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Kultur

Rotklee

Trifolium pratense
TRFPR

Rotklee (Trifolium pratense, EPPO-Code: TRFPR) ist eine der bedeutendsten großkörnigen Leguminosen im mitteleuropäischen Ackerfutterbau. Als ausdauernde, stickstofffixierende Kultur spielt er eine Schlüsselrolle in vielseitigen Fruchtfolgen, sowohl im Reinanbau als auch in Klee-Gras-Gemengen. Durch die Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobien) bindet Rotklee Luftstickstoff und hinterlässt eine hervorragende Bodengare sowie erhebliche Stickstoffmengen für die Folgekulturen.

Die Kultur zeichnet sich durch ein tiefreichendes Pfahlwurzelsystem aus, das den Boden tiefgründig lockert und die Wasser- und Nährstoffeffizienz verbessert. Im Futterbau liefert Rotklee proteinreiches, schmackhaftes Grundfutter für die Tierhaltung. Für einen erfolgreichen Anbau sind jedoch die Standortansprüche, insbesondere eine ausreichende Wasserversorgung und ein gut gepufferter Boden-pH-Wert, sowie eine gezielte Sortenwahl zur Vermeidung von typischen Fruchtfolgekrankheiten entscheidend.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis April (Frühjahrssaat) oder Juli bis August (Spätsommersaat)
Erntefenster
Mai bis Oktober (mehrere Schnitte pro Jahr, meist 2 bis 4 Schnitte)
Reihenabstand
8–12 cm (Drillsaat) oder Breitsaat
Typischer Ertrag
80–120 dt/ha Trockenmasse pro Jahr
Wärmesumme (GDD)
1800–2200 °C
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Rotklee stellt mittlere bis hohe Ansprüche an den Boden und bevorzugt mittelschwere, tiefgründige Lehm- und Tonböden mit guter Wasserführung. Ein stabiler pH-Wert im neutralen bis schwach sauren Bereich ist für die Aktivität der Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum) zwingend erforderlich, weshalb du saure Standorte vor dem Anbau unbedingt aufkalken solltest. Das Saatbett muss feinkrümelig, rückverfestigt und gut abgesetzt sein, um den flach abzulegenden Samen (Ablagetiefe 1–2 cm) einen optimalen Bodenschluss zu garantieren. Da die Kultur sehr empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe reagiert, ist eine tief lockere Bodenstruktur ohne Pflugsohlen entscheidend für die Ausbildung der Pfahlwurzel. Eine moderate Grunddüngung mit Phosphor und Kalium sichert die Ertragsleistung, während auf eine Stickstoffdüngung aufgrund der biologischen N-Fixierung komplett verzichtet werden kann.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz im Rotklee fokussiert sich stark auf vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen, allen voran die Einhaltung einer weiten Fruchtfolgepause von mindestens 4 bis 6 Jahren zur Vermeidung von Kleekrebs (Sclerotinia trifoliorum). Gegen samen- und bodenbürtige Schaderreger ist die Verwendung von zertifiziertem, gesundem Saatgut resistenter Sorten der wirksamste Schutz. Tritt ein starker Besatz mit dem Stängelälchen (Ditylenchus dipsaci) auf, musst du die Anbaupause konsequent verlängern und auf nicht-wirtende Kulturen ausweichen. Gegen auflaufende Unkräuter und Ungräser wie die Gemeine Quecke (Elymus repens) stehen im Bedarfsfall spezifische, für den Kleeanbau zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Verfügung, deren Anwendung idealerweise im frühen Nachauflauf erfolgt. Ein rechtzeitiger Reinigungsschnitt im Spätsommer hilft zudem, den Unkrautdruck mechanisch zu regulieren und gleichzeitig die Winterhärte der Kultur zu fördern.

Sorten

Milvus

mittelfrüh

Sehr hoher Massenwuchs im ersten und zweiten Hauptnutzungsjahr.

Resistent gegen: Kleekrebs, Stängelbrenner

Anfällig für: Mehltau

Ein bewährter, ausdauernder Standard-Diploid mit hervorragender Winterhärte.

Titus

mittelspät

Sehr hohe Trockenmasseerträge, besonders im ersten Schnitt.

Resistent gegen: Mehltau, Kleekrebs

Anfällig für: Stängelälchen

Tetraploide Sorte mit hoher Konkurrenzkraft im Klee-Gras-Gemenge.

Larus

mittelfrüh

Hervorragende Ertragsstabilität über alle Schnitte hinweg.

Resistent gegen: Kleekrebs, Stängelbrenner, Mehltau

Sehr ausdauernde tetraploide Sorte mit exzellenter Blattgesundheit.

Taifun

früh

Hoher Ertrag im ersten Nutzungsjahr, ideal für kurzjährigen Anbau.

Resistent gegen: Kleekrebs

Anfällig für: Stängelbrenner, Mehltau

Diploides Sortenspektrum, zeichnet sich durch eine sehr schnelle Entwicklung nach der Saat aus.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie kannst du Kleekrebs im Rotkleeanbau effektiv vorbeugen?

Die wichtigste Maßnahme ist die strikte Einhaltung einer Anbaupause von mindestens 4 bis 6 Jahren zu anderen Leguminosen auf derselben Fläche. Zudem solltest du auf widerstandsfähige, zertifizierte Sorten setzen und Staunässe durch eine gute Bodenstruktur vermeiden, da feuchte Bedingungen die Infektion mit Sclerotinia trifoliorum begünstigen. Ein herbstlicher Pflegeschnitt kann zudem das Mikroklima im Bestand verbessern und den Infektionsdruck vor dem Winter senken.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den ersten Schnitt im Hauptnutzungsjahr?

Der beste Kompromiss aus hohem Ertrag und optimaler Futterqualität (Rohproteingehalt) liegt zu Beginn des Knospenstadiums bis maximal zum Einsetzen der Blüte (BBCH-Stadium 51 bis 59). Wartest du mit dem Schnitt bis zur Vollblüte, sinkt die Verdaulichkeit und der Rohfasergehalt steigt stark an, was die Futterqualität für Milchvieh deutlich mindert.

Warum ist die Untersaat von Rotklee im Getreide pflanzenbaulich vorteilhaft?

Eine Untersaat im Frühjahr (z. B. in Wintergetreide oder Sommergerste) nutzt die Vegetationszeit optimal aus und schützt den Boden frühzeitig vor Erosion. Nach der Getreideernte etabliert sich der Rotklee durch den plötzlichen Lichteinfall sehr rasch, unterdrückt Spätunkräuter und liefert oft schon im Herbst einen wertvollen ersten Aufwuchs oder eine hervorragende Gründüngung.

Wie reagiert Rotklee auf Trockenstress und wie kannst du darauf reagieren?

Dank seiner tiefen Pfahlwurzel übersteht Rotklee trockene Phasen deutlich besser als Flachwurzler wie das Deutsche Weidelgras. Bei anhaltender Dürre stellt er jedoch das Wachstum ein. Du kannst das Risiko minimieren, indem du Rotklee in Mischungen mit trockenheitstoleranten Gräsern (z. B. Knaulgras oder Rohrschwingel) anbaust, um die Ertragssicherheit des Bestandes auch in trockenen Sommern zu stabilisieren.

Wie findest du im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Unkräuter im Rotklee?

Nutze die Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech und filtere gezielt nach der Kultur 'Rotklee' (Trifolium pratense) sowie der Schaderreger-Kategorie 'Unkräuter'. Achte bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel unbedingt auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen, da die Verträglichkeit von Herbiziden im Klee stark vom BBCH-Stadium der Kultur (meist ab dem 3-Blatt-Stadium) abhängt.

Welche Rolle spielt die Sortenwahl zwischen diploiden und tetraploiden Rotkleesorten?

Tetraploide Sorten besitzen größere Blätter, sind konkurrenzstärker im Gemenge und oft widerstandsfähiger gegen Krankheiten wie Kleekrebs und Mehltau, weisen jedoch einen höheren Wassergehalt auf, was die Trocknung erschwert. Diploide Sorten sind feinstängeliger, lassen sich leichter silieren oder heuen und eignen sich hervorragend für dichte, ausdauernde Klee-Gras-Mischungen auf trockeneren Standorten.