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OTHER · Syngenta Agro GmbH

AMISTAR

BVL Zul.-Nr. 025090-00

AMISTAR von Syngenta ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid, das sich als Standard im modernen Getreideanbau etabliert hat. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC) basiert es auf dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin, der zur Klasse der Strobilurine gehört. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine hervorragenden protektiven, kurativen und teils systemischen Eigenschaften aus, die einen langanhaltenden Schutz der Kulturen gewährleisten.

Der Schwerpunkt der Anwendung liegt in der gezielten Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Rostpilzen in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale. Durch die gleichmäßige Verteilung im Blattgewebe schützt AMISTAR sowohl die behandelten Pflanzenteile als auch den Neuzuwachs vor einer Infektion durch Schaderreger wie Braunrost, Zwergrost und Haferkronenrost.

Neben der reinen fungiziden Wirkung bietet das Produkt physiologische Zusatznutzen, die oft als "Greening-Effekt" bezeichnet werden. Dies führt zu einer verbesserten Stickstoffausnutzung, einer verzögerten Alterung der Blätter und einer gesteigerten Stresstoleranz der Kulturen gegenüber Trockenheit, was sich positiv auf das Ertragspotenzial und die Kornqualität auswirkt.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur FRAC-Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren). Die biochemische Wirkung basiert auf der Blockade des Elektronentransports in der Atmungskette der Mitochondrien der Pilzzellen (am Komplex III). Dies führt zu einem raschen Erliegen der Energieproduktion (ATP-Synthese) des Schaderregers, wodurch das Keimen der Sporen sowie das Wachstum des Myzels effektiv unterbunden werden. Dank der translaminaren und systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff nach der Spritzung in das Blatt ein und verteilt sich akropetal, also mit dem Saftstrom in Richtung der Blattspitze. Dies sichert eine lückenlose Wirkstoffverteilung im gesamten Blattapparat und schützt auch die Unterseiten der Blätter zuverlässig vor einer Infektion.

Resistenzmanagement

Da Azoxystrobin als QoI-Fungizid (FRAC-Gruppe 11) ein hohes inhärentes Resistenzrisiko aufweist, ist ein striktes Resistenzmanagement unerlässlich. Um der Selektion resistenter Stämme von Schaderregern vorzubeugen, sollte AMISTAR stets in Kombination oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (wie Triazolen/DMI oder Carboxamiden/SDHI) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, und Behandlungen sollten bevorzugt präventiv erfolgen.

Mischbarkeit & Tankmischung

AMISTAR zeigt eine hervorragende Mischbarkeit mit den meisten gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern, die im Getreidebau eingesetzt werden. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Mischungspartner nacheinander im wassergefüllten Spritztank vollständig aufgelöst werden, wobei AMISTAR in der Regel zuerst beigegeben wird. Die Verwendung von ausreichend Wasser (mindestens 200 l/ha) sichert eine homogene Benetzung; auf den Zusatz von stark ölhaltigen Additiven sollte bei extremen Temperaturen verzichtet werden, um phytotoxische Reaktionen an den Kulturen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Da der Wirkstoff Azoxystrobin als giftig für Wasserorganismen eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Driftminderungsklassen strikt eingehalten werden. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb Behandlungen auch während des Bienenflugs durchgeführt werden können, sofern keine blühenden Unkräuter im Bestand vorhanden sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–591 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)32–591 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit AMISTAR gegen Rostpilze im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im BBCH-Bereich 30 bis 61, idealerweise präventiv vor dem ersten sichtbaren Befall oder unmittelbar bei den ersten Anzeichen einer Infektion. Eine frühzeitige Behandlung schützt die oberen Laubblätter und das Fahnenblatt, welche maßgeblich für die Ertragsbildung verantwortlich sind.

Was versteht man unter dem physiologischen "Greening-Effekt" von AMISTAR?

Neben der Pilzbekämpfung beeinflusst Azoxystrobin den Hormonhaushalt der Kultur. Es hemmt die Ethylenbildung, was den Alterungsprozess (Seneszenz) der Blätter verzögert. Die Kulturen bleiben länger grün, assimilieren länger CO2 und können Hitze- oder Trockenstress besser tolerieren, was sich positiv auf das Tausendkorngewicht auswirkt.

Kann AMISTAR bei Regen oder feuchter Witterung appliziert werden?

Die Spritzbrühe sollte auf angetrocknete Bestände ausgebracht werden. Nach der Applikation benötigt AMISTAR etwa ein bis zwei Stunden, um vollständig in die Wachsschicht des Blattes einzudringen. Sobald dieser Belag angetrocknet ist, ist das Pflanzenschutzmittel hervorragend regenfest, und nachfolgende Niederschläge beeinträchtigen die Wirkung nicht.

Warum ist die Kombination von AMISTAR mit einem Triazol-Fungizid in der Praxis so weit verbreitet?

Diese Kombination verbindet zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (FRAC 11 und FRAC 3). Während Azoxystrobin (AMISTAR) stark protektiv wirkt und den Sporenkeimschlauch stoppt, liefert das Triazol eine starke kurative Stop-Wirkung gegen bereits etablierte Pilzinfektionen im Blattinneren. Zudem minimiert dieser Wirkstoffwechsel das Risiko von Resistenzbildungen.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung von AMISTAR?

AMISTAR ist bezüglich des pH-Werts des Spritzwassers relativ tolerant. Dennoch empfiehlt sich ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert (pH 5,5 bis 7,0), um die Stabilität des Wirkstoffs und eventueller Mischungspartner in der Tankmischung optimal zu gewährleisten. Extrem hartes Wasser sollte gegebenenfalls mit einem geeigneten Konditionierer aufbereitet werden.