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Kultur

Weiden-Arten

Salix sp.
SAXSS

Die Gattung der Weiden (Salix sp., EPPO-Code: SAXSS) umfasst eine Vielzahl von verholzenden Kulturen, die in Mitteleuropa sowohl ökologisch als auch ökonomisch eine bedeutende Rolle spielen. Im professionellen Anbau stehen vor allem schnellwachsende Weiden-Arten für Kurzumtriebsplantagen (KUP) zur Hackschnitzel- und Biomasseerzeugung sowie für die energetische Nutzung im Fokus. Darüber hinaus werden bestimmte Arten im Landschaftsbau, zur Ingenieurbiologie (Böschungssicherung) und im Flechtereihandwerk kultiviert.

Weiden zeichnen sich durch ein enormes Ausschlagvermögen nach dem Rückschnitt und eine hohe Transpirationsleistung aus. Dies macht sie zu idealen Pionierpflanzen, stellt jedoch auch spezifische Anforderungen an das Wasserangebot und die Standorteigenschaften. Die Etablierung erfolgt meist über unbewurzelte Stecklinge oder Ruten im zeitigen Frühjahr, wobei eine konsequente Unkrautregulierung in der Anwachsphase entscheidend für den späteren Ertragserfolg ist.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Ende April (Stecklingspflanzung)
Erntefenster
Dezember bis März (in der vegetationsfreien Zeit, alle 2 bis 5 Jahre)
Reihenabstand
0,75 m bis 1,5 m (Doppelreihen-Systeme mit 2,0 m bis 2,5 m Gassenbreite)
Typischer Ertrag
6 - 12 t TM/ha/Jahr (Trockenmasse)
Wärmesumme (GDD)
1800
Boden-pH
5,5 - 7,5

Bodenmanagement

Für den erfolgreichen Anbau von Weiden im Kurzumtrieb sind tiefgründige, gut wasserführende Böden mit ausreichender Nährstoffversorgung optimal. Sandige Lehme und humose Standorte mit hohem Grundwasseranschluss begünstigen das schnelle Jugendwachstum der Kultur erheblich. Vor der Pflanzung ist eine gründliche Bodenbearbeitung durch tiefes Pflügen im Herbst und anschließendes Kreiseleggetreffen im Frühjahr unerlässlich, um ein feinkrümeliges Pflanzbett zu schaffen. Da Weiden extrem empfindlich auf Bodenverdichtungen reagieren, solltest du schwere Erntemaschinen nur bei gefrorenem Boden oder hoher Tragfähigkeit einsetzen. Eine moderate Stickstoffdüngung ist meist erst ab dem zweiten Standjahr nach dem ersten Rückschnitt wirtschaftlich sinnvoll, da die Kultur sehr effizient im Nährstoffrecycling über den herbstlichen Laubfall ist.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz bei Weiden konzentriert sich vor allem auf die kritische Etablierungsphase im ersten Standjahr, in der Begleitvegetation konsequent reguliert werden muss. Schaderreger wie der Weidenblattkäfer oder verschiedene Rostpilze der Gattung Melampsora können bei starkem Befall erhebliche Zuwachsverluste verursachen. Gegen pilzliche Schaderreger hilft vor allem die Sortenwahl und der Anbau von Klonmischungen, um Epidemien im Bestand einzudämmen. Tritt ein massiver Schädlingsbefall im Jungbestand auf, kann eine gezielte Anwendung zugelassener Pflanzenschutzmittel notwendig werden, um den Kahlfraß zu verhindern. Regelmäßiges Monitoring ab dem Knospenaufbruch ermöglicht es dir, Schadschwellen rechtzeitig zu erkennen und mechanische oder chemische Maßnahmen optimal zu terminieren.

Sorten

Tora

Mittelfrüh

Sehr hoch (bis zu 12 t TM/ha/Jahr)

Resistent gegen: Melampsora-Rost

Anfällig für: Trockenstress

Sehr rasches Jugendwachstum, aufrechter Wuchs, hervorragend für die mechanische Ernte geeignet.

Tordis

Mittelfrüh

Konstant hoch (10-12 t TM/ha/Jahr)

Resistent gegen: Melampsora-Rost, Frost

Anfällig für: Weidenblattkäfer

Robuster Klon mit starker Astbildung, sehr gut für mittlere Standorte.

Sven

Mittelspät

Hoch (9-11 t TM/ha/Jahr)

Resistent gegen: Melampsora-Rost

Anfällig für: Wühlmäuse

Gute Trockenheitstoleranz im Vergleich zu anderen Weidenklonen, breite Standorteignung.

Inger

Früh

Sehr gut auf Grenzertragsböden (8-10 t TM/ha/Jahr)

Resistent gegen: Frost, Melampsora-Rost

Anfällig für: Weidengallmücke

Toleriert auch trockenere und sandigere Böden besser als reine Viminalis-Klone.

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie gehst du am besten vor, wenn nach der Pflanzung starker Unkrautdruck entsteht?

In der Etablierungsphase ist die mechanische Unkrautregulierung durch Hacken zwischen den Reihen entscheidend. Chemische Pflanzenschutzmittel (Herbizide) solltest du nur im Vorauflauf oder sehr gezielt mit Abschirmung einsetzen, da junge Weidentriebe extrem empfindlich auf Wirkstoffabdrift reagieren.

Warum wird im KUP-Anbau dringend empfohlen, verschiedene Weidenklone in Mischung zu pflanzen?

Eine Klonmischung minimiert das Risiko von Totalausfällen durch Schaderreger wie Melampsora-Rostpilze. Da Pilze sich schnell an einzelne Klone anpassen, bremst die genetische Diversität im Bestand die Ausbreitung der Infektion effektiv aus.

Welches BBCH-Stadium ist der optimale Zeitpunkt für den ersten Rückschnitt?

Der erste Rückschnitt (Schnitt auf den Stock) erfolgt im ersten Winter nach der Pflanzung in der vegetationsfreien Zeit (BBCH-Stadium 97 bis 99). Dies fördert die Bestockung im darauffolgenden Frühjahr massiv und sorgt für eine dichte, mehrtriebige Kronenstruktur.

Wie erkennst du einen kritischen Befall durch den Weidenblattkäfer und wann musst du handeln?

Kontrolliere die Triebspitzen ab Mai (BBCH-Stadium 15 bis 31) regelmäßig auf Lochfraß und Larvenkolonien. Eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln ist meist erst dann wirtschaftlich gerechtfertigt, wenn mehr als 30 % der Blattfläche im Jungbestand zerstört sind.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit bei der Terminierung der mechanischen Ernte?

Um irreversible Strukturschäden und Verdichtungen im Boden zu vermeiden, solltest du die Ernte ausschließlich bei Frost oder auf gut abgetrockneten Böden durchführen. Da Weiden über Jahrzehnte auf derselben Fläche verbleiben, ruinieren tiefe Fahrgassen das Ertragspotenzial für die Folgeumtriebe.

Wie findest du aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel für Weiden-Kurzumtriebsplantagen?

Nutze die Filterfunktion in unserem Hub und suche gezielt nach Anwendungen in Forst- oder Energieholz-Kulturen. Achte darauf, dass viele Zulassungen nach § 22 Abs. 2 PflSchG (Genehmigung im Einzelfall) erteilt werden, weshalb eine rechtzeitige Anfrage bei der zuständigen Landesbehörde ratsam ist.