

Welches BBCH-Stadium des Ampfers eignet sich am besten für eine chemische Behandlung?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt im Rosettenstadium der Pflanze (BBCH 15 bis 30), wenn die Blätter gut entwickelt sind, aber noch kein Blütenstängel geschoben wurde (vor BBCH 51). In dieser Phase transportiert die Pflanze die Wirkstoffe der Pflanzenschutzmittel aktiv nach unten in die Wurzel, was eine nachhaltige Wirkung sichert.

Warum ist der Stumpfblättrige Ampfer auf stickstoffreichen Standorten besonders konkurrenzstark?

Als ausgeprägter Stickstoffzeiger reagiert der Ampfer extrem positiv auf hohe Stickstoffgaben und Gülleausbringung. Er wandelt die Nährstoffe schnell in Blattmasse um, beschattet dadurch die umgebende Kultur und verdrängt wertvolle Untergräser und Kräuter im Grünland.

Wie vermeidest du eine Resistenzbildung bei der chemischen Ampferbekämpfung?

Achte darauf, nicht ausschließlich Herbizide aus der HRAC-Gruppe B (wie ALS-Hemmer) einzusetzen. Kombiniere oder rotiere die Anwendungen mit synthetischen Auxinen (HRAC-Gruppe O), um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern, und halte dich strikt an die empfohlenen Aufwandmengen.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen diesen Schaderreger?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere nach dem Schaderreger "Stumpfblättriger Ampfer" oder dem EPPO-Code "RUMOB". Du kannst die Ergebnisse zusätzlich nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Wiesen und Weiden) filtern, um die aktuell in deinem Land zugelassenen Pflanzenschutzmittel samt Aufwandmenge und Wartezeit anzuzeigen.

Kann eine Nachsaat direkt nach einer Herbizidbehandlung durchgeführt werden?

Das hängt stark vom eingesetzten Pflanzenschutzmittel ab. Bei vielen selektiven Ampferherbiziden musst du eine Wartezeit von mehreren Wochen einhalten, bevor du eine Nachsaat von Gräsern oder Klee durchführen kannst, da Wirkstoffrückstände im Boden die Keimlinge schädigen können. Beachte dazu immer die spezifischen Gebrauchsanleitungen.