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OTHER · BASF SE

Focus Ultra

BVL Zul.-Nr. 033964-00

Focus Ultra ist ein hochselektives, systemisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Schaderregern im Nachauflauf. Als bewährtes Graminizid von BASF basiert es auf dem Wirkstoff Cycloxydim und ist als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert. Das Mittel zeichnet sich durch ein extrem breites Zulassungsspektrum aus, das zahlreiche zweikeimblättrige Kulturen wie Raps, Leguminosen, Rüben, Kartoffeln sowie Sonderkulturen im Gemüse-, Obst- und Weinbau umfasst.

Das Wirkungsspektrum deckt sowohl einjährige einkeimblättrige Unkräuter als auch hartnäckige ausdauernde Ungräser wie die Gemeine Quecke ab. Zudem ist Focus Ultra ein unverzichtbares Werkzeug zur Beseitigung von unerwünschtem Ausfallgetreide in der Folgekultur. Dank der schnellen systemischen Verteilung im Schaderreger bietet das Produkt eine zuverlässige und nachhaltige Wirkung unter verschiedensten Praxisbedingungen.

Wirkstoffe

Cycloxydim
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Cycloxydim gehört zur chemischen Gruppe der Cyclohexandione (DIMs) und ist im HRAC-System als ACCase-Inhibitor (HRAC-Gruppe 1) klassifiziert. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile der Ungräser aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in die aktiven Wachstumszonen (Meristeme) transportiert. Dort blockiert Cycloxydim das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase, welches für die Fettsäuresynthese und somit für den Aufbau von Zellmembranen in einkeimblättrigen Pflanzen essenziell ist. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine strukturell andere ACCase, weshalb sie gegenüber dem Wirkstoff vollständig tolerant sind. Innerhalb weniger Tage nach der Behandlung stockt das Wachstum der Schaderreger, die Herzblätter verfärben sich rötlich bis braun und sterben schließlich vollständig ab.

Resistenzmanagement

Da Cycloxydim der HRAC-Gruppe 1 angehört, besteht bei wiederholter, einseitiger Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen (z. B. bei Ackerfuchsschwanz oder Windhalm). Um die langfristige Wirksamkeit zu sichern, sollte Focus Ultra stets in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie HRAC-Gruppe 15 oder Bodenherbiziden im Vorauflauf) innerhalb der Fruchtfolge sowie die Nutzung mechanischer und pflanzenbaulicher Maßnahmen zur Unkrautunterdrückung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Focus Ultra ist grundsätzlich mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. In solchen Fällen wird eine Spritzfolge mit einem zeitlichen Abstand von mehreren Tagen empfohlen. Zur Optimierung der Wirkstoffaufnahme und Gewährleistung einer stabilen Benetzung – insbesondere bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder starker Wachsschicht der Ungräser – ist die Zugabe eines geeigneten, vom Hersteller empfohlenen Additivs ratsam.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Focus Ultra sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen zum Anwenderschutz strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist so eingestuft, dass Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Gewässerschutz) zur Vermeidung von Drift und Abschwemmung beachtet werden müssen. Hinsichtlich der Bienentoxizität ist das Produkt bei sachgerechter Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Terminierung der Behandlung auch in blühenden Beständen ermöglicht. Dennoch sollten lokale Anwendungsbestimmungen und Auflagen zum Schutz von Nichtzielorganismen stets im Detail geprüft werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Dicke BohneGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE56T
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE28T
MarkstammkohlGemeine Quecke11–475 LITER_PER_HECTARE42T
SojabohneGemeine Quecke11–515 LITER_PER_HECTARE28T
BuschbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide2.5 LITER_PER_HECTARE56T
KrambeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–512.5 LITER_PER_HECTARE
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–512.5 LITER_PER_HECTARE28T
BlattkohleGemeine Quecke11–475 LITER_PER_HECTARE42T
SauerampferGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
WeinrebeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0–602 LITER_PER_HECTARE42T
LöwenzahnGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
ErdbeereGemeine Quecke0–715 LITER_PER_HECTARE14T
SchwarzwurzelGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
SchnittmangoldGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
ChicoreeGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
GartensauerampferEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE21T
Gelber PortulakEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE21T
LöwenzahnEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE21T
SpargelGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE
GemüsefenchelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE28T
PastinakGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
Dicke BohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide2.5 LITER_PER_HECTARE56T
MeerrettichEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
TopinamburGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
Senf-ArtenGemeine Quecke11–515 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneGemeine Quecke11–515 LITER_PER_HECTARE56T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512.5 LITER_PER_HECTARE56T
TeekräuterGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
SpargelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE
BuschbohneGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE56T
KnollensellerieGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
SpargelGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE28T
GartensauerampferGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
EndivienGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–512.5 LITER_PER_HECTARE
StangenbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide2.5 LITER_PER_HECTARE28T
KnoblauchGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE28T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–392.5 LITER_PER_HECTARE56T
MaisHundszahn, Gemeine Quecke11–184 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeGemeine Quecke11–395 LITER_PER_HECTARE56T
AubergineEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide13–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
WinterheckenzwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE28T
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE
Feuer- bzw. KäferbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide2.5 LITER_PER_HECTARE56T
SonnenblumeGemeine Quecke10–395 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeHundszahn, Wilde Mohrenhirse, Gemeine Quecke0–605 LITER_PER_HECTARE42T
SojabohneGemeine Quecke11–515 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–182.5 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–392.5 LITER_PER_HECTARE56T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
SpargelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–182 LITER_PER_HECTARE
SalateEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE21T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke11–485 LITER_PER_HECTARE28T
Senf-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–512.5 LITER_PER_HECTARE
Feuer- bzw. KäferbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide2.5 LITER_PER_HECTARE28T
ZuckererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide2.5 LITER_PER_HECTARE28T
WinterportulakGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
FuttererbseGemeine Quecke11–515 LITER_PER_HECTARE56T
Feuer- bzw. KäferbohneGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE56T
KnollensellerieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
TomateEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide13–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
StangenbohneGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE28T
TopinamburEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
BlumenkohlEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–412.5 LITER_PER_HECTARE28T
ZuckererbseGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE28T
SchalotteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE28T
MöhreGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
SommerportulakGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
PorreeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE42T
SchalotteGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE28T
SchnittlauchGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE28T
BlattkohleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–472.5 LITER_PER_HECTARE42T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Gemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE35T
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–512.5 LITER_PER_HECTARE35T
SauerampferEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE21T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–512.5 LITER_PER_HECTARE56T
SpinatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE21T
SpinatGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
SpeisezwiebelGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE28T
RosenkohlGemeine Quecke11–475 LITER_PER_HECTARE42T
SchwarzwurzelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
TomateGemeine Quecke13–995 LITER_PER_HECTARE35T
KnoblauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE28T
PorreeGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE42T
ZierpflanzenGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE
TeekräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE35T
SpargelGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE
KrambeGemeine Quecke11–515 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke11–395 LITER_PER_HECTARE56T
SalateGemeine Quecke11–995 LITER_PER_HECTARE21T
EndivienEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide11–992.5 LITER_PER_HECTARE21T
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–392.5 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsGemeine Quecke11–515 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter30–512.5 LITER_PER_HECTARE
Feuer- bzw. KäferbohneGemeine Quecke5 LITER_PER_HECTARE28T
AubergineGemeine Quecke13–995 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

In welchem BBCH-Stadium der Ungräser ist die Behandlung mit Focus Ultra am effektivsten?

Die beste Wirkung gegen einjährige einkeimblättrige Unkräuter und Ausfallgetreide wird erzielt, wenn sich die Schaderreger im aktiven Wachstum zwischen dem 2-Blatt-Stadium und dem Ende der Bestockung (BBCH 12 bis 29) befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Blattfläche ausreichend groß für die Wirkstoffaufnahme, und die Pflanzen befinden sich in einer physiologisch aktiven Phase.

Wie muss die Aufwandmenge angepasst werden, wenn gezielt die Gemeine Quecke bekämpft werden soll?

Die Gemeine Quecke erfordert aufgrund ihres stark ausgeprägten Rhizomsystems die maximale zugelassene Aufwandmenge von Focus Ultra (in der Regel 5,0 l/ha). Die Behandlung sollte erfolgen, wenn die Quecke eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat, damit genügend Blattmasse für den Transport des Wirkstoffs in die unterirdischen Ausläufer vorhanden ist.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Focus Ultra nach der Spritzung?

Optimal sind warme, wüchsige Temperaturen (15 bis 25 °C) und eine hohe relative Luftfeuchtigkeit, da dies den Stoffwechsel der Ungräser anregt und die Wirkstoffaufnahme maximiert. Bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder einer dicken Wachsschicht auf den Blättern sollte die Behandlung verschoben werden, da die systemische Wirkung sonst stark herabgesetzt sein kann.

Warum sollte Focus Ultra nicht unmittelbar in Tankmischung mit Wuchsstoff-Herbiziden ausgebracht werden?

Mischungen mit bestimmten Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (insbesondere Wuchsstoffen oder Sulfonylharnstoffen) können zu einem physiologischen Antagonismus führen. Dies verlangsamt die Aufnahme von Cycloxydim im Grasblatt und mindert den Bekämpfungserfolg. Es wird empfohlen, zwischen den Behandlungen einen Sicherheitsabstand von mindestens 3 bis 5 Tagen einzuhalten.

Welche Rolle spielt die Zugabe eines Additivs bei der Anwendung von Focus Ultra?

Da Cycloxydim über das Blatt aufgenommen werden muss, ist das Durchdringen der pflanzlichen Wachsschicht (Kutikula) entscheidend. Die Zugabe eines vom Hersteller empfohlenen Additivs (wie Dash EC) optimiert die Benetzung, verbessert das Eindringvermögen des Wirkstoffs und sichert die Wirkung auch unter schwierigen Bedingungen wie Trockenheit oder bei älteren Ungräsern.