CLAYTON FLURRY
CLAYTON FLURRY ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (darunter Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer) sowie in Mais und auf Grünlandflächen. Als flüssiges Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über das Blatt und eine hervorragende systemische Verteilung in der gesamten Pflanze aus.
Der Fokus der Wirkung liegt auf schwer bekämpfbaren Schaderregern wie dem Kletten-Labkraut, Ampfer-Arten (insbesondere dem Stumpfblättrigen Ampfer) sowie der Vogel-Sternmiere und dem Schwarzen Nachtschatten. Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten im Frühjahr hat sich der Wirkstoff Fluroxypyr als verlässlicher Standardpartner im modernen Ackerbau und in der Grünlandpflege etabliert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (Wuchsstoffe) und ist im HRAC-System der Gruppe 4 (ehemals Klasse O) zugeordnet. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in die Spross- und Wurzelmeristeme transportiert. Dort imitiert er das pflanzeneigene Wuchshormon Indol-3-essigsäure (Auxin), was zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem gestörten Streckungswachstum führt. Typische Symptome nach der Behandlung sind epinastische Krümmungen an Stängeln und Blättern, gefolgt von Chlorosen und dem vollständigen Absterben des Schaderregers. Da der Wirkstoff vor allem über das Blatt wirkt, ist ein aktives Wachstum der Unkräuter zum Zeitpunkt der Anwendung entscheidend für eine optimale Wirkung.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte CLAYTON FLURRY stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den Fruchtfolgewechsel sowie den alternierenden Einsatz von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen). Da Fluroxypyr der HRAC-Gruppe 4 angehört, empfiehlt sich bei wiederholtem Einsatz in der Fruchtfolge die Kombination oder der Wechsel mit Wirkstoffen aus den Gruppen 2 (ALS-Inhibitoren) oder 15 (VLCFA-Inhibitoren), um den Selektionsdruck auf Schaderreger wie das Kletten-Labkraut zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
CLAYTON FLURRY ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie anderen Herbiziden zur Spektrumserweiterung (z. B. gegen einkeimblättrige Unkräuter). Bei Tankmischungen ist stets auf die Mischreihenfolge und eine ausreichende Wassermenge zu achten. Die Zugabe von Additiven oder flüssigen Düngemitteln sollte vorab auf Verträglichkeit geprüft werden, insbesondere bei extremen Witterungsbedingungen oder gestressten Kulturen, um phytotoxische Reaktionen zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA), wie Schutzhandschuhe und Schutzkleidung, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Produkt ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht in blühende Bestände oder auf blühende Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–45 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Kletten-Labkraut | 12–31 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–45 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Große Brennnessel, Stumpfblättriger Ampfer | — | 3 LITER_PER_1000_LITER_WATER | 7T |
| Winterhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Große Brennnessel, Stumpfblättriger Ampfer | — | 2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–32 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Kletten-Labkraut | 12–31 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Vogel-Sternmiere | — | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerhafer | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–37 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Große Brennnessel, Stumpfblättriger Ampfer | — | 2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–31 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Schwarzer Nachtschatten | 13–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–31 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit CLAYTON FLURRY gegen Kletten-Labkraut?
Die beste Wirkung wird erzielt, wenn sich das Kletten-Labkraut im aktiven Wachstum befindet und die Temperaturen tagsüber stabil über 8 °C liegen. Obwohl Fluroxypyr auch bei kühlerer Witterung wirkt, beschleunigen wüchsige Bedingungen die Wirkstoffaufnahme und den systemischen Transport in der Pflanze erheblich.
Kann CLAYTON FLURRY auch bei Nachtfrostgefahr eingesetzt werden?
Nein, von einer Anwendung bei drohendem Nachtfrost oder unmittelbar nach Frostereignissen wird dringend abgeraten. Gestresste Kulturen können den Wirkstoff in solchen Phasen schlechter abbauen, was zu vorübergehenden Wachstumshemmungen oder Chlorosen führen kann.
Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei Regen kurz nach der Spritzung?
CLAYTON FLURRY zeichnet sich durch eine schnelle Regenfestigkeit aus. In der Regel ist der Wirkstoff bereits etwa zwei Stunden nach der Applikation so weit in das Blattgewebe eingedrungen, dass nachfolgender Niederschlag die Herbizidwirkung nicht mehr beeinträchtigt.
Welche Einschränkungen gibt es für den Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Fluroxypyr?
Da Fluroxypyr im Boden relativ rasch biologisch abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturwechsel im Rahmen der Fruchtfolge keine Einschränkungen für den Nachbau von Getreide, Raps oder Mais im folgenden Herbst oder Frühjahr. Bei vorzeitigem Umbruch sollten jedoch vorzugsweise einkeimblättrige Kulturen nachgebaut werden.
Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums bei der Anwendung in Getreide so wichtig?
Die Zulassung erstreckt sich bis zum BBCH-Stadium 45 (Scheidengelb des Fahnenblattes geschwollen). Eine spätere Anwendung kann die Ährenentwicklung beeinträchtigen oder zu Rückständen im Erntegut führen. Zudem schützt das dichte Blätterdach des Getreides in späten Stadien die darunter liegenden Unkräuter vor einer ausreichenden Benetzung.
Wie kann ich im Farmable-Portal gezielt nach weiteren zugelassenen Mitteln gegen Ampfer-Arten suchen?
Nutzen Sie hierzu die Filterfunktion in unserer Pflanzenschutz-Datenbank. Wählen Sie unter der Kategorie „Schaderreger“ den Eintrag „Stumpfblättriger Ampfer“ oder „Ampfer-Arten“ aus und filtern Sie nach der gewünschten Kultur (z. B. Wiesen und Weiden), um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Alternativprodukte anzuzeigen.