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Kultur

Bindesalat

Lactuca sativa var. longifolia
LACSO

Der Romana-Salat, wissenschaftlich als Lactuca sativa var. longifolia bezeichnet (EPPO-Code: LACSO), auch bekannt als Bindesalat oder Römischer Salat, hat sich zu einer der wirtschaftlich bedeutendsten Kulturen im professionellen deutschen Gemüsebau entwickelt. Im Vergleich zu herkömmlichem Kopfsalat zeichnet er sich durch seine aufrechten, kräftigen Blätter mit ausgeprägten Mittelrippen und einen knackigen Kopf aus. Die Kultur wird sowohl für den Frischmarkt (oft als Mini-Romana im Zweierpack) als auch für die verarbeitende Industrie zur Herstellung von küchenfertigen Schnittsalaten intensiv angebaut.

Der Anbau erfordert aufgrund der schnellen Wachstumszyklen und der hohen Qualitätsansprüche des Marktes ein präzises Kulturmanagement. Da die Blätter eng aneinanderliegen, ist das Mikroklima innerhalb des Bestandes besonders anfällig für Feuchtigkeitsstau. Dies begünstigt spezifische Schaderreger, weshalb eine ausgewogene Bewässerung, eine weite Fruchtfolge und eine angepasste Sortenwahl für den wirtschaftlichen Erfolg im Freiland- und Gewächshäusern entscheidend sind.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Juli (Freiland; unter Glas/Vlies bereits ab Februar)
Erntefenster
Mai bis Oktober
Reihenabstand
25–35 cm x 25–30 cm
Typischer Ertrag
30–45 t/ha
Wärmesumme (GDD)
750–850 °d
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Romana-Salat bevorzugt tiefgründige, humusreiche Böden mit guter Wasserführung und hoher biologischer Aktivität, um ein zügiges und gleichmäßiges Wachstum zu gewährleisten. Eine gleichmäßige Wasserversorgung ist besonders in der Hauptwachstumsphase ab der Kopfbildung (BBCH 41) essenziell, da Trockenstress zu Randen (Physiologische Störung durch Calciummangel) führt. Vor dem Pflanzen solltest du den Boden feinkrümelig vorbereiten, um einen optimalen Bodenschluss der Jungpflanzen zu sichern. Die Stickstoffdüngung muss exakt am Bedarf ausgerichtet werden; Überdüngung erhöht die Anfälligkeit für Schaderreger und führt zu Nitratakkumulation in den Blättern. Eine gezielte Humuszufuhr durch Gründüngung oder reifen Kompost im Vorjahr stabilisiert das Bodengefüge und minimiert Verschlämmungen.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei dieser Kultur erfordert eine enge Überwachung, da optische Mängel direkt zur Unverkäuflichkeit führen. Zu den gefährlichsten pilzlichen Schaderregern gehören Sclerotinia sclerotiorum und Sclerotinia minor (Sclerotinia-Fäule) sowie Botrytis cinerea (Grauschimmel), die besonders bei feucht-warmer Witterung im bodennahen Bereich infizieren. Vorbeugende Maßnahmen wie weite Pflanzabstände, bedarfsgerechte Tröpfchenbewässerung statt Überkopfberegnung und das Pflanzen auf Dämmen reduzieren die Feuchtigkeit im Bestand drastisch. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln musst du die strengen Wartezeiten beachten, da die Kultur eine kurze Entwicklungszeit hat und Rückstände unbedingt vermieden werden müssen. Zudem ist ein konsequenter Fruchtwechsel mit Nicht-Wirtspflanzen (z. B. Getreide) zwingend erforderlich, um den Infektionsdruck von bodenbürtigen Erregern langfristig zu senken.

Sorten

Xanadu

Früh bis mittelfrüh

Sehr hoher Anteil an vermarktungsfähigen, gleichmäßigen Köpfen.

Resistent gegen: Falscher Mehltau, Salatblattlaus

Anfällig für: Sclerotinia-Fäule

Sehr beliebte Mini-Romana-Sorte für den Ganzjahresanbau im Freiland. Zeigt eine hervorragende Feldhaltbarkeit und schossfeste Eigenschaften.

Quintus

Mittelfrüh bis spät

Hohes Ertragspotenzial mit schweren Einzelköpfen für den Frischmarkt.

Resistent gegen: Falscher Mehltau, Salatmosaikvirus

Anfällig für: Grauschimmel, Innenbrand

Robuste, großrahmige Sorte für den Sommeranbau. Zeichnet sich durch einen aufrechten Wuchs und knackige, dunkelgrüne Blätter aus.

Ovation

Mittelfrüh

Stabile, mittlere bis hohe Erträge mit exzellenter Sortierung.

Resistent gegen: Falscher Mehltau, Grüne Salatblattlaus

Anfällig für: Sclerotinia-Fäule, Wurzellaus

Zuverlässige Sorte für den professionellen Anbau im Frühjahr und Herbst. Sehr schossfest auch unter wechselnden Klimabedingungen.

Remus

Früh

Solide Erträge im frühen Segment, erfordert jedoch intensiven Pflanzenschutz.

Anfällig für: Falscher Mehltau, Grauschimmel

Traditionelle, bewährte Sorte mit kräftigem Wuchs, besonders geeignet für den frühen Freilandanbau unter Vlies.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kannst du das Risiko von Sclerotinia-Fäule im Romana-Anbau kulturtechnisch minimieren?

Neben einer weiten Fruchtfolge solltest du Romana-Salat bevorzugt auf Dämmen anbauen. Dies verbessert den Wasserabfluss und sorgt dafür, dass die bodennahen Blätter nach Regen oder Bewässerung schneller abtrocknen. Vermeide zudem eine späte Überkopfberegnung am Abend, damit die Kultur nicht nass in die Nacht geht.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung von Pflanzenschutzmitteln?

Besonders in den Stadien BBCH 39 (Rosettenschluss) bis BBCH 41 (Beginn der Kopfbildung) schließt sich der Bestand. Behandlungen gegen bodenbürtige Pilze wie Sclerotinia müssen zwingend vor diesem Zeitpunkt erfolgen, da die Spritzbrühe später die Stängelbasis und die unteren Blätter nicht mehr ausreichend erreicht.

Wie verhinderst du das Auftreten von Innenbrand (Calciummangel) kurz vor der Ernte?

Innenbrand entsteht meist durch mangelnden Transpirationsstrom bei hoher Luftfeuchtigkeit oder unregelmäßiger Bodenfeuchte, wodurch Calcium nicht in die jungen Herzblätter transportiert wird. Du solltest auf eine gleichmäßige, sensorgesteuerte Bewässerung achten und bei kritischen Wetterlagen (schwül-warm) den Einsatz von Ventilatoren im geschützten Anbau oder eine gezielte Blattdüngung mit Calcium in Erwägung ziehen.

Wo findest du aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger für diese Kultur?

Nutze hierfür die Suchfunktion in unserem Hub auf agronomy.farmable.tech. Filtere dort gezielt nach der Kultur 'Romana-Salat' (oder der übergeordneten Gruppe der Salat-Kulturen) und dem spezifischen Schaderreger, um die aktuell in deinem Land zugelassenen Präparate inklusive Aufwandmengen und Wartezeiten einzusehen.

Warum ist die Stickstoff-Form bei der Düngung von Romana-Salat so entscheidend?

Du solltest bevorzugt nitratarme Düngerformen wählen oder die Düngung splitten. Ein Überangebot an Ammonium oder schnellem Nitrat führt zu weichem Gewebe, was die Kultur extrem anfällig für Botrytis cinerea macht und zudem das Risiko von Nitratüberschreitungen bei der Ernte drastisch erhöht.

Wie unterscheidet sich das Schadbild von Sclerotinia minor von Sclerotinia sclerotiorum im Feld?

Während Sclerotinia sclerotiorum meist große, auffällige Sklerotien (Dauerkörper) am Strunk und ein üppiges, watteartiges Myzel bildet, verursacht Sclerotinia minor eher kleinere, stecknadelkopfgroße Sklerotien und führt oft zu einem schnelleren, nesterweisen Zusammenbrechen der Kultur direkt an der Bodenoberfläche.