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Kultur

Bindesalat

Lactuca sativa var. longifolia
LACSO

Der Romana-Salat (Lactuca sativa var. longifolia, EPPO-Code: LACSO), im deutschsprachigen Raum auch als Bindesalat oder Römischer Salat bekannt, ist eine ökonomisch bedeutende einjährige Kultur im professionellen Freiland- und Unterglasanbau. Charakteristisch für diese Kultur sind die aufrechten, kräftigen Blätter mit ausgeprägten Mittelrippen, die sich zu einem lockeren, länglichen Kopf zusammenschließen. Im Vergleich zum klassischen Kopfsalat zeichnet sich der Romana-Salat durch eine höhere Hitzetoleranz und eine festere Blattstruktur aus, was ihn besonders für die moderne Vermarktung als küchenfertig aufbereitete Salatherzen ("Hearts") prädestiniert.

Ein erfolgreicher Anbau erfordert eine präzise Steuerung der Wasser- und Nährstoffversorgung, da die Kultur sehr empfindlich auf physiologische Störungen wie Blattrandbrand reagiert. Aufgrund der dichten Bestandsstruktur und des bodennahen Wuchses ist ein integrierter Pflanzenschutz gegen bodenbürtige Pilze unerlässlich. Durch die Staffelung von Pflanzterminen und den Einsatz angepasster Sorten lässt sich in Mitteleuropa eine kontinuierliche Marktbelieferung von Mai bis Oktober realisieren.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Juli
Erntefenster
Mai bis Oktober
Reihenabstand
30–35 cm
Typischer Ertrag
30–45 t/ha
Wärmesumme (GDD)
800–900 GDD
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Der Romana-Salat bevorzugt tiefgründige, humose und gut strukturierte Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da die Kultur ein relativ flaches, empfindliches Wurzelsystem ausbildet. Eine sorgfältige Bodenvorbereitung ohne Verdichtungen ist essenziell, um Staunässe zu verhindern, welche das Auftreten von bodenbürtigen Schaderregern massiv begünstigt. Die Grunddüngung sollte auf Basis aktueller Bodenanalysen erfolgen, wobei eine moderate, bedarfsgerechte Stickstoffversorgung anzustreben ist, um ein zu weiches Gewebe und damit die Anfälligkeit für physiologische Störungen zu minimieren. Eine gleichmäßige Bewässerung, idealerweise über Tropfschläuche, reduziert die Blattnässezeiten und sichert ein kontinuierliches Wachstum auch in sommerlichen Hitzeperioden. Mulchfolien können im frühen Anbau zur Bodenerwärmung und Unkrautunterdrückung beitragen, erfordern jedoch ein präzises Verlegen zur Vermeidung von Staunässe direkt an den Pflanzlöchern.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz des Romana-Salats steht die Prävention von Pilzkrankheiten wie Sclerotinia sclerotiorum, Sclerotinia minor und Botrytis cinerea im Vordergrund, die besonders bei feucht-warmer Witterung im erntereifen Bestand Totalausfälle verursachen können. Ein weiter Reihenabstand und eine gezielte Tröpfchenbewässerung tragen entscheidend dazu bei, das Mikroklima im Bestand trocken zu halten und Infektionszyklen zu unterbrechen. Gegen tierische Schaderreger wie die Salatblattlaus (Nasonovia ribisnigri) müssen regelmäßige Bonituren durchgeführt werden, um den optimalen Behandlungszeitpunkt vor dem Kopfschluss nicht zu verpassen. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist streng auf die Einhaltung der Wartezeiten und die Vermeidung von Resistenzbildungen durch konsequenten Wirkstoffwechsel zu achten. Zudem gewinnt der Einsatz von biologischen Präparaten, beispielsweise auf Basis von Coniothyrium minitans zur Reduktion von Sclerotinia-Sklerotien im Boden, zunehmend an Bedeutung im integrierten Anbau.

Sorten

Xanadu

Mittelfrüh

Sehr hoher Anteil vermarktungsfähiger, uniformer Salatherzen.

Resistent gegen: Falscher Mehltau, Salatblattlaus, Salatmosaikvirus

Anfällig für: Blattrandbrand

Sehr bewährte Mini-Romana-Sorte für den Ganzjahresanbau im Freiland. Zeigt eine hervorragende Schossfestigkeit und eine sehr schöne, geschlossene Kopfbildung auch unter Stressbedingungen.

Quintus

Mittelfrüh

Hohes Ertragspotenzial mit schweren, gut gefüllten Köpfen für den Frischmarkt.

Resistent gegen: Falscher Mehltau, Salatblattlaus

Anfällig für: Sclerotinia

Großrahmiger Romana-Salat für den Anbau vom Frühjahr bis zum Herbst. Zeichnet sich durch ein aufrechtes, stabiles Wachstum und eine sehr gute Feldhaltbarkeit aus.

Thurinus

Mittelfrüh

Stabile Erträge im Segment der farbigen Spezialitäten.

Resistent gegen: Falscher Mehltau

Anfällig für: Blattrandbrand, Grüne Pfirsichblattlaus

Attraktiver, dunkelroter Romana-Salat für den Freilandanbau. Bringt Farbe in das Sortiment und besitzt eine gute Schossfestigkeit im Sommeranbau.

Actina

Früh

Sichere, frühe Erträge bei hoher Uniformität.

Resistent gegen: Falscher Mehltau

Anfällig für: Botrytis

Schnellwachsende Sorte für den frühesten Freilandanbau unter Vlies oder Schlitzfolie. Sehr kältetolerant in der frühen Wachstumsphase.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Blattrandbrand (Tipburn) bei Romana-Salat in den Sommermonaten minimieren?

Blattrandbrand entsteht durch einen lokalen Calciummangel in den schnell wachsenden, jungen Blatträndern, häufig ausgelöst durch hohe Transpirationsraten bei Hitze. Neben einer gleichmäßigen Wasserversorgung über eine bodennahe Tropfbewässerung hilft eine temporäre Schattierung an extrem heißen Tagen. Zudem sollte die Stickstoffdüngung im Sommer restriktiv gehandhabt werden, um ein zu schnelles, weiches Zellwachstum zu verhindern, welches die Anfälligkeit drastisch erhöht.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Fungizidbehandlung gegen Sclerotinia-Arten?

Da Sclerotinia-Erreger die Kultur bevorzugt vom Boden her über die ältesten, aufliegenden Blätter infizieren, ist eine präventive Behandlung kurz nach dem Anpflanzen (BBCH-Stadium 12–14) entscheidend. Sobald sich die Rosette schließt (ab BBCH-Stadium 33–35), erreichen Pflanzenschutzmittel die kritische Stängelbasis kaum noch. Ein biologischer Ansatz ist zudem die Einarbeitung von Coniothyrium minitans in den Boden mehrere Wochen vor der Pflanzung.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung der Salatblattlaus (Nasonovia ribisnigri)?

Eine chemische Regulierung muss zwingend vor dem Schließen des Kopfes (BBCH-Stadium 39) erfolgen. Sobald sich die Blätter eindrehen und den festen Kopf bilden (ab BBCH-Stadium 41), wandern die Läuse ins Innere des Salatherzens. Dort sind sie für Kontaktinsektizide unerreichbar, vermehren sich geschützt weiter und führen unweigerlich zur Unverkäuflichkeit der Ernte.

Wie wirkt sich eine verzögerte Ernte nach Erreichen des BBCH-Stadiums 49 auf die Produktqualität aus?

Romana-Salat besitzt ein relativ enges Erntefenster. Verbleibt die Kultur nach BBCH-Stadium 49 zu lange auf dem Feld, steigt das Risiko für das Schossen (Übergang in die generative Phase, BBCH-Stadium 51), wodurch der Milchsaft bitter und die Blätter zäh werden. Zudem nimmt die Anfälligkeit für Innenbrand und Botrytis-Fäulnis im überreifen, dichten Kopf drastisch zu.

Wie finde ich im Agronomy-Hub gezielt zugelassene Pflanzenschutzmittel für diese Kultur?

Nutzen Sie die Suchmaske im Hub und filtern Sie gezielt nach der Kultur 'Romana-Salat' (oder der übergeordneten Gruppe 'Lactuca-Arten') sowie dem spezifischen Schaderreger. Achten Sie bei den angezeigten Anwendungen besonders auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen (z. B. Freiland vs. Gewächshaus), die maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Saison und die gesetzlich vorgeschriebene Wartezeit vor der Ernte.