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Kultur

Pak Choi

Brassica rapa subsp. chinensis
BRSCH

Pak Choi (Brassica rapa subsp. chinensis, EPPO-Code: BRSCH), auch als Chinesischer Senfkohl bekannt, gewinnt im mitteleuropäischen Erwerbsgemüsebau zunehmend an Bedeutung. Als schnellwüchsige Kultur aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) eignet er sich hervorragend für den ganzjährigen Anbau unter Glas sowie für den Freilandanbau vom Frühjahr bis zum späten Herbst. Die Kultur zeichnet sich durch knackige, weiße oder grüne Blattstiele und dunkelgrüne, löffelförmige Blätter aus, die einen milden, leicht senfartigen Geschmack aufweisen.

Aufgrund der kurzen Entwicklungszeit stellt Pak Choi eine ideale Zwischen- oder Nachkultur dar. Er stellt jedoch hohe Ansprüche an die Wasser- und Nährstoffversorgung, da ein gleichmäßiges Wachstum entscheidend für die Qualität und die Vermeidung von vorzeitigem Schossen ist. Für den professionellen Anbau ist eine präzise Steuerung der Kulturbedingungen unerlässlich, um Marktware mit makellosem Blattwerk und festen Stielen zu erzeugen.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis September (Direktsaat oder Pflanzung ab April)
Erntefenster
Mai bis November (Freiland), ganzjährig (Unterglas)
Reihenabstand
25–30 cm
Typischer Ertrag
25–35 t/ha
Wärmesumme (GDD)
750 GDD
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Für einen erfolgreichen Anbau benötigt die Kultur tiefgründige, humusreiche Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da Trockenstress sofort zu Qualitätsminderungen und Schossen führt. Eine ausgewogene Grunddüngung auf Basis einer aktuellen Bodenanalyse ist ratsam, wobei der hohe Stickstoffbedarf aufgrund der kurzen Standzeit schnell verfügbar sein muss. Schwere Lehmböden sollten vor dem Pflanzen gut gelockert werden, um Staunässe zu vermeiden, welche die Wurzelgesundheit beeinträchtigt. Eine Mulchfolie kann im Freiland helfen, die Bodenfeuchtigkeit zu stabilisieren und gleichzeitig den Unkrautdruck in der Reihe zu minimieren. Achte darauf, nach der Ernte die Ernterückstände zügig einzuarbeiten, um den Humusaufbau zu fördern und Schaderregern die Überwinterungsgrundlage zu entziehen.

Schaderreger-Management

Im integrierten Pflanzenschutz steht die Vorbeugung gegen pilzliche Schaderreger wie Alternaria brassicae (Schwärze) und Neopseudocercosporella brassicae (Blattfleckenkrankheit) im Vordergrund, da Flecken auf den Blättern die Ware unverkäuflich machen. Ein weiter Fruchtwechsel zu anderen Kreuzblütlern von mindestens drei bis vier Jahren ist zwingend einzuhalten, um den Druck durch bodenbürtige Krankheiten zu senken. Gegen tierische Schädlinge wie Erdflöhe, Kohlmotten und die Kohlfliege hat sich der konsequente Einsatz von engmaschigen Kulturschutznetzen direkt nach der Pflanzung als äußerst effektiv erwiesen. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten nur gezielt nach dem Überschreiten von Schadschwellen und unter Beachtung der Wartezeiten eingesetzt werden. Eine regelmäßige Feldkontrolle ab dem BBCH-Stadium 12 ermöglicht es dir, erste Infektionen oder Schädlingspopulationen frühzeitig zu erkennen und gezielte Anwendungen einzuleiten.

Sorten

Joi Choi

früh bis mittelfrüh (ca. 45–50 Tage)

Sehr hoher Ertrag durch schwere Einzelköpfe.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Kohlhernie, Erdflöhe

Sehr schossfeste Standardsorte mit aufrechtem Wuchs und dicken, reinweißen Rippen. Hervorragend für den Ganzjahresanbau geeignet.

Mei Qing Choi

sehr früh (ca. 35–40 Tage)

Hoher Ertrag im Segment der Mini-Kulturen.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Kohlhernie, Falscher Mehltau

Kompakte Sorte mit hellgrünen Stielen (Green-Petiole-Typ). Sehr hitzetolerant und ideal für die Vermarktung als Mini-Pak-Choi.

Hanakan

mittelfrüh (ca. 45–52 Tage)

Stabiler, hoher Ertrag auch unter wechselhaften Bedingungen.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Alternaria-Blattflecken, Kohlfliege

Sehr gleichmäßiger Wuchs mit dunkelgrünen, glänzenden Blättern und breiten, weißen Stielen. Gute Haltbarkeit nach der Ernte.

Canton

mittelfrüh (ca. 45 Tage)

Mittlerer bis hoher Ertrag bei optimaler Wasserversorgung.

Anfällig für: Schossen, Alternaria-Blattflecken

Traditionelle, bewährte Sorte mit kräftigem Wuchs. Zeigt eine gute Anpassungsfähigkeit an verschiedene Bodentypen.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie verhinderst du am besten das vorzeitige Schossen bei Pak Choi?

Das Schossen (die vorzeitige Blütenbildung) wird meist durch Kältereize im frühen Jugendstadium (unter 10–12 °C) oder durch extremen Trocken- und Hitzestress ausgelöst. Verwende für den frühen Anbau unbedingt schossfeste F1-Hybriden und achte auf eine konstante Anzuchttemperatur von über 16 °C. Im Freiland hilft eine gleichmäßige Bewässerung, um Stressphasen zu vermeiden.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Alternaria-Blattflecken?

Eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln sollte präventiv bei feucht-warmer Witterung ab dem BBCH-Stadium 14 (4-Laubblatt-Stadium) erfolgen, besonders wenn in der Fruchtfolge zuvor andere Kreuzblütler standen. Achte auf erste kleine, dunkle Flecken auf den älteren Blättern und halte die Wartezeiten vor der Ernte strikt ein.

Wie finde ich im Pflanzenschutz-Hub zugelassene Pflanzenschutzmittel für Pak Choi?

Suche im Hub gezielt nach der Kultur 'Pak-Choi' oder filtere nach dem EPPO-Code 'BRSCH'. Da Pak Choi rechtlich oft zur Gruppe der Kohlgemüse oder der blattbildenden Kulturen gezählt wird, solltest du bei den Zulassungen genau prüfen, ob die Anwendung explizit für 'frische Kräuter und Blattkohle' oder speziell für Pak Choi freigegeben ist.

Welche Rolle spielen Kulturschutznetze im integrierten Pflanzenschutz bei dieser Kultur?

Kulturschutznetze mit einer Maschenweite von maximal 0,8 mm sind die wichtigste mechanische Barriere gegen Schädlinge wie Erdflöhe und die Kohlfliege. Lege das Netz direkt nach der Pflanzung oder Saat lückenlos über das Beet und fixiere die Ränder sorgfältig mit Erde oder Sandsäcken, da bereits kleine Lücken zu starkem Befall führen können.

Warum ist die Fruchtfolge bei Pak Choi so kritisch und welche Kulturen solltest du meiden?

Da Pak Choi sehr anfällig für Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) und bodenbürtige Pilze ist, musst du eine Anbaupause von mindestens 3 bis 4 Jahren zu allen anderen Kreuzblütlern (wie Raps, Senf, Kohlrabi oder Radieschen) einhalten. Als Vorfrüchte eignen sich hervorragend Leguminosen, Getreide oder Zwiebelgewächse, die den Boden schonen und den Schaderregerdruck senken.

Wie wirkt sich die kurze Standzeit auf deine Düngestrategie aus?

Aufgrund der kurzen Kulturzeit von oft nur 40 bis 50 Tagen muss der Stickstoff für die Kultur sofort verfügbar sein. Eine Aufteilung der Gabe ist meist nicht sinnvoll; bringe den Hauptteil des Stickstoffs als schnell wirksamen Dünger direkt zur Pflanzung aus. Vermeide jedoch Überdüngung, da dies zu weichem Gewebe und einer höheren Anfälligkeit für Krankheiten führt.