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Sonstige · Cheminova Deutschland GmbH

ARTUS

BVL Zul.-Nr. 024602-00

ARTUS ist ein hochwirksames, selektives Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in einer Vielzahl von Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen sowie verschiedenen Sommergetreidearten. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um eine schnelle und nachhaltige Wirkung gegen ein breites Spektrum an Unkrautarten im Nachauflauf zu gewährleisten.

Die besondere Stärke von ARTUS liegt in der Kombination eines extrem schnellen Kontaktherbizids mit einem systemischen Kombinationspartner. Dies sorgt dafür, dass empfindliche Schaderreger bereits kurz nach der Anwendung erste Symptome zeigen und das Unkrautwachstum zuverlässig gestoppt wird. Es eignet sich hervorragend für die Frühjahrsbehandlung, um die Konkurrenz durch Unkräuter frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial deiner Kulturen abzusichern.

Wirkstoffe

Carfentrazone
400 g/kg · Wirkstoff
Metsulfuron
100 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirkung von ARTUS basiert auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Komponenten. Carfentrazone gehört zur HRAC-Gruppe 14 und fungiert als Protoporphyrinogen-Oxidase-Inhibitor (PPO-Inhibitor). Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile führt es unter Lichteinfluss zu einer schnellen Zerstörung der Zellmembranen, was sich in rasch sichtbaren Nekrosen und dem Absterben des getroffenen Unkrautgewebes äußert. Der zweite Wirkstoff, Metsulfuron, gehört zur HRAC-Gruppe 2 und blockiert das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Durch die Blockade wird die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter sofort gestoppt. Während Carfentrazone für den schnellen Abbrenneffekt sorgt, garantiert Metsulfuron die systemische Verteilung und die nachhaltige Abtötung bis in die Wurzeln.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern wirksam vorzubeugen, nutzt ARTUS bereits zwei unterschiedliche Wirkmechanismen (HRAC-Gruppen 2 und 14). Dennoch solltest du im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzes darauf achten, diesen Wirkstoffmix im Verlauf der Fruchtfolge mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen abzuwechseln. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ALS-Inhibitoren auf derselben Fläche und kombiniere mechanische Maßnahmen mit einer gezielten Fruchtfolgegestaltung, um den Selektionsdruck auf Schaderreger wie Vogelmiere oder Kamille zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

ARTUS zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern, die für den Einsatz im Getreide registriert sind. Bei Mischungen mit Gräserherbiziden oder bestimmten Formulierungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physikalische Verträglichkeitsprobe durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extreme Spritzbrühtemperaturen. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Benetzung und somit die Aufnahme von Carfentrazone insbesondere bei verhärteten Wachsschichten der Unkräuter unter trockenen Bedingungen optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ARTUS ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, unerlässlich. Da für dieses Pflanzenschutzmittel keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen an blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den späten Abendstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässerstrukturen und Saumbiotope zu verhindern, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3250 GRAM_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
TriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2950 GRAM_PER_HECTARE
HaferEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–2550 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von ARTUS nach der Anwendung?

Für eine optimale Wirkung von ARTUS sind wüchsige Wetterbedingungen ideal. Der Wirkstoff Carfentrazone benötigt Licht für seine volle Aktivität, weshalb eine Anwendung an sonnigen Tagen den sichtbaren Abbrenneffekt beschleunigt. Regenfestigkeit wird meist schon kurz nach dem Antrocknen des Spritzbelags erreicht, jedoch solltest du Frostperioden unmittelbar vor oder nach der Behandlung vermeiden, um Kulturverträglichkeit und Wirkstoffaufnahme nicht zu gefährden.

Kann ich ARTUS auch bei Spätverunkrautung im Getreide einsetzen?

Der registrierte Anwendungszeitraum erstreckt sich vom Dreiblattstadium bis zum Erscheinen des ersten Knotens (BBCH 13 bis 32). Eine spätere Anwendung ist nicht zulässig und mindert zudem die biologische Wirkung, da größere Unkräuter bereits zu stark verholzt sind. Richte deine Behandlung daher immer auf die frühen Entwicklungsstadien der Unkräuter aus, um die beste Wirkung zu erzielen.

Was muss ich beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von ARTUS beachten?

Aufgrund des enthaltenen Wirkstoffs Metsulfuron, der eine gewisse Bodenpersistenz aufweisen kann, ist bei der Planung der Folgekulturen Sorgfalt geboten. Nach der normalen Ernte von mit ARTUS behandeltem Getreide können im Herbst in der Regel Wintergetreide und Raps nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur oder beim Anbau empfindlicher Zwischenfrüchte solltest du jedoch eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) durchführen, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Warum ist die Kombination aus Carfentrazone und Metsulfuron so vorteilhaft gegen Klettenlabkraut?

Klettenlabkraut kann je nach Witterung und Entwicklungsstadium zäh reagieren. Während Metsulfuron systemisch in die Wachstumszonen transportiert wird und dort die Zellteilung stoppt, sorgt Carfentrazone für eine schnelle Zerstörung der Blattoberfläche. Diese Synergie führt dazu, dass das Klettenlabkraut extrem schnell kollabiert und keine Konkurrenz mehr um Licht und Nährstoffe darstellt.

Wie reinige ich die Pflanzenschutzspritze nach der Anwendung von ARTUS am besten?

Da ARTUS einen Sulfonylharnstoff (Metsulfuron) enthält, ist eine gründliche Reinigung der Spritze extrem wichtig, um Schäden an nachfolgenden, empfindlichen Kulturen (wie z. B. Rüben oder Leguminosen) zu vermeiden. Spüle den Tank, die Leitungen und die Düsen unmittelbar nach der Arbeit gründlich mit Wasser und einem speziellen kontinuierlichen Reinigungsmittel oder einem alkalischen Spritzenreiniger aus.