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OTHER · Syngenta Agro GmbH

Moddus

BVL Zul.-Nr. 024212-00

Moddus ist ein etablierter und hochwirksamer Wachstumsregler (Pflanzenschutzmittel) von Syngenta, der speziell zur Halmfestigung und Verbesserung der Standfestigkeit in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (u. a. Wintergerste, Winterweizen, Roggen, Triticale und Hafer) sowie im Grassamenbau eingesetzt wird. Als flüssiges Emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, hat sich das Produkt als Standardlösung im modernen Ackerbau etabliert, um das Risiko von Lagergetreide selbst unter intensiven Stickstoffdüngungsbedingungen und ungünstigen Witterungsverhältnissen zu minimieren.

Der Wirkstoff Trinexapac sorgt für eine gezielte Einkürzung der Internodien und stärkt gleichzeitig die Halmwandung. Dies führt zu einer optimierten Statik der Kultur, wodurch Ernteverluste und Qualitätsminderungen durch Lager effektiv verhindert werden. Darüber hinaus fördert die Anwendung das Wurzelwachstum, was die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Kulturen verbessert und sie widerstandsfähiger gegen Trockenstress macht.

Wirkstoffe

Trinexapac
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Moddus enthaltene Wirkstoff Trinexapac (vorliegend als Trinexapac-ethyl) greift aktiv in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Er blockiert die Biosynthese von biologisch aktiven Gibberellinen, insbesondere durch die Hemmung des Enzyms 3-beta-Hydroxylase. Gibberelline sind pflanzeneigene Hormone, die maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich sind. Durch diese gezielte biochemische Blockade wird das Längenwachstum der nach der Behandlung gebildeten Internodien gehemmt. Gleichzeitig kommt es zu einer Umverteilung der Assimilate, was zu einer Verdickung der Halmwand und einer verstärkten Entwicklung des Wurzelsystems führt. Die Kultur bleibt kompakter, standfester und kann Ressourcen effizienter nutzen.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Moddus um einen physiologisch wirkenden Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, besteht kein direktes Risiko einer klassischen Resistenzbildung im Sinne von Zielorganismen. Ein nachhaltiges Management konzentriert sich hier auf die Vermeidung von physiologischem Stress für die Kultur. Die Aufwandmenge sollte stets an die Standortsituation, die Stickstoffversorgung, die Sortenanfälligkeit und die aktuelle Witterung angepasst werden, um eine Überregulierung oder Wachstumsstockungen bei extremer Trockenheit zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Moddus zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Flüssigdüngern (wie AHL) aus. Bei Tankmischungen mit Triazol- oder Carboxamid-Fungiziden kann sich die einkürzende Wirkung aufgrund von Synergieeffekten verstärken; in solchen Fällen ist eine Reduzierung der Aufwandmenge von Moddus ratsam. Die Anwendung sollte in ausreichend Wassermenge (üblicherweise 150–300 l/ha) bei wüchsiger Witterung und aktiver Photosynthese der Kultur erfolgen, um eine schnelle Aufnahme über das Blattgewebe zu gewährleisten. Extrem kalkhaltiges oder kaltes Spritzwasser sollte vermieden werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die standardmäßigen Arbeitsschutzmaßnahmen und das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) obligatorisch. Moddus ist bezüglich des Schutzes von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen mit entsprechenden Abstandsauflagen (BVL-Vorgaben zu Abdriftminderungsklassen) belegt. Das Produkt ist bei sachgerechter Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern bevorzugt außerhalb des aktiven Bienenflugs durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GräserHalmfestigung31–370.8 LITER_PER_HECTARE
RotkleeHalmfestigung33–390.75 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung29–490.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmfestigung31–390.6 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung31–490.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenHalmfestigung31–390.6 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung29–490.4 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung31–490.4 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenHalmfestigung29–490.4 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung27–290.6 LITER_PER_HECTARE
SommergersteHalmfestigung31–370.6 LITER_PER_HECTARE
RotkleeHalmfestigung33–391.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteHalmfestigung29–490.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmfestigung31–390.6 LITER_PER_HECTARE
DinkelHalmfestigung31–490.4 LITER_PER_HECTARE
SommerweichweizenHalmfestigung29–320.4 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmfestigung39–490.3 LITER_PER_HECTARE
HaferHalmfestigung31–370.6 LITER_PER_HECTARE
TriticaleHalmfestigung39–490.3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Moddus zur Halmfestigung im Getreide?

Der ideale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 27 bis 55, wobei die beste Wirkung meist zu Beginn des Schossens (BBCH 31/32) erzielt wird. In dieser Phase werden die unteren, statisch wichtigsten Internodien eingekürzt, was die Standfestigkeit der Kultur am effektivsten stärkt.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Moddus nach der Applikation?

Moddus benötigt für eine optimale Aufnahme und Verteilung in der Kultur wüchsige Bedingungen mit Temperaturen über 8 °C und ausreichend Sonnenschein (aktive Photosynthese). Bei Frostgefahr, anhaltender Trockenheit oder extremen Temperaturschwankungen sollte die Behandlung verschoben werden, um Stresssymptome an den Kulturen zu vermeiden.

Kann Moddus in Tankmischung mit Fungiziden ausgebracht werden und worauf ist zu achten?

Ja, Mischungen mit Fungiziden sind im Getreidebau gängige Praxis. Beachten Sie jedoch, dass insbesondere Triazol-Fungizide eine eigene, leicht wachstumsregulierende Nebenwirkung besitzen. Bei einer gemeinsamen Ausbringung verstärkt sich die einkürzende Wirkung von Moddus, weshalb die Aufwandmenge des Wachstumsreglers um ca. 20–30 % reduziert werden sollte.

Welche Rolle spielt die Sortenwahl bei der Dosierung von Moddus?

Die Dosierung sollte eng an die genetisch bedingte Standfestigkeit der jeweiligen Getreidesorte angepasst werden. Lageranfällige Sorten oder Bestände mit sehr hoher Stickstoffdüngung erfordern eine höhere Aufwandmenge im zugelassenen Bereich, während bei standfesten Sorten oder unter trockenen Standortbedingungen eine reduzierte Aufwandmenge ausreicht.

Wie wirkt sich Moddus auf das Wurzelsystem der behandelten Kulturen aus?

Durch die Hemmung des oberirdischen Längenwachstums werden vermehrt Assimilate in das Wurzelsystem umgeleitet. Dies führt zu einer verstärkten Wurzelbildung und einer tieferen Einwurzelung, wodurch die Kultur Wasser und Nährstoffe auch in Trockenperioden effizienter aufnehmen kann.

Gibt es Einschränkungen bei der Anwendung von Moddus in gestressten Getreidebeständen?

Ja, Bestände, die bereits unter erheblichem Stress durch Trockenheit, Staunässe, Frost, Nährstoffmangel oder Herbizidschäden leiden, sollten nicht mit Moddus behandelt werden. Die zusätzliche physiologische Belastung kann zu Wachstumsstockungen und Ertragseinbußen führen. Warten Sie, bis sich die Kultur erholt hat.