Ascra Xpro
Ascra Xpro ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid von Bayer CropScience, das speziell für den professionellen Getreideanbau entwickelt wurde. Es kombiniert drei leistungsstarke Wirkstoffe in einer hochentwickelten Formulierung (Xpro-Technologie), die für eine hervorragende Benetzung, schnelle Wirkstoffaufnahme und ausgeprägte Regenfestigkeit sorgt. Das Pflanzenschutzmittel ist in wichtigen Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen, Triticale und Hafer zugelassen.
Das Wirkungsspektrum deckt alle wirtschaftlich bedeutenden pilzlichen Schaderreger im Getreide ab. Dazu gehören Septoria-Arten (wie Septoria tritici und Septoria nodorum), Rostpilze (Gelb-, Braun- und Zwergrost), Netzflecken, Rhynchosporium secalis sowie die physiologische Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni). Zudem bietet das Produkt eine hervorragende Wirkung gegen die Halmbruchkrankheit in der frühen Wachstumsphase und mindert das Auftreten nichtparasitärer Blattflecken.
Durch die Kombination von zwei SDHI-Wirkstoffen mit einem bewährten Triazol setzt Ascra Xpro Maßstäbe in der Kurativ- und Dauerleistung. Die innovative Formulierung sorgt nicht nur für einen langanhaltenden Schutz der Kulturen, sondern fördert auch physiologische Effekte wie eine verbesserte Stresstoleranz und einen ausgeprägten Greening-Effekt, was sich positiv auf die Ertragsbildung auswirkt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Ascra Xpro basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen mit komplementären Wirkungsmechanismen. Die beiden SDHI-Wirkstoffe (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) Bixafen und Fluopyram gehören zur FRAC-Gruppe 7. Sie blockieren die Zellatmung der Pilze in den Mitochondrien (Komplex II), was zu einem raschen Energiemangel und dem Absterben des Schaderregers führt. Fluopyram zeichnet sich dabei durch eine schnelle systemische Verteilung aus, während Bixafen für eine langanhaltende Schutzwirkung auf der Pflanzenoberfläche und im Gewebe sorgt. Ergänzt werden die beiden SDHIs durch Prothioconazol, ein bewährtes Triazol (DMI-Fungizid) aus der FRAC-Gruppe 3. Prothioconazol hemmt die Demethylierung in der Sterol-Biosynthese der Pilzzellwand. Diese Kombination sorgt für eine exzellente kurative Leistung gegen bereits etablierte Infektionen und sichert gleichzeitig eine breite, langanhaltende präventive Schutzwirkung ab.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt Ascra Xpro bereits werkseitig eine integrierte Anti-Resistenz-Strategie durch die Kombination von Wirkstoffen aus den FRAC-Gruppen 3 und 7. Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass die maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison strikt eingehalten und das Produkt im Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen verwendet werden sollte. Zudem empfiehlt es sich, die Behandlungen stets präventiv oder bei beginnendem Befallsdruck durchzuführen, um die Selektion resistenter Biotypen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Ascra Xpro zeichnet sich durch eine hervorragende physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen mit Wachstumsreglern sollte die Aufwandmenge der Mischungspartner gegebenenfalls an die Witterungsbedingungen angepasst werden, da die Formulierung von Ascra Xpro die Aufnahme anderer Wirkstoffe beschleunigen kann. Es wird empfohlen, stets ausreichend Wasser (mindestens 150–300 l/ha) zu verwenden und die Mischung unmittelbar nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk auszubringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Ascra Xpro sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Handschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die im Zulassungsbescheid des BVL definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) genau zu beachten. Das Produkt ist als bienenungefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht in blühende Bestände während des aktiven Bienenflugs appliziert werden. Zudem sind Auflagen zum Schutz von Grundwasser und Bodenorganismen konsequent umzusetzen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Gerste | Minderung nichtparasitärer Blattflecken | 30–61 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–34 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 30–61 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) | 30–61 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Roggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Septoria-Arten (Septoria spp.) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hafer | Haferkronenrost (Puccinia coronata) | 30–61 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–61 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Blattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis) | 30–61 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–61 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Ascra Xpro im Weizen?
Der optimale Einsatzzeitpunkt im Weizen liegt in der Regel in der Phase des Schossens bis zum Beginn des Ährenschiebens (BBCH-Stadium 31 bis 59). Für den maximalen Ertragsschutz empfiehlt sich eine Behandlung zur Absicherung der oberen Laubblätter (Fahnenblattstadium, BBCH-Stadium 37–39), um die ertragsbestimmenden Blattflächen infektionsfrei zu halten.
Wie wirkt sich die Xpro-Formulierung auf die Regenfestigkeit aus?
Dank der hochentwickelten Xpro-Formulierungstechnologie haftet der Spritzbelag extrem schnell auf der Wachsschicht der Blätter. Bereits wenige Minuten nach der Applikation ist der Wirkstofffilm weitgehend regenfest, was auch unter wechselhaften und feuchten Witterungsbedingungen eine hohe Wirkungssicherheit garantiert.
Kann Ascra Xpro auch zur Bekämpfung der Halmbruchkrankheit eingesetzt werden?
Ja, Ascra Xpro besitzt eine offizielle Zulassung gegen die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides). Für eine erfolgreiche Behandlung sollte die Anwendung frühzeitig im Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadium 30–32) erfolgen, um die Halmbasis wirksam vor dem Pilzeintritt zu schützen.
Warum enthält Ascra Xpro zwei verschiedene SDHI-Wirkstoffe?
Die Kombination aus Bixafen und Fluopyram (beide SDHI) nutzt unterschiedliche physikalisch-chemische Eigenschaften. Fluopyram ist hochmobil und verteilt sich schnell systemisch in der Kultur, um auch neu zuwachsende Pflanzenteile rasch zu schützen. Bixafen hingegen lagert sich stabil im Gewebe an und sorgt für die langanhaltende Dauerwirkung.
Was muss bei der Anwendung von Ascra Xpro in Gerste bezüglich Ramularia beachtet werden?
Gegen die Sprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni) in Gerste ist eine präventive Anwendung entscheidend, da der Schaderreger oft lange symptomlos im Gewebe wächst. Der beste Behandlungszeitpunkt liegt in der Phase des Grannenschiebens (BBCH-Stadium 49), um die Gerste vor dem späten Befall und dem vorzeitigen Absterben der Blätter zu schützen.
Wie trägt Ascra Xpro zur Minderung nichtparasitärer Blattflecken bei?
Nichtparasitäre Blattflecken entstehen oft durch physiologischen Stress wie starke UV-Strahlung oder Hitze. Die Wirkstoffe in Ascra Xpro, insbesondere die SDHIs, greifen positiv in den Stoffwechsel der Kultur ein, reduzieren den oxidativen Stress und stärken die natürliche Widerstandskraft der Blätter, wodurch diese Fleckenbildung deutlich gemindert wird.