Alekto Plus TF
Alekto Plus TF von der HELM AG ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur zuverlässigen Bekämpfung von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie zur Sikkation in verschiedenen landwirtschaftlichen und weinbaulichen Kulturen. Dank der Formulierung mit einem hohen Wirkstoffgehalt an Glyphosat (607,3 g/l) bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine herausragende Effizienz pro Hektar, was Transport- und Lagerkapazitäten optimiert. Es wird vor allem im Vorsaatverfahren, zur Stoppelbehandlung oder gezielt im Weinbau eingesetzt, um den Aufwuchs von Problemunkräutern nachhaltig zu unterdrücken.
Das Wirkungsspektrum umfasst nahezu alle einjährigen und ausdauernden Unkraut- und Ungrasarten. Da der Wirkstoff systemisch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und bis in die Wurzelspitzen transportiert wird, eignet sich Alekto Plus TF hervorragend zur Bekämpfung hartnäckiger, tiefwurzelnder Unkräuter wie Quecke, Ackerkratzdistel oder Ampfer. Zudem unterstützt das Pflanzenschutzmittel die Ernteerleichterung durch gezielte Sikkation in dafür zugelassenen Kulturen, um einen gleichmäßigen Abreifeprozess zu gewährleisten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Alekto Plus TF enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9. Die biochemische Wirkung basiert auf der spezifischen Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den Proteinstoffwechsel unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen vorkommt, zeichnet sich der Wirkstoff durch eine hohe Selektivität gegenüber tierischen Organismen aus. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Blätter aufgenommen und systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert. Er verteilt sich in der gesamten Pflanze, einschließlich der unterirdischen Speicherorgane wie Rhizome, Knollen und Wurzeln. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen, während das vollständige Absterben der Schaderreger nach etwa 10 bis 14 Tagen abgeschlossen ist.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen vorzubeugen, sollte Alekto Plus TF stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Da Glyphosat der HRAC-Gruppe 9 angehört, ist ein regelmäßiger Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge dringend zu empfehlen. Zudem sollten mechanische Maßnahmen wie die Stoppelbearbeitung und pflanzenbauliche Praktiken wie eine dichte Beschattung durch Zwischenfrüchte konsequent genutzt werden, um den Selektionsdruck auf einzelne Unkrautpopulationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Alekto Plus TF ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Bodenherbiziden mischbar. Bei der Zubereitung von Tankmischungen ist jedoch besonders auf die Wasserqualität zu achten: Sehr hartes Wasser, das hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesiumionen enthält, kann die Wirksamkeit von Glyphosat durch Komplexbildung beeinträchtigen. In solchen Fällen empfiehlt sich der Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers oder von Ammoniumsulfat vor der Zugabe des Herbizids. Vor großflächigen Anwendungen sollte stets eine physische Mischbarkeitsprobe durchgeführt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von Alekto Plus TF sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und zur Einhaltung von Abstandsauflagen strikt zu beachten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats ist obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und aquatischen Ökosystemen müssen die in der Zulassung festgelegten Abstände zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt auf blühende Bestände oder aktiv von Bienen beflogene Unkräuter ausgebracht werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Winterraps | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von Alekto Plus TF?
Für eine optimale Wirkung sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C erfolgen. Extreme Trockenheit oder Frost verlangsamen den Stoffwechsel der Unkräuter, was die systemische Aufnahme und Verteilung des Wirkstoffs beeinträchtigt. Eine Regenfestigkeit ist meist nach 4 bis 6 Stunden gegeben.
Warum ist die Zugabe von Ammoniumsulfat bei hartem Spritzwasser ratsam?
Glyphosat-Moleküle neigen dazu, sich im Spritztank mit im Wasser gelösten Calcium- und Magnesiumionen zu verbinden. Diese Komplexe können von den Unkrautblättern deutlich schlechter aufgenommen werden. Die Zugabe von Ammoniumsulfat bindet diese Härtebildner vorab, sodass der Wirkstoff voll pflanzenverfügbar bleibt.
Wie lange muss ich nach der Anwendung warten, bevor ich den Boden bearbeiten kann?
Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die Wurzeln und Rhizome von ausdauernden Unkräutern zu gewährleisten, sollte mit einer mechanischen Bodenbearbeitung gewartet werden. Bei einjährigen Unkräutern reichen meist 2 bis 3 Tage, während bei hartnäckigen, mehrjährigen Arten mindestens 7 bis 10 Tage Wartezeit eingehalten werden sollten.
Kann Alekto Plus TF im Weinbau unter den Rebstöcken eingesetzt werden?
Ja, eine Anwendung im Weinbau ist zur Unterstockbehandlung zugelassen. Dabei ist jedoch strikt darauf zu achten, dass keine Spritzbrühe oder Abdrift auf grüne Pflanzenteile, Blätter oder junge Triebe der Rebe gelangt, da dies zu schweren Schäden an der Kultur führen kann. Der Einsatz von Abschirmhauben wird dringend empfohlen.
Was ist bei der Anwendung zur Sikkation vor der Ernte zu beachten?
Die Sikkation mit Alekto Plus TF darf nur in den dafür speziell zugelassenen Kulturen und unter Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Wartezeiten vor der Ernte durchgeführt werden. Sie dient primär der Ernteerleichterung bei ungleichmäßig abreifenden Beständen oder starker Spätverunkrautung und sollte nicht standardmäßig zur reinen Erntebeschleunigung eingesetzt werden.