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Kultur

Stumpfblättriger Ampfer

Rumex obtusifolius
RUMOB

Der Stumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius, EPPO-Code: RUMOB) ist eines der wirtschaftlich bedeutendsten und hartnäckigsten Unkräuter im mitteleuropäischen Grünland sowie im Ackerbau. Als ausdauernde, tiefwurzelnde Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae) zeichnet sich dieser Schaderreger durch eine enorme Konkurrenzkraft gegenüber den Kulturgräsern aus. Er besiedelt bevorzugt stickstoffreiche, feuchte und verdichtete Böden, weshalb er besonders auf intensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden massenhaft auftreten kann.

Die ökonomische Relevanz von Rumex obtusifolius ist erheblich. Durch seinen hohen Platzbedarf und die starke Beschattung verdrängt er wertvolle Futtergräser, was zu drastischen Ertragseinbußen und einer Qualitätsminderung des Grundfutters führt. Da die Blätter reich an Oxalsäure und Gerbstoffen sind, wird die Pflanze vom Weidevieh meist gemieden, was die selektive Ausbreitung weiter fördert. Zudem erschweren die dicken Stängel die Heuwerbung und Silierung, da sie nur langsam abtrocknen und Fehlgärungen begünstigen können.

Typ
Kultur
EPPO-Code
RUMOB
Wirte
0 Kulturen
Generationen
Ausdauernd (perennierend)
Verbreitung
Der Stumpfblättrige Ampfer ist in ganz Europa, Teilen Asiens und Nordamerikas weit verbreitet und gilt insbesondere in den gemäßigten Breiten als eines der verlustreichsten Unkräuter im intensiv genutzten Grünland.

Biologie / Lebenszyklus

Der Stumpfblättrige Ampfer ist eine ausdauernde Halbrosettenpflanze, die über eine kräftige, bis zu zwei Meter tiefe Pfahlwurzel verfügt. Im zeitigen Frühjahr treibt die Pflanze aus den Überwinterungsorganen des Wurzelkopfs aus und bildet eine dichte Blattrosette. Ab Juni schieben sich die aufrechten, verzweigten Blütenstände empor, die bis zu 60.000 flug- und schwimmfähige Samen pro Pflanze produzieren können. Diese Samen weisen eine extreme Langlebigkeit im Boden auf und bleiben oft über Jahrzehnte keimfähig. Neben der generativen Vermehrung besitzt die Art ein hohes vegetatives Regenerationsvermögen; selbst kleine Wurzelstücke, die durch Bodenbearbeitung zerteilt werden, können neu austreiben.

Bonitur

Das Monitoring im Grünland erfolgt primär im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn sowie nach dem ersten Schnitt, um den Besatzgrad systematisch zu erfassen. Als wirtschaftliche Schadschwelle gilt im intensiven Grünland ein Anteil von mehr als 5 bis 10 % Ampferpflanzen an der Gesamtdeckungsfläche (oder mehr als 1 bis 2 Pflanzen pro Quadratmeter). Im Ackerbau, insbesondere in Kulturen wie Silomais oder Feldgras, sollte die Bonitur vor den mechanischen Pflegemaßnahmen oder chemischen Anwendungen im BBCH-Stadium 12 bis 19 der Kultur erfolgen. Eine gezielte Einzelpflanzenbonitur ist entscheidend, um zu entscheiden, ob eine flächige Behandlung oder eine selektive Einzelpflanzenbekämpfung wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches Management von *Rumex obtusifolius* erfordert ein integriertes Konzept, das mechanische, pflanzenbauliche und chemische Maßnahmen kombiniert. Vorbeugend stehen die Vermeidung von Bodenverdichtungen, eine ausgewogene Düngung (keine Überdüngung mit Gülle) und die Förderung einer dichten, konkurrenzstarken Grasnarbe im Vordergrund. Mechanisch kann der Ampfer durch regelmäßiges Ausstechen der Pfahlwurzel (mindestens die oberen 10–15 cm des Wurzelkopfs) oder durch gezielten Maschineneinsatz reguliert werden; reines Mulchen reicht meist nicht aus. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten bevorzugt im Frühjahr im Rosettenstadium (BBCH 15–30 des Ampfers) oder im Spätsommer nach dem Schnitt auf den Wiederaustrieb appliziert werden. Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement nach den HRAC-Richtlinien einzuhalten, indem Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (z. B. Wuchsstoffe im Wechsel mit ALS-Inhibitoren) kombiniert oder alternierend eingesetzt werden.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Ab welchem Besatzgrad ist eine flächige chemische Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln wirtschaftlich sinnvoll?

Eine flächige Herbizidanwendung wird wirtschaftlich meist erst ab einem Besatz von über 15 % der Flächenanteile (bzw. mehr als 2 bis 3 etablierten Ampferpflanzen pro Quadratmeter) empfohlen. Bei einem geringeren Besatz ist die gezielte Einzelpflanzenbehandlung (z. B. mittels Streichgerät oder gezielter Rückenspritze) sowohl kostengünstiger als auch schonender für wertvolle Klee- und Kräuteranteile in der Kultur.

Warum versagen rein mechanische Schnittmaßnahmen (wie häufiges Mähen) bei der Regulierung von Stumpfblättrigem Ampfer?

Der Stumpfblättrige Ampfer besitzt ein enormes vegetatives Regenerationsvermögen im oberen Bereich seiner Pfahlwurzel (Wurzelkopf). Durch reines Mähen oder Mulchen wird zwar die Samenbildung unterbunden, die Pflanze treibt jedoch aus den schlafenden Knospen des Wurzelkopfs rasch wieder aus und lagert durch die verbleibende Photosynthese kontinuierlich Reservestoffe ein.

Welcher Anwendungszeitpunkt verspricht die höchste biologische Wirksamkeit bei einer chemischen Behandlung?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr im voll entwickelten Rosettenstadium des Ampfers (vor dem Schossen, ca. BBCH 15 bis 30) bei wüchsigem Wetter (Temperaturen über 8–10 °C). Alternativ ist eine Behandlung im Spätsommer auf den gut entwickelten Wiederaustrieb (ca. 3 bis 4 Wochen nach einem Schnitt) sehr effektiv, da zu diesem Zeitpunkt der Saftstrom der Pflanze nach unten in die Wurzel gerichtet ist und den Wirkstoff dorthin transportiert.

Wie kann ich im Pflanzenschutz-Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Ampfer-Arten suchen?

Nutzen Sie im Hub die Filterfunktion für Schaderreger und suchen Sie nach dem EPPO-Code „RUMOB“ oder dem wissenschaftlichen Namen „Rumex obtusifolius“. Filtern Sie anschließend nach Ihrer spezifischen Kultur (z. B. Wiesen und Weiden oder Silomais), um ausschließlich die aktuell in Ihrer Region zugelassenen Anwendungen, Aufwandmengen und einzuhaltenden Wartezeiten angezeigt zu bekommen.

Welche Rolle spielt die Bodenverdichtung bei der Etablierung von Rumex obtusifolius?

Der Stumpfblättrige Ampfer ist ein klassischer Zeiger für Bodenverdichtung und Staunässe. Seine kräftige Pfahlwurzel kann selbst stark verdichtete Bodenhorizonte durchdringen, in denen empfindlichere Kulturgräser absterben. Eine nachhaltige Regulierung muss daher immer auch mechanische Bodenlockerung und die Vermeidung von Fahrspuren bei nassen Bodenverhältnissen umfassen.

Wie wird das Risiko von Herbizidresistenzen bei der Ampferbekämpfung minimiert?

Um Resistenzen vorzubeugen, sollten Sie Wirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Klassen im Wechsel einsetzen. Vermeiden Sie den ausschließlichen, jahrelangen Einsatz von ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2, z. B. Amidosulfuron) und kombinieren oder alternieren Sie diese mit synthetischen Auxinen / Wuchsstoffen (HRAC-Gruppe 4, z. B. Fluroxypyr oder Triclopyr), um den Selektionsdruck nachhaltig zu mindern.