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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Ascra Xpro

BVL Zul.-Nr. 008219-00

Ascra Xpro ist ein hochmodernes, breit wirksames Fungizid zur Bekämpfung eines umfassenden Spektrums von Blatt- und Ährenkrankheiten in wichtigen Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer. Als flüssiges Konzentrat formuliert, vereint es die Stärken von drei leistungsstarken Wirkstoffen in der patentierten Xpro-Formulierungstechnologie, die für eine exzellente Haftung, schnelle Verteilung und optimierte Wirkstoffaufnahme im Blatt sorgt.

Das Anwendungsspektrum deckt alle ertragsrelevanten Schaderreger ab – von Septoria-Arten und DTR-Blattdürre über echten Mehltau und verschiedene Rostpilze (wie Gelb-, Braun- und Zwergrost) bis hin zu spezialisierten Gerstenkrankheiten wie Netzflecken und Ramularia. Auch die Halmbruchkrankheit im frühen Schossen wird effektiv erfasst. Damit bietet das Produkt eine verlässliche Basis für gesunde Bestände und stabile Erträge.

Neben der herausragenden fungiziden Wirkung induziert das Produkt positive physiologische Effekte in der Kultur. Die behandelten Bestände zeigen eine verbesserte Vitalität, eine gesteigerte Trockenheitstoleranz und einen ausgeprägten Greening-Effekt, wodurch die Photosyntheseleistung maximiert und die Kornfüllungsphase verlängert wird.

Wirkstoffe

Bixafen
65 g/L · Wirkstoff
Fluopyram
65 g/L · Wirkstoff
Prothioconazol
130 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Ascra Xpro kombiniert drei hochwirksame Wirkstoffe aus zwei unterschiedlichen Wirkstoffklassen, um einen lückenlosen Schutz der Kultur zu gewährleisten. Bixafen und Fluopyram gehören zur Gruppe der Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren (SDHI, FRAC-Gruppe 7). Sie greifen gezielt in den Komplex II der mitochondrialen Atmungskette der Pilzzellen ein. Fluopyram zeichnet sich dabei durch eine extrem schnelle systemische Verteilung aus, während Bixafen eine ausgeprägte Dauerwirkung auf der Blattoberfläche entfaltet. Ergänzt werden die beiden SDHIs durch Prothioconazol, ein bewährtes Triazol (DMI, FRAC-Gruppe 3). Prothioconazol hemmt die C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze, was die Struktur und Funktion der Zellmembranen nachhaltig stört. Diese Kombination aus präventiven, kurativen und eradikativen Eigenschaften verhindert das Keimen der Sporen sowie das Wachstum des Pilzmyzels im Blattgewebe.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung zu minimieren, nutzt Ascra Xpro bereits die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen (SDHI und DMI). Dennoch solltest du im Sinne eines verantwortungsvollen Resistenzmanagements die Anzahl der Anwendungen von SDHI-haltigen Produkten in der gesamten Spritzfolge pro Saison strikt begrenzen. Integriere bei Bedarf Behandlungen mit anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Kontaktfungiziden oder Strobilurinen) und vermeide reduzierte Aufwandmengen, um den Selektionsdruck auf die Erregerpopulationen so gering wie möglich zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Produkt weist eine hervorragende physikalische und biologische Mischbarkeit mit den meisten im Getreidebau üblichen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und die Spritze vorab gründlich reinigen. Verwende eine ausreichende Wassermenge für eine homogene Benetzung der Kultur und vermeide Applikationen bei extremer Hitze, Frostgefahr oder wenn die Kultur unter starkem Trockenstress steht.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind die Abdriftrichtlinien und die spezifischen Anwendungsauflagen strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von bestäubenden Insekten auf eine Anwendung in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Behandlung bevorzugt in den späten Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
GersteMinderung nichtparasitärer Blattflecken30–611.2 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.2 LITER_PER_HECTARE
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–341.2 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.2 LITER_PER_HECTARE
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611.2 LITER_PER_HECTARE
WeizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–321.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–611.2 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–611.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)30–611.2 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)30–611.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für deinen Einsatz von Ascra Xpro im Getreide?

Der ideale Behandlungszeitraum liegt zwischen dem Schossen und dem Beginn der Blüte (BBCH 30 bis 61). Für einen maximalen Schutz des Ertrags solltest du die Anwendung präventiv oder bei ersten Infektionsanzeichen durchführen, idealerweise zum Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 37 bis 39), um die oberen Laubblätter dauerhaft gesund zu erhalten.

Wie schnell ist Ascra Xpro nach der Anwendung regenfest?

Dank der hochentwickelten Xpro-Formulierungstechnologie verteilen sich die Wirkstoffe extrem schnell auf der Blattoberfläche und dringen rasch in die Wachsschicht ein. Das Pflanzenschutzmittel ist dadurch meist schon innerhalb einer Stunde nach dem Antrocknen hervorragend regenfest, was dir eine hohe Flexibilität bei unbeständiger Witterung gibt.

Warum enthält das Produkt mit Bixafen und Fluopyram gleich zwei SDHI-Wirkstoffe?

Die Kombination nutzt die unterschiedliche Mobilität der beiden Wirkstoffe aus: Fluopyram ist hochgradig systemisch, verteilt sich schnell im neu zuwachsenden Gewebe und sorgt für eine rasche kurative Wirkung. Bixafen hingegen lagert sich stabil in der Wachsschicht an und bildet ein langanhaltendes Depot, das die Kultur über Wochen hinweg präventiv schützt.

Kannst du Ascra Xpro mit Wachstumsreglern in einer Tankmischung kombinieren?

Ja, eine Mischung mit gängigen Wachstumsreglern (wie z. B. Produkten auf Basis von Trinexapac-Ethyl oder Prohexadion-Calcium) ist im Getreidebau gut möglich. Achte bei extremen Temperaturschwankungen oder starker Sonneneinstrahlung darauf, die Aufwandmenge des Wachstumsreglers leicht anzupassen, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.

Wie integrierst du Ascra Xpro am besten in dein Resistenzmanagement?

Da das Produkt zwei Wirkstoffe aus der Gruppe der SDHIs (FRAC 7) und ein Triazol (FRAC 3) enthält, solltest du die Anzahl der SDHI-haltigen Behandlungen pro Saison auf maximal ein bis zwei Anwendungen begrenzen. Wechsle in der Spritzfolge konsequent mit anderen Wirkstoffklassen ab und nutze immer die vollen empfohlenen Aufwandmengen, um die Entstehung resistenter Pilzstämme zu verhindern.

Hilft das Produkt auch gegen nichtparasitäre Blattflecken?

Ja, Ascra Xpro besitzt eine offizielle Zulassung zur Minderung nichtparasitärer Blattflecken (z. B. physiologische Flecken in Gerste). Die Wirkstoffkombination stärkt die Stress toleranz der Kultur gegenüber UV-Strahlung und Hitze, wodurch die Blätter länger grün und assimilationsaktiv bleiben.