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OTHER · HELM AG

ALEKTO TF

BVL Zul.-Nr. 008270-00

ALEKTO TF ist ein hochwirksames, nicht-selektives Systemherbizid (Totalherbizid) der HELM AG, das als wasserlösliches Konzentrat (SL) mit dem bewährten Wirkstoff Glyphosat (360 g/l) formuliert ist. Dieses vielseitige Pflanzenschutzmittel ist für ein breites Spektrum an Kulturen im Ackerbau, Weinbau, Obstbau sowie in der Forstwirtschaft und auf Grünland zugelassen. Es dient der zuverlässigen Bekämpfung von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern sowie zur gezielten Sikkation vor der Ernte.

Die systemische Wirkung von ALEKTO TF sorgt dafür, dass der Wirkstoff nach der Anwendung rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und mit dem Saftstrom in der gesamten Pflanze verteilt wird. Dadurch werden nicht nur die oberirdischen Organe, sondern auch tief sitzende Wurzeln, Rhizome und Ausläufer mehrjähriger Unkräuter nachhaltig erfasst und abgetötet.

Das Produkt eignet sich hervorragend für das moderne Kulturmanagement, insbesondere im Rahmen von Mulch- und Direktsaatverfahren. Durch den gezielten Einsatz vor der Saat oder nach der Ernte lässt sich der mechanische Bodenbearbeitungsaufwand minimieren, was aktiv zum Erosionsschutz und zur Schonung der Bodenfeuchtigkeit beiträgt.

Wirkstoffe

Glyphosat
360 g/L

Wirkungsweise

Der in ALEKTO TF enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (Hemmstoffe der EPSP-Synthase). Er blockiert spezifisch das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), welches eine Schlüsselrolle im Shikimatweg von Pflanzen, Pilzen und Bakterien einnimmt. Dieser biochemische Syntheseweg ist für die Bildung essenzieller aromatischer Aminosäuren wie Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich. Da dieser Stoffwechselweg in tierischen Organismen nicht existiert, weist der Wirkstoff eine hohe Spezifität auf. Nach der Blockade des Enzyms bricht die Proteinsynthese in den behandelten Schaderregern zusammen, was zu einem vollständigen Wachstumsstopp führt. Die sichtbaren Symptome – beginnend mit Chlorosen an den jüngsten Trieben, gefolgt von Welke und vollständiger Nekrose – zeigen sich je nach Witterung und Aktivität der Unkräuter nach etwa 7 bis 14 Tagen.

Resistenzmanagement

Da Glyphosat der einzige Vertreter der HRAC-Gruppe 9 ist, erfordert das Resistenzmanagement eine konsequente Umsetzung integrierter Pflanzenschutzmaßnahmen. Um der Selektion resistenter Biotypen (wie beispielsweise bei Lolium- oder Conyza-Arten) vorzubeugen, sollte die chemische Behandlung stets durch pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge, mechanische Stoppelbearbeitung und den Anbau konkurrenzstarker Zwischenfrüchte ergänzt werden. Zudem empfiehlt es sich, in der gesamten Fruchtfolge einen regelmäßigen Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. HRAC-Gruppen 4, 15 oder 27) durchzuführen.

Mischbarkeit & Tankmischung

ALEKTO TF ist im Allgemeinen gut mit vielen bodenwirksamen Herbiziden sowie flüssigen Stickstoffdüngern mischbar. Vor der Ansetzung größerer Mengen sollte jedoch stets eine physikalische Mischbarkeitsprüfung (Kübeltest) durchgeführt werden. Um die herbizide Wirkung bei hartem Wasser zu optimieren, wird der Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS) zur Konditionierung des Spritzwassers empfohlen, da freie Calcium- und Magnesiumionen die Aktivität des Glyphosats mindern können. Mischungen mit schnell wirkenden Kontaktherbiziden sollten vermieden werden, da diese das Blattgewebe zu rasch zerstören und somit den systemischen Transport des Wirkstoffs in die Wurzeln behindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Ausbringung von ALEKTO TF ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Handhabung des Konzentrats, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Oberflächengewässern, aquatischen Organismen und Nichtzielpflanzen in angrenzenden Biotopen müssen die gesetzlich vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz driftmindernder Düsentechnik strikt eingehalten werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Eintrag auf blühende Bestände oder Unkräuter im Unterwuchs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wiesen, WeidenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3.125 LITER_PER_HECTARE14T
KernobstZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE42T
WeinrebeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE30T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE7T
AckerbaukulturenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von ALEKTO TF nach der Anwendung?

Für eine optimale Wirkung sollte die Anwendung bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C erfolgen, da der Wirkstoff aktiv in der Pflanze transportiert werden muss. Ein Regenschauer kurz nach der Applikation kann den Wirkstoff abwaschen; daher ist eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Spritzung einzuhalten. Extreme Hitze, Trockenheit oder Frost verlangsamen den Stoffwechsel der Unkräuter und mindern den Bekämpfungserfolg.

Warum ist die Wasserqualität bei der Ausbringung von ALEKTO TF so wichtig?

Glyphosat ist ein hochgradig geladenes Molekül, das im Spritztank leicht an im Wasser gelöste Kationen wie Calcium, Magnesium oder Eisen bindet. Diese Härtebildner inaktivieren den Wirkstoff und reduzieren die Herbizidleistung drastisch. Bei hartem Wasser empfiehlt sich die vorherige Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) zur Konditionierung des Spritzwassers, bevor ALEKTO TF in den Tank gegeben wird.

Kann ALEKTO TF direkt vor der Aussaat einer Folgekultur eingesetzt werden?

Ja, da Glyphosat im Boden extrem schnell und stark an Ton- und Humuspartikel adsorbiert wird, besitzt es keine nennenswerte Bodenwirkung. Eine Einsaat von Folgekulturen ist in der Regel kurz nach der Anwendung möglich, sobald der Wirkstoff von den Zielflanzen aufgenommen wurde. Bei der Bekämpfung ausdauernder Unkräuter sollte jedoch gewartet werden, bis die Symptome sichtbar sind, um den Saattermin optimal abzustimmen.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Unkräuter für den Behandlungserfolg?

Für eine maximale Wirkung müssen die Unkräuter und Ungräser ausreichend Blattfläche ausgebildet haben (meist ab BBCH 12 bis 19), um genügend Wirkstoff aufzunehmen. Bei ausdauernden Wurzelunkräutern wie der Quecke ist eine Behandlung besonders effektiv, wenn sie sich im aktiven Wachstum befinden und bereits eine Wuchshöhe von 15–20 cm erreicht haben, da dann der Saftstrom verstärkt in die Wurzeln gerichtet ist.

Was ist bei der Anwendung von ALEKTO TF im Wein- und Obstbau zu beachten?

Im Wein- und Obstbau darf die Ausbringung nur als gezielte Unterstock- oder Zwischenreihenbehandlung erfolgen. Es muss strikt darauf geachtet werden, dass kein Spritznebel auf grüne Pflanzenteile, Blätter, junge Triebe oder frische Stammwunden der Kultur gelangt, da dies zu schweren systemischen Schäden oder dem Absterben der Kultur führen kann. Der Einsatz von Abschirmvorrichtungen (Spritzschirmen) wird dringend empfohlen.

Wie lässt sich die Entstehung von Glyphosat-Resistenzen im Ackerbau effektiv verhindern?

Da für Glyphosat (HRAC-Gruppe 9) keine direkten chemischen Alternativen in derselben Wirkstoffklasse existieren, müssen ackerbauliche Maßnahmen im Vordergrund stehen. Dazu gehören eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, mechanische Stoppelbearbeitung zur Keimanregung von Ausfallsamen, der Anbau von konkurrenzstarken Zwischenfrüchten und der gezielte Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. Wuchsstoffe oder Gräserherbizide) in den Folgekulturen.