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OTHER · BASF SE

Balaya

BVL Zul.-Nr. 00A286-00

Balaya ist ein hochwirksames, modernes Fungizid von BASF, das speziell für den breiten Einsatz in Getreidekulturen wie Weizen, Gerste, Roggen und Triticale entwickelt wurde. Als innovative flüssige Formulierung kombiniert es zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten effektiv zu bekämpfen. Das Pflanzenschutzmittel setzt neue Maßstäbe in der Flexibilität der Anwendungstermine.

Das Produktdesign zielt darauf ab, sowohl eine kurative als auch eine langanhaltende protektive Wirkung zu entfalten. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern wie Septoria-Blattdürre, Rostpilzen (Gelb- und Braunrost) sowie Netzflecken und Ramularia in Gerste. Dank seiner hervorragenden Kälteleistung und schnellen Wirkstoffaufnahme sichert es den Ertrag auch unter schwierigen Witterungsbedingungen.

Durch die Kombination des zukunftsweisenden Triazols Mefentrifluconazole (Revysol) mit dem bewährten Strobilurin Pyraclostrobin bietet Balaya nicht nur eine exzellente Krankheitskontrolle, sondern fördert auch physiologische Effekte in der Kultur. Dies führt zu einer verbesserten Stresstoleranz und vitaleren Beständen, was sich direkt im Ertragspotenzial widerspiegelt.

Wirkstoffe

Mefentrifluconazole
100 g/L · Wirkstoff
Pyraclostrobin
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Balaya beruht auf zwei unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Mefentrifluconazole gehört zur chemischen Klasse der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Es blockiert die Ergosterol-Biosynthese in den Zellmembranen der Pilze. Als erstes Isopropanol-Triazol zeichnet es sich durch eine einzigartige molekulare Flexibilität aus, wodurch es selbst an mutierte Bindungsstellen von Schaderregern stark andockt und eine außergewöhnlich hohe Kurativleistung zeigt. Pyraclostrobin ergänzt diese Wirkung als Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Es blockiert den Elektronentransport in den Mitochondrien der Pilzzellen, was den Energiestoffwechsel unterbindet und die Sporenkeimung sowie das Myzelwachstum stoppt. Zudem induziert Pyraclostrobin positive physiologische Effekte in der Kultur, wie eine gesteigerte Photosyntheseleistung und eine verbesserte Effizienz bei der Stickstoffnutzung (Greening-Effekt).

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt Balaya die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkstoffklassen (FRAC-Gruppen 3 und 11). Dennoch sollte das Pflanzenschutzmittel stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen in der Spritzfolge sowie die Einhaltung der maximal empfohlenen Anzahl an Anwendungen pro Saison. Die Nutzung resistenter Kultursorten und eine sorgfältige Fruchtfolgegestaltung unterstützen dieses Antiresistenzmanagement nachhaltig.

Mischbarkeit & Tankmischung

Balaya zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist die Standard-Einfüllreihenfolge zu beachten, wobei Balaya in der Regel als eine der letzten Komponenten dem bereits zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllten Tank unter ständigem Rühren beigemischt wird. Die Anwendung sollte in einer Wassermenge von 150 bis 400 l/ha erfolgen, um eine gleichmäßige Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Extreme Witterungsbedingungen wie pralle Sonne oder Temperaturen über 25 °C während der Applikation sind zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Balaya ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft; daher sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen strikt zu beachten, um aquatische Organismen zu schützen. Hinsichtlich der Bienengefährdung ist das Produkt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Terminierung der Behandlung auch während des Bienenflugs ermöglicht, sofern keine Mischungspartner dem entgegenstehen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteSprenkelkrankheit (Ramularia collo-cygni)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenRhynchosporium secalis30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleSeptoria-Arten (Septoria spp.)30–611.5 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)30–691.5 LITER_PER_HECTARE35T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Balaya im Weizen?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt in der Regel zwischen den BBCH-Stadien 37 (Erscheinen des Fahnenblattes) und 59 (Ende des Ährenschiebens). Eine Applikation in diesem Fenster schützt die ertragsentscheidenden oberen Blätter optimal vor Septoria-Blattdürre und Rostpilzen.

Wie verhält sich Balaya bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr?

Dank des innovativen Wirkstoffs Mefentrifluconazole (Revysol) zeigt Balaya auch bei niedrigen Temperaturen ab ca. 5 °C eine hervorragende und schnelle Wirkung. Das macht das Produkt hochgradig flexibel für frühe Behandlungen ab dem BBCH-Stadium 30, wenn herkömmliche Azole in ihrer Dynamik noch eingeschränkt sind.

Kann Balaya in einer Spritzfolge mit anderen Strobilurinen kombiniert werden?

Aus Gründen des Resistenzenmanagements sollte die Anzahl der Behandlungen mit Strobilurinen (FRAC-Gruppe 11) pro Saison streng limitiert werden. Wenn Balaya (das Pyraclostrobin enthält) eingesetzt wird, sollte in nachfolgenden oder vorhergehenden Spritzungen auf andere Wirkstoffklassen ohne Qo-Inhibitoren ausgewichen werden.

Welche Rolle spielt die Formulierung von Balaya für die Regenfestigkeit?

Die spezielle Formulierung sorgt für eine extrem schnelle Haftung auf der Wachsschicht des Blattes und ein rasches Eindringen der Wirkstoffe. Bereits kurze Zeit nach der Anwendung (oft reichen 15 bis 30 Minuten) ist der Belag regenfest, sodass auch unbeständige Witterungsphasen die Wirksamkeit nicht gefährden.

Wie unterstützt Balaya die Kultur bei Trockenstress?

Der enthaltene Wirkstoff Pyraclostrobin mindert die pflanzeneigene Ethylenbildung unter Stressbedingungen. Dies verzögert die vorzeitige Alterung (Seneszenz) der Blätter, verbessert die Wassernutzungseffizienz der Kultur und hilft dem Getreide, Hitze- oder Trockenperioden besser zu überstehen.

Wie finde ich im Agronomie-Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Septoria-Arten?

Nutzen Sie hierzu die integrierte Suche auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktdatenbank nach dem Schaderreger „Septoria-Arten“ oder „Septoria-Blattdürre“ und wählen Sie Ihre spezifische Kultur aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Alternativen und deren Anwendungsbestimmungen zu erhalten.