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OTHER · Syngenta Agro GmbH

AMISTAR MAX

BVL Zul.-Nr. 00A658-00

AMISTAR MAX von Syngenta ist ein leistungsstarkes, flüssiges Fungizid (Formulierungstyp: Suspensionskonzentrat), das speziell für den anspruchsvollen Einsatz im Getreidebau entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier bewährter Wirkstoffe bietet das Pflanzenschutzmittel einen breiten Schutz gegen ertragsmindernde Pilzkrankheiten in Weizen, Gerste, Roggen und Triticale. Es sichert die Erträge und die Kornqualität in kritischen Wachstumsphasen der Kulturen.

Das Wirkungsspektrum umfasst die bedeutendsten pilzlichen Schaderreger im Getreide. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Wirkung gegen Rostpilze wie Gelb-, Braun- und Zwergrost. Darüber hinaus bietet das Produkt einen starken Schutz gegen die wirtschaftlich hochrelevante Septoria-Blattdürre im Weizen und zeigt eine herausragende Stärke bei der Bekämpfung der Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) in Gerste.

Dank der ausgewogenen Formulierung verteilt sich der Spritzfilm optimal auf der Blattoberfläche, was eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine langanhaltende Schutzwirkung garantiert. AMISTAR MAX etabliert sich damit als ein unverzichtbarer Baustein in modernen, ertragsorientierten Fungizidstrategien im Getreide.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
93.5 g/L · Wirkstoff
Folpet
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hohe Wirksamkeit von AMISTAR MAX basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der systemische Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, QoI-Inhibitoren). Er blockiert den Elektronentransport in den Mitochondrien der Pilzzellen, wodurch die Energieversorgung der Schaderreger zusammenbricht. Azoxystrobin wirkt stark protektiv, besitzt kurative Eigenschaften und zeigt zudem physiologische Effekte, welche die Stresstoleranz und Photosyntheseleistung der Kultur positiv beeinflussen. Ergänzt wird dieser Effekt durch Folpet, einen Kontaktwirkstoff aus der Gruppe der Phthalimide (FRAC-Gruppe M04). Folpet greift als Multi-Site-Inhibitor an verschiedenen Stellen im Stoffwechsel des Pilzes gleichzeitig an (u. a. Zellatmung und Membranpermeabilität). Da es sich um einen reinen Kontaktwirkstoff handelt, bildet er einen stabilen Schutzfilm auf der Blattoberfläche, der das Keimen der Sporen zuverlässig verhindert.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination des systemischen Ein-Ort-Wirkstoffs Azoxystrobin mit dem Multi-Site-Wirkstoff Folpet ist AMISTAR MAX ein hervorragendes Werkzeug für das Antiresistenzmanagement. Da Folpet an mehreren biologischen Zielstrukturen gleichzeitig ansetzt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen diesen Wirkstoff extrem gering. Dies schützt gleichzeitig die sensitive Strobilurin-Komponente vor einem Wirkungsverlust, insbesondere bei der Bekämpfung von Ramularia collo-cygni in Gerste und Septoria-Blattdürre im Weizen. Um diese Schutzwirkung langfristig zu erhalten, sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

AMISTAR MAX zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden sowie Wachstumsreglern aus. Bei geplanten Tankmischungen ist jedoch stets die Gebrauchsanleitung der jeweiligen Mischpartner zu beachten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist. Für eine bestmögliche Wirkung sollte die Anwendung mit einer ausreichenden Wasseraufwandmenge von 150–300 l/ha erfolgen, um eine lückenlose Benetzung des gesamten Bestandes zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AMISTAR MAX sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Folpet als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die entsprechenden Abdriftminderungsklassen zwingend beachtet werden, um aquatische Organismen zu schützen. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in blühende Bestände appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)41–691.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)41–691.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)41–691.5 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)41–591.5 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)41–591.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)41–691.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)41–691.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für AMISTAR MAX im Getreide?

Der optimale Einsatzzeitpunkt liegt in den BBCH-Stadien 41 (Ährenschwellen) bis 69 (Ende der Blüte). In diesem Fenster schützt das Pflanzenschutzmittel die ertragsbildenden oberen Blätter und die Ähre hocheffektiv vor Spätinfektionen durch Rostpilze, Septoria und Ramularia.

Warum ist der Wirkstoff Folpet in AMISTAR MAX so wichtig für den Gerstenanbau?

Folpet ist ein Multi-Site-Fungizid mit extrem geringem Resistenzrisiko. Da der Erreger der Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) in vielen Regionen bereits Resistenzen gegen Solo-Strobilurine und SDHI aufweist, sichert der Kontaktwirkstoff Folpet die zuverlässige Wirkung ab und verhindert Ertragsverluste.

Kann AMISTAR MAX bei Hitze oder starker Sonneneinstrahlung appliziert werden?

Es wird dringend empfohlen, die Behandlung in den kühlen Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Hohe Temperaturen und intensive UV-Strahlung können die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigen und das Risiko von phytotoxischen Reaktionen auf den Blättern erhöhen.

Welche Rolle spielt der physiologische "Greening-Effekt" von Azoxystrobin?

Azoxystrobin verzögert den Abbau von Chlorophyll und optimiert die Wassernutzungseffizienz der Kultur. Dies führt dazu, dass die Blätter länger grün und assimilationsaktiv bleiben, was die Kornfüllungsphase verlängert und die Toleranz gegenüber Trockenstress verbessert.

Wie integriere ich AMISTAR MAX am besten in eine Spritzfolge zur Vermeidung von Resistenzen?

Nutzen Sie AMISTAR MAX bevorzugt als gezielte Abschlussbehandlung (T2/T3-Segment), um von der Dauerwirkung und dem Ramularia-Schutz zu profitieren. In früheren Entwicklungsstadien (T1) sollten Fungizide mit anderen Wirkmechanismen, wie reine Azole oder Carboxamide, eingesetzt werden.