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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Atlantis Flex

BVL Zul.-Nr. 008188-00

Atlantis Flex ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Schaderregern im Frühjahr. Das als wasserdispergierbares Granulat (WG) formulierte Pflanzenschutzmittel ist speziell für den Einsatz in wichtigen Wintergetreide-Kulturen wie Winterweizen, Winterroggen, Triticale und Dinkel zugelassen. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Breitenwirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Ungräser aus.

Durch die Kombination zweier starker Wirkstoffe bietet das Produkt eine flexible und zuverlässige Lösung zur Unkrautkontrolle, selbst bei schwierigen Bedingungen im frühen Frühjahr. Der integrierte Safener sorgt dabei für eine exzellente Kulturverträglichkeit, indem er den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in den Kulturpflanzen beschleunigt, ohne die Wirkung auf die Schaderreger zu beeinträchtigen.

Wirkstoffe

Mefenpyr
90 g/kg · Safener
Mesosulfuron
47 g/kg · Wirkstoff
Propoxycarbazone
67.5 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Atlantis Flex basiert auf den beiden aktiven Wirkstoffen Mesosulfuron und Propoxycarbazone, die beide zur HRAC-Gruppe 2 (ehemals Gruppe B) gehören. Diese Wirkstoffe blockieren das Enzym Acetolactat-Synthase (ALS) im pflanzlichen Stoffwechsel. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin. Durch die Hemmung der ALS wird die Zellteilung in den Meristemen der Schaderreger sofort gestoppt, was zu einem raschen Wachstumsstillstand führt. Die betroffenen Ungräser und Unkräuter sterben innerhalb weniger Wochen langsam ab. Der enthaltene Safener Mefenpyr-diethyl schützt die behandelten Kulturen selektiv vor phytotoxischen Effekten. Mefenpyr fördert in den Kulturpflanzen den schnellen enzymatischen Abbau der Herbizidwirkstoffe, während dieser Schutzmechanismus in den Zielunkräutern nicht aktiv ist. Dies garantiert eine hohe Kulturverträglichkeit selbst in sensiblen Wachstumsphasen.

Resistenzmanagement

Da beide herbiziden Wirkstoffe in Atlantis Flex der HRAC-Gruppe 2 angehören, besteht ein systemimmanentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz und dem Gemeinen Windhalm. Um einer Resistenzentwicklung wirksam vorzubeugen, muss das Pflanzenschutzmittel in ein integriertes Gesamtkonzept eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 3 im Herbst) sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, angepasste Aussaattermine und eine sorgfältige Bodenbearbeitung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Atlantis Flex wird für eine optimale Wirkung in der Praxis in der Regel in Kombination mit einem zugelassenen Netzmittel (Adjuvans) wie Biopower angewendet. Das Produkt ist mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und Herbiziden zur Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern mischbar. Bei Mischungen mit Wachstumsreglern ist jedoch Vorsicht geboten; diese sollten vorzugsweise separat oder nur bei wüchsiger Witterung ausgebracht werden, um die Kultur nicht unnötig zu stressen. Vor dem Ansetzen der Spritzbrühe wird stets eine Mischbarkeitsprüfung im Kleinen empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Atlantis Flex sind die gesetzlichen Auflagen zum Schutz des Anwenders und der Umwelt strikt einzuhalten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation ist obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und terrestrischen Nichtzielpflanzen sind die vorgegebenen Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen genau zu beachten. Das Mittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
DinkelAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm21–320.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterhartweizenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Trespe-Arten21–320.33 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm21–320.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Trespe-Arten21–320.33 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterhartweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm21–320.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm21–320.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Flug-Hafer, Trespe-Arten21–320.33 KILOGRAM_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm21–320.2 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Atlantis Flex im Frühjahr?

Der optimale Zeitpunkt liegt im frühen Frühjahr, sobald die Vegetation einsetzt und die Schaderreger aktives Wachstum zeigen (meist zwischen den BBCH-Stadien 21 und 32 der Kultur). Aktives Wachstum ist entscheidend, da die systemischen Wirkstoffe über das Blatt aufgenommen und in der Pflanze transportiert werden müssen.

Warum ist die Zugabe eines Additivs wie Biopower zwingend erforderlich?

Das Additiv optimiert die Benetzung der Blattoberfläche und durchbricht die Wachsschicht der Ungräser. Ohne ein geeignetes Netzmittel kann die Aufnahme der Wirkstoffe Mesosulfuron und Propoxycarbazone erheblich reduziert sein, was insbesondere bei trockener Witterung zu Wirkungsverlusten führt.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung des Herbizids?

Die beste Wirkung wird bei wüchsigem Wetter mit Temperaturen über 5 bis 8 °C und hoher Luftfeuchtigkeit erzielt. Bei starkem Frost, anhaltender Trockenheit oder extremen Temperaturschwankungen sollte die Behandlung verschoben werden, da gestresste Unkräuter die Wirkstoffe schlechter aufnehmen und die Kulturverträglichkeit leiden kann.

Was muss beim Nachbau von Folgekulturen nach dem Einsatz von Atlantis Flex beachtet werden?

Nach dem regulären Einsatz und der Ernte der behandelten Kultur können im Herbst in der Regel Wintergetreide oder Winterraps (nach tiefer Bodenbearbeitung) nachgebaut werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder anderen Schäden dürfen nur bestimmte Kulturen nachgebaut werden; eine intensive Bodenbearbeitung (Pflügen) ist in diesen Fällen zwingend ratsam, um Wirkstoffrückstände im Boden zu verdünnen.

Kann Atlantis Flex bei bereits nachgewiesener ALS-Resistenz von Acker-Fuchsschwanz eingesetzt werden?

Wenn in einer Population bereits eine Target-Site-Resistenz gegen ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) vorliegt, wird Atlantis Flex keine ausreichende Wirkung mehr gegen diese Biotypen erzielen. In solchen Fällen müssen zwingend Herbizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 9) und verstärkt mechanische sowie pflanzenbauliche Maßnahmen eingesetzt werden.

Wie verhält sich das Pflanzenschutzmittel bei einer Anwendung in Mischung mit flüssigen Düngemitteln?

Mischungen mit reinem Flüssigmist oder unverdünntem AHL werden nicht empfohlen, da dies zu schweren Verätzungen an den Blättern der Kultur führen kann. Kleinere Mengen AHL als Stickstoff-Zusatz zur Spritzbrühe sind unter bestimmten Bedingungen möglich, sollten aber vorab auf Verträglichkeit geprüft und nur bei stabiler Wachsschicht der Kultur ausgebracht werden.