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Kultur

Wilde Mohrenhirse

Sorghum halepense
SORHA

Die Wilde Mohrenhirse (Sorghum halepense, EPPO-Code: SORHA), auch bekannt als Johnsongras, gehört zu den weltweit schädlichsten und hartnäckigsten Ungräsern im Acker- und Sonderkulturbau. Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, breitet sich dieses ausdauernde, wärmeliebende C4-Gras aufgrund des Klimawandels zunehmend in den gemäßigten Breiten Mitteleuropas aus. Es konkurriert extrem stark um Licht, Wasser sowie Nährstoffe und kann erhebliche Ertragsverluste in Kulturen wie Mais, Sorghum, Zuckerrüben und im Weinbau verursachen.

Neben der direkten Konkurrenz stellt die Wilde Mohrenhirse ein phytosanitäres Risiko dar, da sie als Wirt für verschiedene Viren (z. B. das Zwergmosaikvirus des Maises) und tierische Schaderreger dient. Ihre enorme Regenerationsfähigkeit aus einem tiefreichenden Rhizomsystem macht sie zu einem gefürchteten Problemunkraut, das die Bewirtschaftung betroffener Flächen über Jahre hinweg massiv erschwert.

Typ
Kultur
EPPO-Code
SORHA
Wirte
1 Kultur
Verbreitung
Weltweit in tropischen bis warm-gemäßigten Klimazonen verbreitet, etabliert sich die Wilde Mohrenhirse zunehmend in Süd- und Mitteleuropa, wo sie in Mais und Weinreben Ertragsverluste von bis zu 80 % verursachen kann.
Erstbeschreibung
L., 1753

Biologie / Lebenszyklus

Die Wilde Mohrenhirse ist eine ausdauernde Pflanze, die sich sowohl generativ über Samen als auch vegetativ über ein weit verzweigtes Rhizomsystem vermehrt. Im Frühjahr, sobald die Bodentemperaturen dauerhaft über 15 °C steigen, treiben die im Boden überwinterten Rhizomknospen aus, gefolgt von der Keimung der Samen im späten Frühjahr. Während des Sommers wächst das Ungras rasant und bildet ab Juli dichte Blütenrispen, die bis zu 8.000 Samen pro Pflanze produzieren können. Gleichzeitig wachsen neue Rhizome horizontal und vertikal in den Boden ein, speichern Reservestoffe für den Winter und sichern so das Überleben und die vegetative Ausbreitung im Folgejahr, während die oberirdischen Teile beim ersten Frost absterben.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte im Frühjahr ab dem Auflaufen der Hauptkulturen (z. B. Mais im BBCH-Stadium 10–12 oder beim Austrieb der Reben) beginnen, um erste Austriebe aus Rhizomen frühzeitig zu erkennen. Da die Bekämpfungsschwelle bei diesem extrem konkurrenzstarken Schaderreger praktisch bei null liegt, ist eine frühzeitige Kartierung der Befallsnester entscheidend. Achte besonders auf feuchte Senken und Vorgewende, da sich Rhizomteile oft durch Bodenbearbeitungsgeräte entlang der Arbeitsrichtung verschleppen. Eine Bonitur im späten Frühjahr (BBCH 13–19 der Kultur) hilft dir, den optimalen Behandlungszeitpunkt für Herbizidanwendungen zu bestimmen, bevor das Ungras eine Höhe von 15–20 cm überschreitet.

Integriertes Management

Die Regulierung der Wilden Mohrenhirse erfordert ein konsequentes, integriertes Management, das mechanische, pflanzenbauliche und chemische Maßnahmen kombiniert. Pflanzenbaulich helfen eine weite Fruchtfolge mit hohem Wintergetreideanteil und der Anbau konkurrenzstarker Zwischenfrüchte, um das Lichtangebot für das wärmeliebende Gras im Frühjahr zu minimieren. Mechanisch ist eine gezielte Bodenbearbeitung im trockenen Spätsommer effektiv: Durch das Heraustragen und Zerschneiden der Rhizome an die Bodenoberfläche können diese austrocknen, wobei eine zu feine Fragmentierung ohne anschließende Austrocknung die Vermehrung ungewollt fördern kann. Chemisch kommen im Nachauflauf selektive Graminizide (HRAC-Gruppe 1 / A) oder Sulfonylharnstoffe (HRAC-Gruppe 2 / B) zum Einsatz. Um einer Resistenzbildung vorzubeugen, musst du Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen abwechselnd einsetzen und die Anwendungen exakt auf das BBCH-Stadium des Ungrases (optimal 10–15 cm Wuchshöhe) abstimmen.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidest du junge Pflanzen der Wilden Mohrenhirse von Mais?

Achte auf die Ligula (Blatthäutchen): Bei der Wilden Mohrenhirse ist sie häutig und am oberen Rand bewimpert, während Mais eine rein häutige Ligula besitzt. Zudem sind die Blattscheiden der Mohrenhirse meist völlig kahl und der Mittelnerv des Blattes tritt deutlich weißlich hervor.

Warum versagen manche Herbizide bei der Behandlung von älteren Pflanzen?

Sobald die Wilde Mohrenhirse eine Wuchshöhe von über 25–30 cm erreicht hat, reicht die Translokation systemischer Pflanzenschutzmittel in das massive Rhizomsystem oft nicht mehr aus. Die Wirkstoffkonzentration in den unterirdischen Speicherorganen sinkt unter die letale Dosis, was zu einem schnellen Wiederaustrieb führt.

Welche Rolle spielt die Reinigung von Landmaschinen bei der Ausbreitung dieses Schaderregers?

Eine extrem große. Rhizomstücke werden sehr leicht durch Pflüge, Grubber oder Scheibeneggen von befallenen auf gesunde Feldstücke verschleppt. Reinige deine Maschinen nach der Arbeit auf infizierten Schlägen gründlich, um eine unbeabsichtigte vegetative Vermehrung über Feldgrenzen hinweg zu verhindern.

Wie tief können die Rhizome im Boden überwintern?

Die Rhizome der Wilden Mohrenhirse können bis in Tiefen von 30–40 cm vordringen. Dadurch sind sie vor mäßigem Frost im Winter geschützt und können selbst nach einer tiefen Bodenbearbeitung aus tieferen Schichten wieder erfolgreich ausgetrieben werden.

Gibt es bekannte Resistenzen bei Sorghum halepense in Europa?

Ja, in Südeuropa und zunehmend auch in Mitteleuropa gibt es nachgewiesene Resistenzen gegen ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2 / B) und ACCase-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 1 / A). Ein konsequenter Wechsel der Wirkstoffklassen und die Kombination mit mechanischen Maßnahmen sind daher für dein Resistenzmanagement unerlässlich.

Wie findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen dieses Ungras auf agronomy.farmable.tech?

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