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Kultur

Pak Choi

Brassica rapa subsp. chinensis
BRSCH

Pak Choi (Brassica rapa subsp. chinensis, EPPO-Code: BRSCH), im deutschsprachigen Raum auch als Chinesischer Senfkohl bekannt, hat sich zu einer ökonomisch bedeutenden Kultur im mitteleuropäischen Freiland- und Unterglasanbau entwickelt. Als schnellwüchsige, einjährige Kultur aus der Familie der Kreuzblütler zeichnet sie sich durch fleischige, meist reinweiße oder hellgrüne Blattstiele und löffelförmige, dunkelgrüne Blätter aus. Die Kultur stellt aufgrund ihrer kurzen Entwicklungszeit von oft nur 40 bis 60 Tagen extrem hohe Ansprüche an eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung, um ein zügiges, ungestörtes Wachstum ohne Qualitätsverluste zu gewährleisten.

Im professionellen Anbau wird Pak Choi sowohl für den Frischmarkt als auch für den Convenience-Sektor produziert. Da die Kultur sehr empfindlich auf photoperiodische Reize und niedrige Temperaturen reagiert, besteht insbesondere im Frühjahr ein hohes Risiko für vorzeitiges Schossen. Eine präzise Steuerung der Pflanztermine, eine sorgfältige Sortenwahl sowie der gezielte Einsatz von Vliesabdeckungen im frühen Freilandanbau sind daher unerlässlich, um die Marktqualität und die geforderte Uniformität der Ware zu sichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis August (Freiland, Direktsaat oder Pflanzung); ganzjährig im geschützten Anbau
Erntefenster
Mai bis Oktober (Freiland); ganzjährig im geschützten Anbau
Reihenabstand
25–35 cm x 20–30 cm
Typischer Ertrag
25–40 t/ha
Wärmesumme (GDD)
650 °C
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Pak Choi bevorzugt tiefgründige, humose und gut strukturierte Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da Trockenstress sofort zu Wachstumsstockungen und vorzeitigem Schossen führt. Eine ausgewogene Humusversorgung und eine strukturkonforme Bodenbearbeitung sind essenziell, um Verschlämmungen zu vermeiden und eine schnelle Durchwurzelung zu ermöglichen. Aufgrund des extrem kurzen Kulturzeitraums ist eine präzise, am aktuellen Bedarf ausgerichtete Stickstoffdüngung erforderlich, wobei der Hauptbedarf in der intensiven Wachstumsphase ab BBCH-Stadium 14 bis 39 liegt. Eine mineralische Startgabe oder schnell verfügbare organische Dünger sichern den hohen Nährstoffbedarf zu Kulturbeginn ab. Um Nitratanreicherungen in den erntereifen Blättern zu minimieren, sollte die Düngung kurz vor der Ernte restriktiv gehandhabt werden.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei Pak Choi konzentriert sich stark auf die Vorbeugung von Pilzkrankheiten wie der Blattfleckenkrankheit (Alternaria brassicae) und der Weißfäule sowie auf den Schutz vor tierischen Schaderregern. Da die Kultur zu den Brassicaceen gehört, stellen Erdflöhe, Kohlmotten und die Kleine Kohlfliege erhebliche Risiken dar, die durch den konsequenten Einsatz von engmaschigen Kulturschutznetzen direkt nach der Pflanzung mechanisch abgewehrt werden können. Chemische Pflanzenschutzmittel müssen aufgrund der kurzen Vegetationszeit und der damit verbundenen Wartezeiten äußerst selektiv und frühzeitig appliziert werden. Ein regelmäßiges Monitoring ab dem BBCH-Stadium 12 ist unerlässlich, um Schadschwellen rechtzeitig zu erkennen und gezielte Behandlungen durchzuführen. Zudem ist eine weite Fruchtfolge zu anderen Kreuzblütlern von mindestens drei bis vier Jahren einzuhalten, um bodenbürtige Schaderreger wie Kohlhernie effektiv zu unterdrücken.

Sorten

Joi Choi

Früh bis mittelspät (ca. 45–50 Tage)

Sehr hoher und gleichmäßiger Ertrag durch hohe Uniformität.

Resistent gegen: Schossen, Kohlhernie

Anfällig für: Falscher Mehltau

Sehr schossfeste F1-Hybride mit kräftigen, reinweißen Stielen und dunkelgrünen Blättern. Hervorragend geeignet für den Ganzjahresanbau.

Mei Qing Choi

Früh (ca. 35–40 Tage)

Hoher Ertrag im Segment der Mini-Kulturen.

Resistent gegen: Schossen, Kälte

Anfällig für: Alternaria-Blattfleckenkrankheit

Kompakte, grünstielige Sorte (Baby-Pak-Choi) mit exzellentem Geschmack und hoher Kältetoleranz im frühen Frühjahr.

Hanakan

Mittelfrüh (ca. 45 Tage)

Konstant hohe Erträge im Sommer- und Herbstanbau.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Kohlhernie, Bakterielle Nassfäule

Wüchsige Sorte mit aufrechtem Wuchs, sehr gut für die maschinelle Ernte und Aufbereitung geeignet.

Arax

Früh (ca. 40 Tage)

Gute Ertragsstabilität auch bei wechselnden Witterungsverhältnissen.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Falscher Mehltau

Sehr raschwüchsige Sorte mit dunkelgrünem Blatt und weißen, breiten Rippen. Gut geeignet für den Herbstanbau.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko für vorzeitiges Schossen bei frühem Freilandanbau minimieren?

Das Schossen wird primär durch niedrige Temperaturen unter 10–12 °C in der Jugendphase (Vernalisation) induziert. Um dies zu verhindern, sollten im frühen Frühjahr ausschließlich schossfeste F1-Hybriden gepflanzt werden, die unter Glas bei kontrollierten Temperaturen von mindestens 16–18 °C angezogen wurden. Zudem schützt das sofortige Auflegen von Vlies oder Lochfolie im Freiland vor Kälteeinbrüchen und stabilisiert das Mikroklima in den kritischen ersten Wochen.

Ab welchem BBCH-Stadium ist der Einsatz von Kulturschutznetzen gegen Schädlinge zwingend erforderlich?

Kulturschutznetze mit einer Maschenweite von maximal 0,8 mm müssen unmittelbar nach der Pflanzung bzw. direkt nach der Saat (BBCH-Stadium 09 bis 10) aufgelegt und lückenlos am Boden verankert werden. Dies schützt die jungen Keim- und Laubblätter vor dem Zuflug von Erdflöhen und der Kleinen Kohlfliege, deren Larvenfraß an den Wurzeln ab dem BBCH-Stadium 12–14 zu irreversiblen Schäden und Totalausfällen führen kann.

Wie wird die Stickstoffdüngung gesteuert, um die gesetzlichen Nitratgrenzwerte bei Pak Choi einzuhalten?

Da Pak Choi als Blattgemüse zu einer erhöhten Nitratakkumulation neigt, sollte die Stickstoffgabe auf maximal 120–150 kg N/ha (inklusive Nmin-Bodenvorrat) begrenzt und bedarfsgerecht aufgeteilt werden. Die letzte Gabe sollte spätestens im BBCH-Stadium 19 erfolgen. Eine ausreichende Lichtintensität vor der Ernte fördert den Nitratabbau, weshalb Ernten an extrem trüben Tagen im geschützten Winteranbau vermieden werden sollten.

Welche Rolle spielt die relative Luftfeuchtigkeit im geschützten Anbau zur Vermeidung von Pilzinfektionen?

Eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von über 85 % im Gewächshaus begünstigt Infektionen durch Alternaria brassicae und Falschem Mehltau massiv. Durch gezieltes Lüften am Morgen und den Einsatz von Heizungsimpulsen zur Taupunktunterschreitung muss die Blattoberfläche trocken gehalten werden. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten im geschützten Anbau nur bei drohender Infektionsgefahr und unter strikter Beachtung der Wartezeiten appliziert werden.

Wie finde ich im agronomy.farmable.tech Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Alternaria brassicae?

Navigieren Sie im Hub zum Bereich 'Pflanzenschutzmittel' und filtern Sie nach der Kultur 'Pak-Choi' (oder der übergeordneten Gruppe der kohlorartigen Blattgemüse) sowie dem Schaderreger 'Alternaria brassicae'. Achten Sie bei der Auswahl der gelisteten Präparate besonders auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen, die maximal zulässige Anzahl der Anwendungen pro Saison und die für den Frischmarkt relevanten Wartezeiten.

Welche Fruchtfolgebeschränkungen müssen beim Anbau von Pak Choi beachtet werden?

Aufgrund der hohen Anfälligkeit für Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) und andere bodenbürtige Schaderreger darf Pak Choi maximal alle 3 bis 4 Jahre auf derselben Fläche angebaut werden. Dies gilt auch für die Rotation mit anderen Kreuzblütlern wie Raps, Senf als Gründüngung oder anderen Kohlarten. Als ideale Vorfrüchte eignen sich Getreide, Leguminosen oder Sellerie.