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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

ACL+DFF+FFA SC 570

BVL Zul.-Nr. 00A060-00

ACL+DFF+FFA SC 570 ist ein hochmodernes, flüssiges Herbizid-Suspensionskonzentrat (SC), das speziell für den anspruchsvollen Einsatz im Herbst in Wintergetreide entwickelt wurde. Mit seiner ausgewogenen Kombination aus drei starken Wirkstoffen bietet es eine zuverlässige und breite Wirkung gegen wichtige einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie problematische Ungräser. Es ist offiziell für den Einsatz in bedeutenden Winterkulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Wintertriticale und Dinkel registriert.

Dieses Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine hervorragende Flexibilität aus und bildet das Fundament für unkrautfreie Bestände von Anfang an. Durch die gezielte Bekämpfung von wirtschaftlich relevanten Schaderregern wie dem Gemeinen Windhalm, dem Einjährigen Rispengras, der Kornblume und dem Kletten-Labkraut wird die frühe Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe effektiv ausgeschaltet. Dies sichert die ungestörte Jugendentwicklung deiner Kulturen und legt den Grundstein für hohe Erträge.

Dank der modernen Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren, mischen und ausbringen. Es lagert sich als stabiler Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche an und erfasst keimende Unkräuter sowohl über die Wurzeln als auch über die Sprossachse, was eine langanhaltende Depotwirkung im Boden garantiert.

Wirkstoffe

Aclonifen
450 g/L · Wirkstoff
Diflufenican
30 g/L · Wirkstoff
Flufenacet
90 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von ACL+DFF+FFA SC 570 basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel dreier aktiver Wirkstoffe mit völlig unterschiedlichen biochemischen Angriffspunkten. Flufenacet gehört zur HRAC-Gruppe 15 und wirkt als Hemmstoff der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA). Dies stört die Zellteilung und das Streckungswachstum im Gewebe der keimenden Schaderreger, wodurch empfindliche Gräser und Unkräuter bereits vor oder kurz nach dem Auflaufen absterben. Diflufenican (HRAC-Gruppe 12) blockiert das Enzym Phytoen-Desaturase (PDS), welches eine Schlüsselrolle in der Biosynthese von Carotinoiden einnimmt. Ohne diese Schutzpigmente wird das Chlorophyll der Pflanzen durch Sonnenlicht zerstört, was zu den typischen Bleichsymptomen (Weißfärbung) und dem anschließenden Absterben führt. Aclonifen (HRAC-Gruppe 32) ergänzt dieses Spektrum als weiterer Bleichwirkstoff, der hauptsächlich über das Hypokotyl und die Keimblätter aufgenommen wird. Diese dreifache Barriere sorgt für eine extrem hohe biologische Effizienz sowohl über den Boden als auch über das frühe Blatt.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination von drei Wirkstoffen aus drei unterschiedlichen HRAC-Klassen (15, 12 und 32) ist ACL+DFF+FFA SC 570 ein wertvoller Baustein in jedem Antiresistenzmanagement. Da die Wirkstoffe an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel der Schaderreger ansetzen, wird das Risiko einer Selektion resistenter Biotypen – insbesondere beim Gemeinen Windhalm – drastisch minimiert. Um diesen Schutz langfristig zu erhalten, solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen und im Frühjahr oder in den Folgekulturen gezielt auf Herbizide mit anderen Wirkmechanismen setzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Suspensionskonzentrat zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Herbstpartnern sowie flüssigen Stickstoffdüngern (AHL). Dennoch empfiehlt es sich, vor der großflächigen Anwendung stets eine physikalische Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Filmbildung auf dem Boden solltest du eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha wählen. Vermeide Tankmischungen mit stark ölhaltigen Zusatzstoffen oder komplexen Blattdüngern unter extremen Witterungsbedingungen, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel steht der Schutz des Anwenders an erster Stelle; trage daher stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe und einen geeigneten Schutzanzug während der Befüllung und Ausbringung. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen auf blühenden Kulturen oder in Bereichen, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in den windstillen Abendstunden durchführen. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumbiotope zu verhindern, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
DinkelKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1 LITER_PER_HECTARE
WintergersteKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleKletten-Labkraut, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von ACL+DFF+FFA SC 570 im Herbst?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf bis zum frühen Nachauflauf der Kulturen. Zu diesem Zeitpunkt sind auch die Schaderreger noch sehr klein oder keimen gerade, wodurch sie die Wirkstoffe optimal über den Boden und die ersten Blättchen aufnehmen können.

Wie wichtig ist die Bodenfeuchtigkeit für den Erfolg der Behandlung?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist für die Entfaltung der vollen Herbizidwirkung sehr wichtig. Da Flufenacet und Diflufenican stark über den Boden wirken, aktivieren Niederschläge nach der Anwendung den Wirkstofffilm und transportieren ihn in die Keimzone der Unkräuter. Auf extrem ausgetrockneten Böden kann die Wirkung anfangs verzögert eintreffen.

Was musst du bei der Saatbettbereitung beachten, um die Wirkung zu maximieren?

Achte auf ein feinkrümeliges, gut rückversetztes Saatbett ohne grobe Klumpen oder übermäßige Strohauflagen. Klumpen und Stroh fangen den Spritznebel ab und verhindern, dass sich ein geschlossener Wirkstofffilm auf der Bodenoberfläche bildet, was zu unerwünschten Unkrautdurchschlägen führen kann.

Kann ich das Produkt auch bei Frostgefahr oder sehr späten Saaten anwenden?

Du solltest das Mittel nicht auf wassergesättigten, verschlämmten oder gefrorenen Böden ausbringen. Wenn unmittelbar nach der Anwendung starke Niederschläge oder extreme Frostperioden drohen, kann die Selektivität der Kultur beeinträchtigt werden, da die jungen Pflanzen unter diesen Stressbedingungen die Wirkstoffe schlechter abbauen können.

Wie verhältst du dich bei einem vorzeitigen Umbruch der behandelten Kultur im Winter?

Sollte ein Umbruch der behandelten Kultur (z. B. durch extreme Auswinterungsschäden) notwendig werden, ist vor der Folgesaat eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung mit einer Pflugfurche dringend zu empfehlen. Dies verdünnt die Wirkstoffkonzentration im Boden und schützt die nachfolgende Kultur vor phytotoxischen Schäden.