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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

Tandus

BVL Zul.-Nr. 00A940-00

Tandus von Nufarm ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur selektiven Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Kulturen, insbesondere in Getreide und Mais. Als flüssig formuliertes Pflanzenschutzmittel zeichnet es sich durch eine schnelle Aufnahme über das Blattgewebe aus und bietet Landwirten eine verlässliche Lösung zur Unkrautkontrolle im Nachauflauf.

Das Wirkspektrum von Tandus umfasst ein breites Spektrum einjähriger und mehrjähriger zweikeimblättriger Schaderreger. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen schwer bekämpfbare Arten wie Klettenlabkraut, Vogelmiere sowie verschiedene Ampfer-Arten, die in Getreide- und Maisbeständen oft erhebliche Ertragseinbußen und Ernteerschwernisse verursachen.

Dank der flexiblen Anwendungsmöglichkeiten in verschiedenen BBCH-Stadien der Kulturen lässt sich Tandus hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Die Formulierung gewährleistet eine hohe Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig hoher Regenfestigkeit bereits kurze Zeit nach der Applikation.

Wirkstoffe

Fluroxypyr
288 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Tandus enthaltene Wirkstoff Fluroxypyr gehört zur chemischen Gruppe der synthetischen Auxine (Wuchsstoffe) und ist in die HRAC-Gruppe 4 (ehemals Klasse O) eingestuft. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze verteilt und akkumuliert sich in den meristematischen Geweben der Schaderreger. Im Inneren der Unkräuter imitiert Fluroxypyr das natürliche Pflanzenhormon Indol-3-essigsäure (Auxin). Dies führt zu einer unkontrollierten Zellteilung und einem gestörten Streckungswachstum. Typische Symptome sind epinastische Krümmungen der Stängel und Blätter, gefolgt von Chlorosen, Nekrosen und dem vollständigen Absterben der betroffenen Unkräuter innerhalb weniger Wochen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei zweikeimblättrigen Schaderregern nachhaltig vorzubeugen, sollte Tandus stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements eingesetzt werden. Dies beinhaltet den regelmäßigen Wechsel von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (HRAC-Gruppen). Die Kombination oder der Blockwechsel von Fluroxypyr (HRAC-Gruppe 4) mit Herbiziden aus anderen Klassen, wie beispielsweise ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2), sichert die langfristige Wirksamkeit des Mittels und verhindert die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei weit verbreiteten Unkräutern wie der Vogelmiere.

Mischbarkeit & Tankmischung

Tandus ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden sowie flüssigen Blattdüngern. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Mischungspartner nacheinander im Tank vollständig gelöst werden, wobei Tandus meist als eine der letzten Komponenten hinzugefügt wird. Die Anwendung sollte bei wüchsigem Wetter und ausreichender Bodenfeuchte erfolgen, um die systemische Aufnahme zu maximieren. Extrem harte Wässer oder sehr niedrige Wassertemperaturen können die physikalische Stabilität der Spritzbrühe beeinflussen, weshalb ein vorheriger Mischungstest im Kleinen ratsam ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel Tandus ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Fluroxypyr als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) exakt beachtet werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–410.75 LITER_PER_HECTARE
NadelholzZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
Weiden-ArtenZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–471 LITER_PER_HECTARE
LaubholzZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–471 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–321 LITER_PER_HECTARE
WinterhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–321 LITER_PER_HECTARE
MiscanthusZweikeimblättrige Unkräuter2 LITER_PER_HECTARE
SommerhaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–320.75 LITER_PER_HECTARE
Wiesen, WeidenAmpfer-Arten2 LITER_PER_HECTARE7T
Wiesen, WeidenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE7T
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–321 LITER_PER_HECTARE
WinterhartweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–321 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–410.75 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–171 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Tandus gegen Ampfer-Arten?

Die beste Wirkung gegen Ampfer-Arten wird erzielt, wenn sich die Pflanzen im aktiven Wachstum befinden und eine ausreichende Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben. Ideal ist eine Anwendung im Frühjahr, wenn der Ampfer das Rosettenstadium erreicht hat, aber noch vor dem Schossen der Blütenstängel steht.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Tandus nach der Applikation?

Tandus benötigt wüchsiges Wetter mit Temperaturen über 8 °C für eine optimale systemische Verteilung in den Unkräutern. Das Mittel ist bereits etwa zwei Stunden nach der Anwendung regenfest, sodass ein späterer Niederschlag die Herbizidwirkung nicht mehr beeinträchtigt.

Kann Tandus auch in Untersaaten oder im Grünland eingesetzt werden?

Nein, Tandus ist aufgrund seiner selektiven, aber starken Wirkung gegen zweikeimblättrige Pflanzen nicht für den Einsatz in Kulturen mit Klee- oder Leguminosen-Untersaaten geeignet, da diese stark geschädigt würden. Die Anwendung muss streng auf die zugelassenen Ackerbaukulturen beschränkt bleiben.

Welche Nachbaufristen müssen nach dem Einsatz von Tandus beachtet werden?

Da Fluroxypyr im Boden relativ rasch abgebaut wird, bestehen bei normalem Kulturwechsel im folgenden Herbst oder Frühjahr keine Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen. Nach einem vorzeitigen Umbruch der behandelten Kultur sollten jedoch vorzugsweise nur Getreide oder Mais nachgebaut werden.

Warum ist die Einhaltung des BBCH-Stadiums bei der Anwendung von Tandus so wichtig?

Die Einhaltung des zugelassenen BBCH-Fensters stellt sicher, dass die Kultur die maximale Verträglichkeit gegenüber dem wuchsstoffhaltigen Herbizid besitzt. Eine zu späte Anwendung (nach BBCH 47 im Getreide) kann zu Verwachsungen, Ährenanomalien und Ertragseinbußen führen, da die Kultur dann empfindlicher auf hormonelle Reize reagiert.