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Pilz

Mycosphaerella brassicicola

Neopseudocercosporella brassicae
MYCOBR

Die Ringfleckenkrankheit, verursacht durch den pilzlichen Schaderreger Neopseudocercosporella brassicae (EPPO-Code: MYCOBR, oft auch als Mycosphaerella brassicicola bezeichnet), ist eine wirtschaftlich bedeutende Blattkrankheit an verschiedenen Kohlarten. Sie tritt weltweit in Regionen mit feucht-kühlem Klima auf und betrifft insbesondere intensiv genutzte Gemüseanbauregionen in West- und Mitteleuropa. Besonders anfällig sind Kulturen mit langer Standzeit wie Rosenkohl, Grünkohl und Wirsing, bei denen der Befall zu erheblichen Qualitätsminderungen und Ertragsverlusten führen kann.

Der Schaderreger schädigt primär das Blattwerk, was bei Frischmarktware direkt zur Unverkäuflichkeit führt. Neben der optischen Entwertung schwächt ein starker Befall die Kulturen nachhaltig, da die assimilierende Blattfläche reduziert wird. Unter feuchten Bedingungen kann sich die Krankheit im Herbst rasant ausbreiten und ganze Bestände gefährden.

Typ
Pilz
EPPO-Code
MYCOBR
Wirte
10 Kulturen
Generationen
Mehrere überlappende Generationen pro Saison
Verbreitung
Weltweit verbreitet in gemäßigten, feuchten Klimazonen; in Mitteleuropa führt der Erreger insbesondere im späten Herbst bei Rosenkohl und Kopfkohl zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden durch Qualitätsverlust.
Erstbeschreibung
Duby, 1830

Biologie / Lebenszyklus

Der Pilz überwintert als Myzel oder in Form von Pseudothezien auf infizierten Ernterückständen im Boden oder auf kreuzblütigen Unkräutern. Im Frühjahr und Sommer werden bei feuchter Witterung Ascosporen aus den Pseudothezien entlassen und durch Wind und Regenspritzer auf die unteren Blätter der Kulturen übertragen. Nach der Primärinfektion entwickeln sich auf den Blattflecken winzige, schwarze Fruchtkörper (Pyknidien und Pseudothezien), die Konidien bzw. erneut Ascosporen freisetzen. Dieser Zyklus wiederholt sich bei optimalen Temperaturen von 15–20 °C und anhaltender Blattnässe mehrfach pro Saison, was zu einer schnellen, epidemischen Ausbreitung im gesamten Bestand führt.

Bonitur

Eine regelmäßige Bestandskontrolle ist ab dem BBCH-Stadium 19 (Neun oder mehr Laubblätter entfaltet) bis weit in die Kopfbildungs- und Zuwachsphase (BBCH 41–49) hinein unerlässlich. Achte bei der Bonitur besonders auf die älteren, bodennahen Blätter im Inneren des Bestandes, da sich dort aufgrund des Mikroklimas die ersten Infektionen zeigen. Ein konkreter Schadensschwellenwert ist oft kultur- und nutzungsabhängig; im integrierten Anbau gilt jedoch bereits das erste Auftreten von typischen Ringflecken bei feucht-warmer Witterung als Signal für eine erhöhte Aufmerksamkeit und gegebenenfalls für den Beginn von Pflanzenschutzmaßnahmen.

Symptome

Auf den Blättern bilden sich charakteristische, kreisrunde, graubraune bis olivfarbene Flecken mit einem Durchmesser von meist 5–15 mm. Typisch für diesen Schaderreger ist die konzentrische Ringstruktur innerhalb der Flecken, die an Zielscheiben erinnert. Im Zentrum und auf den Ringen dieser Flecken sind bei genauerem Hinsehen zahlreiche winzige, schwarze Punkte (Fruchtkörper) erkennbar. Bei starkem Befall fließen die Flecken zusammen, das betroffene Blattgewebe vergilbt, vertrocknet vorzeitig und fällt schließlich ab, was zu einer starken Entlaubung von unten nach oben führt.

Integriertes Management

Die Bekämpfung erfordert eine konsequente integrierte Strategie. Pflanzenbauliche Maßnahmen stehen im Vordergrund: Halte eine weite Fruchtfolge von mindestens 3–4 Jahren zu anderen Kreuzblütlern ein und arbeite Ernterückstände nach der Ernte tief und sauber unter, um das Inokulum im Boden zu reduzieren. Achte auf eine ausgewogene, nicht überzogene Stickstoffdüngung und vermeide zu enge Pflanzabstände, damit die Bestände nach Regenfällen rasch abtrocknen können. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten gezielt und vorbeugend bei Infektionsgefahr eingesetzt werden. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel zwischen verschiedenen FRAC-Klassen (z. B. SDHI, Strobilurine und Triazole) zwingend erforderlich; halte dich dabei strikt an die maximal zulässige Anzahl an Anwendungen pro Saison.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kann ich im Hub gezielt nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen die Ringfleckenkrankheit suchen?

Nutze im Hub die Filtersuche und gib dort den EPPO-Code MYCOBR oder den wissenschaftlichen Namen Neopseudocercosporella brassicae ein. Filtere anschließend nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Rosenkohl oder Blumenkohl), um ausschließlich die in deinem Land aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel mit den exakten Aufwandmengen und Wartezeiten angezeigt zu bekommen.

Warum ist die Einhaltung der FRAC-Richtlinien bei diesem Schaderreger besonders wichtig?

Da der Pilz während einer Saison mehrere Generationen bildet und sich schnell ausbreitet, besteht ein hohes Risiko für die Selektion resistenter Stämme. Wenn du wiederholt Wirkstoffe aus derselben FRAC-Gruppe (wie z. B. reine Strobilurine) einsetzt, verliert das Pflanzenschutzmittel schnell seine Wirkung. Wechsel daher systematisch zwischen verschiedenen Wirkmechanismen ab.

Welchen Einfluss hat die Beregnung auf das Infektionsrisiko im Sommer?

Eine zusätzliche Beregnung verlängert die Blattnässezeit drastisch, was die Keimung der Sporen begünstigt. Beregne deine Kulturen daher bevorzugt in den frühen Morgenstunden statt am Abend. So können die Blätter im Laufe des Tages durch den Wind schnell abtrocknen, wodurch du das Zeitfenster für eine erfolgreiche Infektion minimierst.

Kann die Ringfleckenkrankheit auch über das Saatgut übertragen werden?

Ja, der Erreger kann an der Samenschale haften oder als Myzel im Inneren des Samens überdauern. Verwende daher ausschließlich zertifiziertes, gesundes oder professionell gebeiztes Saatgut. Eine Heißwasserbehandlung des Saatguts ist im ökologischen Anbau eine wirksame Methode, um den Erreger vor der Aussaat abzutöten.

Wie unterscheide ich die Ringfleckenkrankheit im Feld von Alternaria-Blattflecken?

Während Alternaria-Flecken oft eine eher samtige, dunkle Sporenmasse zeigen, erkennst du die Ringfleckenkrankheit an den stecknadelkopfgroßen, fest im Gewebe sitzenden schwarzen Punkten (Pseudothezien/Pyknidien), die konzentrisch angeordnet sind. Zudem sind die Flecken von N. brassicae meist grauer und schärfer abgegrenzt als die oft rußig-schwarzen Alternaria-Zonen.

Ab welchem BBCH-Stadium steigt das Risiko für eine epidemische Ausbreitung im Herbst besonders an?

Das Risiko steigt rasant an, sobald sich die Bestände schließen (ab BBCH 39). Durch den dichten Blattbaldachin entsteht ein feuchtes Mikroklima, das kaum noch abtrocknet. Ab diesem Zeitpunkt solltest du die wöchentlichen Kontrollen intensivieren, besonders wenn die Temperaturen unter 20 °C fallen und Nebel oder Regenfälle zunehmen.