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Kultur

Zuckererbse

Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium
PIBSZ

Die Zuckererbse (Pisum sativum subsp. sativum convar. axiphium, EPPO-Code: PIBSZ) ist eine hochgeschätzte Spezialkultur im mitteleuropäischen Gemüsebau. Im Gegensatz zu Pal- oder Markerbsen fehlt den Hülsen der Zuckererbse die zähe Pergamentschicht in der Hülsenwand, weshalb sie im unreifen Zustand mitsamt der Hülse verzehrt wird. Dies stellt besondere Anforderungen an den Erntezeitpunkt und die Qualitätssicherung im Anbau, da die Hülsen knackig, fadenfrei und frei von optischen Mängeln sein müssen.

Botanisch gehört die Kultur zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und besitzt die Fähigkeit, über eine Symbiose mit Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum) Luftstickstoff zu fixieren. Dies macht sie zu einem wertvollen Glied in der Fruchtfolge, erfordert jedoch eine strikte Anbaupause von mindestens sechs bis acht Jahren zu anderen Leguminosen, um bodenbürtige Schaderreger zu vermeiden. Der Anbau erfolgt im mitteleuropäischen Raum vorwiegend im Freiland, wobei für verfrühte Ernten auch der geschützte Anbau genutzt wird.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte März bis Mitte Mai (Folgesaaten bis Juli möglich)
Erntefenster
Juni bis August (ca. 10–12 Wochen nach der Aussaat)
Reihenabstand
30–45 cm (bei maschineller Hacke) oder Doppelreihen mit 60–80 cm Abstand
Typischer Ertrag
8–12 t/ha (Frischmarktware inklusive Hülsen)
Wärmesumme (GDD)
1150 °C
Boden-pH
6,0–7,0

Bodenmanagement

Zuckererbsen bevorzugen tiefgründige, humose und gut strukturierte Lehm- oder sandige Lehmböden mit einer gleichmäßigen Wasserführung. Da die Kultur sehr empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe reagiert, ist eine sorgfältige, tief lockerne Bodenvorbereitung im Frühjahr unerlässlich. Eine direkte Stickstoffdüngung ist aufgrund der Symbiose mit Knöllchenbakterien meist nicht erforderlich und kann sogar das vegetative Wachstum zulasten des Hülsenansatzes fördern; eine moderate Grunddüngung mit Kalium und Phosphor sollte jedoch basierend auf Bodenanalysen erfolgen. Zur Vermeidung von Verkrustungen nach Starkregen, die den Keimling am Durchstoßen hindern, empfiehlt sich auf verschlämmungsgefährdeten Standorten ein leichtes Blindstriegeln vor dem Auflaufen.

Schaderreger-Management

Der Pflanzenschutz bei Zuckererbsen konzentriert sich stark auf die vorbeugende Vermeidung von Pilzkrankheiten und die Regulierung von Schadinsekten während der Blüte. Gegen den Grauschimmel (Botrytis cinerea) und den Echten Mehltau müssen in feuchten Jahren gezielte Behandlungen mit zugelassenen Fungiziden ab der Blüte (BBCH 60) eingeplant werden. Unter den tierischen Schaderregern stellen die Erbsenblattlaus und der Erbsenwickler die größten Bedrohungen dar, wobei letzterer mittels Pheromonfallen überwacht werden sollte, um den optimalen Anwendungszeitpunkt für Insektizide zu bestimmen. Unkräuter und Ungräser wie die Gemeine Quecke (Elymus repens) müssen frühzeitig im Vorauflauf oder durch mechanische Hackdurchgänge reguliert werden, um eine starke Konkurrenz um Licht und Wasser zu verhindern. Alle Pflanzenschutzmittel müssen streng nach den Vorgaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und unter Beachtung der spezifischen Wartezeiten eingesetzt werden.

Sorten

Ambrosia

mittelfrüh

Konstant hoher Ertrag bei gleichmäßiger Pflücke.

Resistent gegen: Echter Mehltau

Anfällig für: Brennfleckenkrankheit, Fusarium-Welke

Sehr bewährte, fadenlose Standardsorte für den Erwerbs- und Hobbyanbau mit hohem Zuckergehalt.

Norli

früh

Hoher Ertrag im frühen Segment.

Resistent gegen: Fusarium-Welke

Anfällig für: Echter Mehltau, Falscher Mehltau

Kompakt wachsende Sorte, die ohne aufwendige Rankhilfen kultiviert werden kann; ideal für den frühen Freilandanbau.

Sweet Horizon

spät

Sehr hoher Ertrag an erstklassiger Marktware.

Resistent gegen: Echter Mehltau, Fusarium-Welke

Anfällig für: Grauschimmel

Professionelle Sorte mit dunkelgrünen, flachen Hülsen, die sich durch eine hervorragende Haltbarkeit nach der Ernte auszeichnet.

Zuccola

mittelfrüh

Überdurchschnittlich hoher Ertrag durch dicke Hülsenwände.

Resistent gegen: Echter Mehltau

Anfällig für: Wurzelfäule

Robuste Sorte mit dicken, fleischigen Hülsen (Snap Pea-Typ), die besonders süß schmecken.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie lässt sich der optimale Erntezeitpunkt bei Zuckererbsen im Feld bestimmen?

Der optimale Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn die Hülsen ihre typische Sortengröße erreicht haben, aber noch flach und biegsam sind. Die Samen im Inneren sollten sich gerade erst abzeichnen (ca. BBCH 75 bis 77) und noch völlig weich sein. Wartet man zu lange, bilden sich zähe Fäden und die Hülsen werden pergamentartig und bitter, was die Marktware unverkäuflich macht.

Welche Rolle spielt die Fruchtfolge bei der Vermeidung von Fußkrankheiten?

Zuckererbsen sind hochgradig selbstunverträglich. Um bodenbürtige Schaderreger wie Fusarium-Welke oder die Erbsenwurzelfäule (Aphanomyces euteiches) zu verhindern, muss eine strikte Anbaupause von mindestens 6 bis 8 Jahren zu anderen Leguminosen (wie Ackerbohnen, Linsen oder Klee) eingehalten werden. Ein Verstoß führt rasch zu irreversiblen Ertragsausfällen und Bodenmüdigkeit.

Wie finde ich aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger bei Zuckererbsen?

Da sich Zulassungen im Gemüsebau häufig ändern, sollten Anbauer die Online-Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nutzen. Suchen Sie dort gezielt nach der Kultur 'Zuckererbse' (oder der Obergruppe 'Frische Erbsen mit Hülse') und dem spezifischen Schaderreger, um zugelassene Indikationen, Aufwandmengen und Wartezeiten abzufragen.

Warum ist die Überwachung des Erbsenwicklers während der Blüte so kritisch?

Die Larven des Erbsenwicklers fressen sich in die Hülsen und zerstören die Samen, was bei Zuckererbsen zum Totalausfall der betroffenen Hülsen führt. Da eine Behandlung nach dem Einbohren der Larven wirkungslos ist, müssen Pheromonfallen ab BBCH 51 aufgestellt werden. Der optimale Zeitpunkt für eine Insektizidanwendung liegt etwa 8 bis 12 Tage nach dem Hauptflug der Falter.

Welche Bewässerungsstrategie empfiehlt sich während der kritischen BBCH-Stadien?

Zuckererbsen haben einen mäßigen Wasserbedarf, reagieren aber in zwei Phasen extrem empfindlich auf Trockenstress: während des Auflaufens (BBCH 09) und von der Blütenknospenbildung bis zur Hülsenentwicklung (BBCH 51 bis 79). Wassermangel in der Blüte führt zu Blütenabwurf und unzureichendem Hülsenansatz. Eine Tröpfchenbewässerung ist ideal, um das Laub trocken zu halten und Grauschimmel vorzubeugen.