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Sonstige · Syngenta Agro GmbH

AMPECT

BVL Zul.-Nr. 025090-63

AMPECT ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von ertragsmindernden Rostpilzen in verschiedenen Getreidekulturen. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, lässt sich das Produkt hervorragend dosieren und applizieren. Der enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur etablierten Klasse der Strobilurine und zeichnet sich durch eine ausgeprägte protektive sowie kurative Dauerwirkung aus, die deine Kulturen in kritischen Wachstumsphasen zuverlässig schützt.

Das breite Zulassungsspektrum umfasst wichtige Getreidearten wie Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale. Hier zeigt AMPECT eine herausragende Wirkung gegen spezifische Schaderreger wie Braunrost, Zwergrost und Haferkronenrost. Neben dem reinen Schutz vor Pilzinfektionen profitierst du bei der Anwendung von den bekannten physiologischen Effekten, die das Ertragspotenzial deiner Bestände auch unter Stressbedingungen absichern.

Durch seine systemischen und translaminaren Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Spritzung schnell und gleichmäßig im Blattgewebe. Dies gewährleistet, dass auch der Neuzuwachs sowie schwer erreichbare Blattpartien optimal geschützt werden. Der ideale Anwendungszeitraum erstreckt sich über die wichtigen BBCH-Stadien 30 bis 61, um die ertragsbildenden oberen Blätter und die Ähre gesund zu erhalten.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in AMPECT enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur Gruppe der Qo-Inhibitoren (QoI) und ist in die FRAC-Gruppe 11 eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der mitochondrialen Atmung der Pilzzellen. Azoxystrobin bindet spezifisch an der Qo-Stelle des Cytochrom-b-c1-Komplexes, wodurch der Elektronentransport blockiert und die ATP-Synthese unterbrochen wird. Ohne diese Energiequelle können die Sporen der Schaderreger nicht keimen und das Wachstum des Pilzmyzels wird effektiv gestoppt. Darüber hinaus induziert der Wirkstoff positive physiologische Effekte in der Kultur, die oft als „Greening-Effekt“ bezeichnet werden. Durch eine verringerte Ethylenbildung und eine optimierte Stickstoffassimilation bleibt das Blattgewebe länger grün und photosynthetisch aktiv. Dies verlängert die Kornfüllungsphase und stärkt die Widerstandskraft der Kultur gegenüber abiotischen Stressfaktoren wie Hitze oder vorübergehender Trockenheit.

Resistenzmanagement

Da Azoxystrobin als Wirkstoff aus der FRAC-Gruppe 11 ein hohes inhärentes Risiko für die Resistenzentwicklung aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement für dich unerlässlich. Um die Wirksamkeit von AMPECT langfristig zu sichern, solltest du das Pflanzenschutzmittel pro Saison nur in der empfohlenen Anzahl anwenden und stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Triazolen/FRAC-Gruppe 3 oder SDHIs/FRAC-Gruppe 7) einsetzen. Vermeide Solo-Anwendungen bei hohem Befallsdruck und nutze stattdessen vorgefertigte Mischungen oder Tankmischungspartner mit unterschiedlichen Wirkmechanismen.

Mischbarkeit & Tankmischung

AMPECT ist im Allgemeinen gut verträglich und lässt sich mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden sowie flüssigen Blattdüngern mischen. Bei der Erstellung von Tankmischungen mit Wachstumsreglern solltest du jedoch die aktuelle Vitalität deiner Kultur berücksichtigen, da extreme Witterungseinflüsse wie Frost oder starke Hitze das Risiko von Phytotoxizität erhöhen können. Führe im Zweifel vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe im kleinen Maßstab durch. Achte beim Ansetzen der Spritzbrühe darauf, AMPECT als SC-Formulierung zuerst in den zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllten Tank bei laufendem Rührwerk einzugeben, bevor du weitere Mischpartner hinzufügst.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AMPECT steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der gesamten Handhabung und Ausbringung die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, robustes Schuhwerk und Schutzhandschuhe). Um lokale Ökosysteme zu schonen, ist eine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope strikt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern auf eine Anwendung in blühende Kulturen oder auf von Bienen beflogene Unkräuter verzichten und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)32–591 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–591 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–611 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt sich der physiologische Greening-Effekt von AMPECT konkret auf meine Kultur aus?

Der Greening-Effekt verzögert die natürliche Alterung (Seneszenz) der Blätter, indem er den Abbau von Chlorophyll verlangsamt. Deine Kultur bleibt dadurch länger grün und kann über einen längeren Zeitraum Photosynthese betreiben. Dies führt zu einer verbesserten Ausnutzung von Wasser und Nährstoffen, was sich besonders in einer verlängerten Kornfüllungsphase und somit in höheren Tausendkorngewichten (TKG) bemerkbar macht.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Braunrost und Zwergrost?

Da AMPECT seine Stärken vor allem in der vorbeugenden (protektiven) Wirkung entfaltet, solltest du die Behandlung durchführen, bevor sichtbare Rostpusteln die oberen, ertragsrelevanten Blätter besiedeln. Kontrolliere deine Bestände ab dem Schossen (BBCH 30) regelmäßig und richte dich nach den regionalen Aufrufen des Pflanzenschutzdienstes. Sobald erste Infektionen in deiner Region gemeldet werden, ist der optimale Zeitpunkt für den Schutzbelag gekommen.

Warum darf ich AMPECT nicht unbegrenzt oft in der Saison spritzen?

Der Wirkstoff Azoxystrobin greift an einer sehr spezifischen Stelle im Stoffwechsel der Pilze an (Ein-Ort-Wirkstoff). Schaderreger wie Rostpilze können durch Mutationen schnell unempfindlich gegenüber dieser Wirkstoffgruppe werden. Um diese Resistenzbildung zu verhindern, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison streng limitiert. Du solltest AMPECT daher immer im Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen einsetzen.

Welche Wasseraufwandmenge und Düsentechnik sollte ich für die Anwendung wählen?

Für eine optimale Benetzung der Getreideblätter wird eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Verwende injektorbasierte, abdriftmindernde Düsen, die ein mittleres bis grobtropfiges Spritzbild erzeugen. Dies sichert eine gute Bestandsdurchdringung bis in die unteren Blattetagen und minimiert gleichzeitig das Risiko von Wirkstoffverlusten durch Abdrift in benachbarte Flächen.

Kann ich AMPECT auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, die Wirkung von AMPECT ist weitgehend temperaturunabhängig, solange die Kultur aktiv wächst und den Wirkstoff aufnehmen kann. Vermeide jedoch Applikationen bei Frost oder wenn unmittelbar nach der Spritzung Nachtfröste angekündigt sind, da der Wirkstofftransport in der Kultur dann stagniert und die Gefahr von Kulturunverträglichkeiten steigt.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Rostpilze?

Du kannst auf agronomy.farmable.tech über die Suchfunktion direkt nach dem Schaderreger (z. B. 'Braunrost') oder der Kultur suchen. Dort erhältst du eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel, sortiert nach Wirkstoffgruppen, um deine Fruchtfolge und dein Resistenzmanagement optimal zu planen.