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Kultur

Gelber Steinklee

Melilotus officinalis
MEUOF

Der Gelbe Steinklee (Melilotus officinalis, EPPO-Code: MEUOF), auch als Echter Steinklee oder Ackerhonigklee bekannt, ist eine zweijährige, tiefwurzelnde Leguminose, die in der mitteleuropäischen Landwirtschaft eine wichtige Rolle einnimmt. Die Kultur zeichnet sich durch eine hervorragende Trockenheitstoleranz und die Fähigkeit aus, mithilfe von Knöllchenbakterien (Rhizobien) Luftstickstoff hocheffizient zu binden. Sie wird primär zur Gründüngung, als wertvolle Bienenweide, im Zwischenfruchtanbau sowie zur biologischen Bodenmelioration auf kargen, kalkreichen Standorten eingesetzt.

Aufgrund des natürlichen Gehalts an Cumarin besitzt der Gelbe Steinklee einen charakteristischen, süßlichen Duft nach frisch gemähtem Heu. In der Fütterung erfordert dieser Inhaltsstoff jedoch fachliche Vorsicht: Bei unsachgemäßer Konservierung, wie etwa Schimmelbildung bei der Silierung, kann Cumarin in das toxische Dicumarol umgewandelt werden. Aus diesem Grund liegt der moderne landwirtschaftliche Fokus dieser Kultur meist auf der Bodenverbesserung, dem Erosionsschutz und der gezielten Förderung der Biodiversität.

Als Pionierkultur erschließt der Gelbe Steinklee mit seiner kräftigen Pfahlwurzel selbst stark verdichtete Unterböden und hinterlässt eine hervorragende Bodengare für anspruchsvolle Folgekulturen. Zudem leistet er durch seine späte und langanhaltende Blüte einen unschätzbaren Beitrag zur Tracht für Honigbienen und Wildinsekten, weshalb er ein Standardbestandteil vieler mehrjähriger Blühmischungen und Greening-Maßnahmen im Ackerbau ist.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis April (als Hauptfrucht) oder Juli bis August (als Zwischenfrucht)
Erntefenster
Juni bis August (im zweiten Standjahr zur Samengewinnung oder Nutzung)
Reihenabstand
12–25 cm (Drillsaat) oder Breitsaat
Typischer Ertrag
25–40 dt/ha Trockenmasse (als Gründüngung/Futter) oder 5–10 dt/ha Samenertrag
Wärmesumme (GDD)
1850
Boden-pH
6,5–8,0 (bevorzugt kalkreiche, basische Böden)

Bodenmanagement

Der Gelbe Steinklee stellt geringe Ansprüche an den Boden, bevorzugt jedoch durchlässige, kalkhaltige und eher trockene Standorte. Saure, staunasse oder extrem verdichtete Böden solltest du meiden, da hier die wichtige Symbiose mit den Knöllchenbakterien (*Rhizobium meliloti*) stark beeinträchtigt wird. Eine sorgfältige Saatbettbereitung ist entscheidend, um den feinen Samen einen guten Bodenschluss in einer Tiefe von maximal 1–2 cm zu garantieren. Nach der Saat empfiehlt sich das Anwalzen, um den Keimprozess zu beschleunigen und die Restfeuchte optimal zu nutzen. Durch seine tiefreichende Pfahlwurzel lockert die Kultur den Unterboden biologisch auf und verbessert die Bodenstruktur nachhaltig für nachfolgende Kulturen.

Schaderreger-Management

Im Pflanzenschutz zeigt sich der Gelbe Steinklee als robuste Kultur, die nur selten den gezielten Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel erfordert. Ein kritisches Augenmerk solltest du auf die Konkurrenz durch Ungräser wie die Gemeine Quecke (*Elymus repens*) oder den Gemeinen Windhalm (*Apera spica-venti*) richten, besonders während der langsamen Jugendentwicklung im Frühjahr. Falls mechanische Maßnahmen wie Striegeln nicht ausreichen, müssen zugelassene Herbizide exakt auf das BBCH-Stadium abgestimmt werden. Gegen pilzliche Schaderreger wie Echten Mehltau oder Kleekrebs hilft vor allem eine weite Fruchtfolge von mindestens 4–5 Jahren zu anderen Leguminosen. Achte bei der Überwachung deiner Bestände zudem auf den Blattrandkäfer, dessen Fraßschäden an jungen Blättern bei starkem Auftreten im Frühjahr reguliert werden müssen.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie vermeidest du die gefürchtete Cumarinvergiftung bei der Verfütterung?

Um die Entstehung von giftigem Dicumarol zu verhindern, musst du das Erntegut absolut sauber und trocken konservieren. Achte penibel darauf, dass bei der Silierung oder Heubereitung keinerlei Schimmelpilzbefall auftritt, da erst diese Pilze das harmlose Cumarin umwandeln. Im Zweifelsfall solltest du den Gelben Steinklee primär als Gründüngung nutzen oder nur in geringen Frischfutteranteilen an unempfindliche Tierarten verfüttern.

Welche Rolle spielt der Gelbe Steinklee in der Fruchtfolgegestaltung?

Als hervorragender Stickstoffsammler hinterlässt er erhebliche Mengen an organisch gebundenem Stickstoff im Boden, wovon nachfolgende Kulturen wie Winterweizen stark profitieren. Du solltest jedoch eine strikte Anbaupause von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Leguminosen einhalten, um die Verschleppung von bodenbürtigen Schaderregern wie dem Kleekrebs im Feld zu verhindern.

Wie etablierst du die Kultur erfolgreich als Untersaat im Getreide?

Die Aussaat erfolgt am besten im zeitigen Frühjahr direkt in einen etablierten Wintergetreidebestand oder zusammen mit einer Sommerung. Du solltest die Saatmenge auf etwa 10–12 kg/ha einstellen und flach ablegen. Nach der Getreideernte im Sommer wächst der Steinklee zügig heran und sorgt für eine lückenlose Bodenbedeckung über den Winter.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Umbruch zur Gründüngung?

Den besten Effekt für den Boden erzielst du, wenn du den Bestand im Frühjahr des zweiten Standjahres kurz vor oder zu Beginn der Blüte (BBCH-Stadium 59–61) mulchst und flach einarbeitest. Zu diesem Zeitpunkt ist das Verhältnis von Stickstoffgehalt zu verholzter Biomasse optimal, was eine schnelle Humusbildung und Nährstofffreisetzung begünstigt.

Wie gehst du vor, wenn sich hartnäckige Ungräser im Bestand ausbreiten?

Gegen Ungräser wie die Gemeine Quecke oder das Deutsche Weidelgras solltest du vorrangig auf mechanische Maßnahmen im Vorfeld der Saat setzen. Ist der Bestand bereits aufgelaufen, kannst du im Bedarfsfall selektive Gräserherbizide einsetzen, sofern für diese eine entsprechende Zulassung oder Genehmigung für die Anwendung in Leguminosen vorliegt. Prüfe hierzu stets die aktuellen Zulassungsdatenbanken des BVL.

Warum keimt der Samen des Gelben Steinklees manchmal ungleichmäßig auf?

Das liegt am hohen Anteil an sogenannten 'Hartsamen', deren Samenschale für Wasser undurchlässig ist. Um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu erzielen, kannst du mechanisch vorbehandeltes (eskariertes) Saatgut verwenden, bei dem die Schale leicht angeraut wurde, was die Wasseraufnahme und damit die Keimung drastisch beschleunigt.